Grandioser Auftakt in der Burg mit Jazz vom Feinsten

Zur Eröffnung des Herbstprogramms in der Bielsteiner Burg spielten „Aschenbrenner, Trost & Friends“ ein besonderes Programm: „The Art Of Chamber-Jazz“. Dahinter verbarg sich eine abwechslungsreiche Musiklandschaft mit herrlichen Ausblicken auf Stile aus verschiedensten Richtungen.


V.l.: Stephan Aschenbrenner, Daniel Galati, Wolfgang Ohndorf und Oliver Trost – Foto: Christian Melzer

Angefangen mit dem exzellenten „Jardin Tropical“ von Oliver Trost präsentiert von dem herausragenden oberbergischen Gitaristen und Saxophonist Stephan Aschenbrenner im Duo. Erweitert um die Musikfreunde Wolfgang Ohndorf am Kontrabass und Daniel Galati am Schlagzeug boten sie ein brillantes „Oleo“ von Sonny Rollins. Schon bei den ersten Stücken wurde klar: es würde ein Konzertabend mit einem abwechslungsreichen Mix aus Swing, Latin und Balladen vom Feinsten – dargeboten vom dialogfreudigen Duo Aschenbrenner/Trost und einer Rhythmusgruppe, die einfühlsam und groovig perfekt dazu passte – geben.

Die Quartettbesetzung bot unter anderem ausgestaltete und überarbeitete Standards – besonders beeindruckend „You Are My Sunshine“. In ganz andere Sphären spielten sie gemeinsam einen Jazz-Waltz als Quartett: „Some Day My Prince Will Come“ von Frank Churchill. Das Stück wurde 1936 für Walt Disneys Zeichentrickfilm „Schneewittchen“ komponiert. Die erste Jazz-Fassung dazu stammt von Dave Brubeck. Nicht nur bei diesem Stück hatte jeder der vier Musiker seinen eigenen Part. Ohndorf und Galatti zeigten sich dabei nicht nur als Meister ihrer Instrumente sondern auch als Meister der Gesichts-Akrobatik.

Mittanzen konnte das Publikum fast bei „Oblivion“, einem im Duo Aschenbrenner & Trost“ dargebotenen Stück – Tango durchflutete die Burghausgemäuer. Der Komponist von „Oblivion“, Astor Pantaleón Piazzolla, war ein argentinischer Bandoneon-Spieler und Komponist, der seinen eigenen Stil hatte. Anfänglich stießen seine Werke auf Kritik und Ablehnung, da sie sich vom ursprünglichen Tango stark unterschieden. Viele von Piazzollas Tangos sind nicht mehr im traditionellen Sinne tanzbar, sondern in erster Linie Musik zum Zuhören. Die Harmonie des Tangos weitete er unter anderem mit Mitteln des Jazz aus Das Einfühlsame Spiel des Duos kam zum Tragen bei Stimmungswechsel zwischen Trauer und Glück.

Eine ganz außergewöhnliche Duo-Zusammensetzung boten Stephan Aschenbrenner und Wolfgang Ohndorf mit Saxophon und Kontrabass bei „Isfahan“ von Billy Strayhorn. Billy Strayhorn wirkte seit 1939 bis zu seinem Tode als Mitglied, Arrangeur und Komponist in Duke Ellingtons Orchester. So stammt die Komposition, Text und Arrangement des bekanntesten Stücks und der Erkennungsmelodie des Orchesters „Take The A-Train“ nicht – wie oft fälschlicherweise angenommen – von Ellington, sondern von Strayhorn. Mit „Isfahan“ werden Impressionen oder Assoziationen an eine jenseits des Nahen Ostens gelegene Örtlichkeiten geweckt. die iranische Stadt Isfahan – ein persisches Sprichwort sagt „Isfahan ist die Hälfte der Welt“.

Dieser Abend versprach nicht nur pure, ansteckende Spielfreude – auch im zweiten Teil verzauberten die vier Musiker die Gäste im Burghaus mit Stücken wie „All Blues“ von Miles Davis, „I Will Wait For You“, einem „Autumn Leaves“ als Samba oder „Stolen Moments“. Im Duo gab es als Zugabe noch ein „Close Your Eyes“ – eine weitere Aufforderung zum Genießen der genialen Musik von „Aschenbrenner, Trost & Friends“. Ein ansprechendes Konzert und gelungener Auftakt zum Herbstprogramm in der Burg Bielstein.

Vera Marzinski

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Fotos: Christian Melzer

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