Mit dem „Bremer Klarinettenquartett“ auf eine musikalische Reise

Über Ungarn, Argentinien oder auch Frankreich führte die musikalische Reise mit dem „Bremer Klarinettenquartett“ am Freitagabend im Burghaus Bielstein. Ein sehr facettenreiches und beeindruckendes Konzert wurde dem Publikum geboten. Wer aber harmonische, klassische Stücke erwartet hatte, der musste sich bei einigen Stücken auf Besonders einlassen, denn da wurde schnell klar: das „Bremer Klarinettenquartett“ ist sehr experimentierfreudig.


Bremer Klarinettenquartett – Foto: Vera Marzinski

Die „Hommage to Pan“ von Jenö von Takacs wirkte etwas befremdlich, aber außergewöhnlich. Die zwiegespaltene Figur des Pan – ein Mischwesen aus Menschenoberkörper und dem Unterkörper eines Ziegenbockes- kam auch in der Musik zum Ausdruck. Zudem: viel Spielfreude und eine geniales Zusammenspiel des Ensembles – nicht nur bei diesem Stück. Wie schon vor vier Jahren im Forum der Sparkasse in Wiehl, sind sie ein Garant für außergewöhnliche Konzertereignisse.

Sie spielen die von Ferenc Farkas adaptierten altungarischen Tänze ebenso ausgezeichnet wie die von Christian Dawid komponierte Suite „Klezmeriana“. Seit fast 25 Jahren ist das „Bremer Klarinettenquartett“ auf den Bühnen in Europa und den USA unterwegs – in der aktuellen Besetzung seit 1993. Martin Kratzsch, der auch das Programm moderiert, ist Gründungsmitglied und spielt auf Bassetthorn und B-Klarinette. Barbara Rößler ist die einzige Frau im Quartett, ebenfalls von Anfang an dabei, und spielt Es- und B-Klarinette. Aus North Carolina/USA stammt Allan Ware. Der Es- und B-Klarinettist ist Dozent am städtischen Konservatorium in Osnabrück. Spezialist für jiddische Musik ist Christian Dawid. Er spielt überwiegend die Bassklarinette und schuf viele Arrangements und eigene Kompositionen für das „Bremer Klarinettenquartett“.

So auch die sehr beeindruckende Suite „Klezmeriana“. Die Konzeption zu „Magia Del Tango“ – nach Kompositionen von Astor Piazzolla, Roberto Pansera und Anselmo Aleta – stammt ebenfalls von ihm. Die Tangostücke sind sehr gefühlvoll und melancholisch – ein Genuss für die Ohren. Ein besonderes Highlight im Konzert war zudem „Das Vierklaklavier“ vom Schweitzer Franz Tischhauser. Grundlage für die drei Musikstücke „Eulenviertanz“, „Galgenschlenkerer“ und „Gelächtertrab“ sind die „Galgenlieder“ von Christian Morgenstern. Daraus rezitierten die vier Musiker während des Vortrags von „Vierklaklavier“. Und dann tauchte auch noch unvermittelt ein „Fuchs du hast die Gans gestohlen“ in einer Musikphrase auf.

Teils wild und heiter sowie schwermütig und melancholisch kamen die dörflichen Szenen aus Ungarn von Ferenc Farkas in der musikalischen Reise vor. Freud und Leid lag hier schon in der Betitelung der einzelnen Stücke nah beieinander, denn da folgte auf die Trauerglocken das Hochzeitslied oder das Lied des Flüchtlings auf das Spiel. Ein wahrhaftiges „Klarinetten-Battle“ boten die vier grandiosen Klarinettisten dem Publikum in der Zugabe. Das Stück „Bat-Bite“ aus Bulgarien zeigte nochmal die stilistische Vielfalt und konsequente Dramaturgie des Ensembles.

Vera Marzinski

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Motocross in Bielstein: Finale auf dem Waldkurs

Am vergangenen Wochenende ging auf dem Bielsteiner Waldkurs das Finale des ADAC Nordrhein MX-Cups sowie des Seitenwagen-Veteranen-Cups über die Bühne.


Motocross in Bielstein – Fotos: Andreas Bülow/VTC-Racing

Nach leichten Regenschauern am Samstagmorgen, die der optimal vorbereiteten Strecke nichts anhaben konnten, befand sich diese das gesamte Wochenende in nahezu perfektem Zustand.

