Musikalisches Vorweihnachtsgeschenk von Hanjo Gäbler

Ein Stückweit die Weihnachtszeit entschleunigen wollte Hanjo Gäbler mit den beiden Vorweihnachtskonzerten im Burghaus Bielstein. Bei leichtem Schneefall aus dem hohen Norden Deutschlands angereist brachte der Wahlhamburger Pianist, Keyboarder, Komponist, Arrangeur, Autor, Produzent, Studiomusiker und Dozent vieler Gospel-Workshops etliche schöne Weihnachtslieder mit in das Burghaus Bielstein – und das gleich für zwei Abende.


Hanjo Gäbler im Burghaus Bielstein – Foto: Christian Melzer

Mit „Go tell it on the mountains“ eröffnete er den vorweihnachtlichen, musikalischen Reigen. Im Oberbergischen ist Hanjo Gäbler bei den heimischen Gospelsängern seit Jahren bekannt – beim Gospelfestival „Join in“ begeisterte er als Dozent. Mit „I’m dreaming of a white Christmas“ begeisterte er am Donnerstag- und Freitagabend mit filigranen perlenden Klavierklängen. Dabei ist Hanjo Gäbler nicht nur ein hervorragender Pianist – seine Stimme hat ein besonderes Timbre, das den Stücken eine spezielle Note verleiht.

Entspannend sollten die Abende sein und die Gäste zur Ruhe kommen. Das gelang ihm in kürzester Zeit, denn abschalten vom Alltag viel nicht schwer. Mit Erinnerungen aus dem Kindergottesdienst mit Schwester Esther und dem „Er hält die ganze Welt in seiner Hand“ erheiterte Hanjo Gäbler sein Publikum. Dieses Lied mündete dann in ein gemeinsames Gospel-Medley mit „He*s got the whole world“, „This little light of mine“ und „Amen“, was die vielen gospelbegeisterten Gäste perfekt mitsangen. Das Lieblingslied seiner kleinen Tochter – „Stern auf den ich schaue“ – beherrschten die singfreudigen Gäste im Burghaus auch.

Um Weihnachten mag Hanjo Gäbler besonders die englischen Interpreten, so folgte auf diese Ansage ein „Oh holy night“ und „Joy to the world“. Nach einem brillanten „Lovely day“ kam aus dem Publikum ein „Schön!“ – da sprach wohl jemand für alle Gäste. Mitreißende und ruhige Stücke im Wechsel durchzogen die Abende. Gospels und Christmas Songs solo am Flügel in einer besinnlichen, aber auch zwischendurch mitreißenden Atmosphäre. Am zweiten Abend hatte er Verstärkung mitgebracht. Gitarrist Igor Lazarev unterstützte ihn im zweiten Teil des Konzertes. Er stammt aus Jaroslawl/Russland, wo er auch an der Musikkunstfachschule studierte und trat bei den Wiehler Jazztagen in David Thomas Band „High Praise“ auf. Auch Hanjo Gäbler war bei den Internationalen Wiehler Jazztagen bereits zweimal mit von der Partie: mit „All 4 Gospel“ und Helmut Jost’s „Gospelfire“.

In der Burg erlebte das Publikum eine weitere Facette von Hanjo Gäblers musikalischen Fähigkeiten. Besonders anrührend war das „God is able“, das er aus tiefster Seele sang. Es gab eine Zeit in der es ihm nicht gut ging und er hatte viel Zeit zum Nachdenken. „Wenn man so ein Tal durchschritten hat, sieht man viel schneller Menschen, denen es nicht gut geht – gerade in dieser Adventszeit“. Hanjo Gäbler erzählte von Friedrich von Bodelschwing, der 1869 in der Vorweihnachtszeit innerhalb von zwei Wochen vier Kinder verlor und einige Jahre später mit seiner Frau die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel gründete. Sein Lieblingslied war „It is well“ (Mir ist wohl in dem Herrn!) von Horatio Spafford. Dazu sagte Hanjo Gäbler „Beeindruckend, wie jemand, der so einen Schmerz erfahren hat, so fest im Glauben sein kann“. Beeindruckend auch, wie Hanjo Gäbler dieses Lied vortrug. Viel Tiefgang hatte das Konzert – nicht nur mit diesem Stück.

Hanjo Gäbler singt die Lieder nicht einfach, er macht sie lebendig und erlebbar. Dadurch rührt er an und bringt das Publikum zum Nachdenken und entschleunigt tatsächlich die Vorweihnachtszeit. Für die Gäste im Burghaus wurden die Abende zu einem besonderen vorweihnachtlichen Geschenk.

Vera Marzinski

Die nachfolgende Bilderserie wird Ihnen präsentiert von:

Zum Vergrößern der Fotos bitte Vorschaubilder anklicken.

Bild 01 vergrößern Bild 02 vergrößern Bild 03 vergrößern Bild 04 vergrößern Bild 05 vergrößern Bild 06 vergrößern Bild 07 vergrößern Bild 08 vergrößern

Fotos: Christian Melzer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.