Dies war auch die einstimmige Meinung der vielen lokalen Starter in den verschiedensten Hubraum- und Leistungsklassen. Allen voran der 10-jährige Ben Hess aus Rösrath, der an beiden Renntagen seinen Spaß und Erfolg auf seiner Heimstrecke hatte. Zuerst am Samstag mit seiner gewohnten 65ccm-Maschine in der 85ccm-Klasse gestartet ließ er schon die hälfte der „großen“ Starter hinter sich und bestätigte diese Leistung auch am Sonntag in der 65ccm-Klasse. Hier ging es für den Nachwuchsfahrer des KTM-Scott-Racing-Teams um die Gesamt-Meisterschaft, die er sich trotz eines Zwei-Punkte-Rückstands vor dem Heimrennen noch nachhause holen konnte.


Ben Hess

Mit zwei absolut sicheren Laufsiegen entriss Hess seinem Markenkollegen Jannik Schmitz (Mechernich) vom Team Schmitz Racing noch den Gesamtsieg der 65er-Kategorie und begeisterte Freunde und Fans mit seiner souveränen Fahrweise. Im Ziel des zweiten Laufs erwarteten ihn entsprechend überglücklich seine Familie und Mechaniker mit einem Feuerwerk.

Auch in den weiteren Klassen sahen die Zuschauer an beiden Tagen spannende Rennen, dabei war es nebensächlich ob es im A-Finale um die Plätze 1-30 oder den B-Finalen um die Plätze ab 30 und aufwärts ging. So zum Beispiel die beiden Wiehler Daniel Schumacher und Lorenz Dick, die im B-Finale der Leistungsklasse 2 (LK2) um Podiumsplatzierungen kämpften, jedoch jeweils durch Stürze knapp scheiterten.

In der Kategorie Seitenwagen-Open-Pokal waren es die heimischen Beifahrer, die die Fahnen hochhielten, so kam Robin Ohl (Nümbrecht) mit Fahrer Kilian Winkels (Mönchengladbach) auf den 4. Tagesrang, direkt vor dem Wiehler Tobias Lange mit seinem Viersener Fahrer Dirk Döhmen. Ein weiterer Wiehler Beifahrer sah man mit Michael Schmitz im Boot von Gerd Franke (Unna) auf dem achten Platz, bevor die Duos des MSCs mit Matthias Wellmann/Timo Lange (Wiehl) und Jochen Manderla/Robin Manderla (Engelskirchen) die Top-10 komplettierten.

Die Fahnen in der Seniorenklasse hielten die Morsbacher Marco Neuwald und Christoph Pütz hoch. Neuwald verpasste mit Rang vier nur knapp das Podest, Pütz folgte auf Rang 5. Die Lokalhelden in der Veteranenklasse, die im Laufe der Jahre wohl schon die meisten Runden auf dem Waldkurs absolviert haben schnitten ebenfalls unter den Top 10 ab, so kam Andreas Floegel auf den siebten und Karl-Friedrich Schramm (beide Wiehl) auf den achten Platz.


Fabian Leckebusch

Ein beachtliches Comeback auf dem Solo-Motorrad feierte Fabian Leckebusch. Noch bei der Juni-Veranstaltung im Uelpetal gewann er die Quad-Klasse und startete nun nach zwei Jahren Pause wieder auf zwei Rädern. Dies auch erfolgreich, mit den Plätzen vier und drei erreichte er in der Leitungsklasse 3 gleich eine Podiumsplatzierung.

Von vielen der 1.200 Motorsportbegeisterten Fans heiß erwartet war natürlich auch das Finale des Seitenwagen-Veteranen-Cups. Die besten Starter des Clubs war hier das Wiehler Team Holger Ruch mit seinem Sohn Norman. Die fleißigen Helfer des MSCs sicherten sich hier Tagesrang sechs der 31 gestarteten Teams.

Nach den Rennen blickte man in zufriedene Gesichter rund um Vorsitzenden Udo Hess und Rennleiter Gerd Vilshoever. „Wir haben ein schönes Renn-Wochenende mit wenigen kleinen Zwischenfällen und vielen spannenden Rennen bei Top-Bedingungen auf dem Waldkurs gesehen,“ so der O-Ton des Vorstandes.

Robin Hannes

BSV Oktoberfest 2012

Am Samstag, den 6. Oktober 2012, veranstaltet der BSV Viktoria Bielstein sein 2. Oktoberfest am Sportgelände in Bielstein. Beginn der Veranstaltung ist um 15:00 Uhr. Die Gaudi steht wie schon im letzten Jahr unter dem Motto „Zunft Kölsch trifft Weißbier“. Zum Auftakt der Veranstaltung spielen die 1. und 2. Mannschaft ihre vorgezogenen Meisterschaftsspiele.

Der Fassanstich, sowie die Ausgabe der Menüs erfolgt ab 18 Uhr. Dabei gibt es zwei original-bayerische Spezialitäten-Menüs zum Preis von 5 Euro und original Schneider-Weißbier vom Fass. Natürlich gibt es für Kölschtrinker auch das gute Zunft Kölsch.

Für die gute Laune sorgt ein DJ, der alle Oktoberfesthits der letzten Jahre im Repertoire hat. Zudem werden bayerische Sportwettbewerbe wie Maßkrug-Halten, Baumstammsägen, etc. geboten. Trachtenkleidung ist dabei erwünscht. Die Einnahmen der Veranstaltung kommen dem Kunstrasenprojekt des BSV Bielstein „Ein Kunststück für Bielstein“ zugute.

Damen 40 der Tennisfreunde Bielstein feiern Aufstieg

Ungeschlagen, mit 10:2 Punkten feiert die Damenmannschaft der Tennisfreunde Bielstein einen souveränen und glanzvollen Meistertitel und sichert sich damit den Aufstieg in die 2.Bezirksliga.

Lediglich zwei Unentschieden durchbrachen die Siegesserie der Damen um Mannschafts-führerin Andrea Schmidt-Gronau. Im Laufe der Saison wurden der TC Wiehltal, der TC Rös-rath, Engelskirchen2 sowie am letzten Spieltag BlauWeiß Rheidt bezwungen.

Auch der direkte Verfolger Gut Buschhof, sowie der TC Reichshof-Hunsheim konnten den Bielsteiner Damen nur ein Unentschieden entlocken. Dem Klassenerhalt in der zweiten Be-zirksliga kann man nach dieser Leistung mit Zuversicht entgegen sehen.


Oben von links: Marita Golde, Inge Schmidt, Jutta Heimann, Birgit Hähn, Ursula Blonigen, Claudia Kloppenburg, Gertrud Erasmus.
Unten von links: Marion Meyer, Andrea Schmidt-Gronau, Dietlind Müller, Beate Wollner

Boogie Woogie in the (Burg)house

Mit „Ladies and gangsters“ begrüßte Michael Arlt das Publikum im Burghaus Bielstein am Donnerstagabend. Eine Boogie-Woogie-Party vom Feinsten erwartete die Gäste. Denn: „B.B. & The Blues Shacks“ sind Boogie & Blues pur!


Foto: Christian Melzer

Seit 23 Jahren besteht die Band und noch vor drei Jahren spielten sie in Wiehl bei den Internationalen Wiehler Jazztagen. Die fünf Jungs sind richtig „retro“ und richtig gut. In Bielstein spannten sie einen großen Bogen von den klassischen, traditionellen Bluesnummern zum 60er Jahre Soul. Wenn die fünf Jungs von „B.B. & The Blues Shacks“ spielen, fangen die Füße an zu wippen und der Abend wird von Anfang bis zum Ende ein Erlebnis. Das liegt an ihrer Spielfreude, der tollen Musik und dem unverkennbaren Sound. Sie können laut und ganz leise – und dann wird es mucksmäuschenstill. Auch bei Al Greens „Lay it down“. Zum Schluss gab es noch was Heftiges für die Hüften mit „Suger Babe“ – viel Rock’n Roll als Zugabe.

Sie nehmen den Zuhörer mit. Sowohl mit einem gefühlvollen „I take care of you“ von Bobby Blue Bland oder auch mit einem druckvollen „Foul me“ – ein Stück der neusten CD. Die haben sie letztes Jahr in Wien eingespielt. „Come Along“ ist mittlerweile das sechste Album. Und live sind sie zudem sowieso klasse: Sie spielten in Dubai, auf dem Doheny-Festival in Los Angeles und beim Byron-Bay-Festival in Australien mit Künstlern wie Bob Dylan, B.B. King und Elvis Costello vor Zehntausenden. Mit großem Erfolg!

Ein breites Altersspektrum hatte sich am Donnerstagabend im Burghaus versammelt und besonders die älteren Gäste gingen richtig mit bei der Musik. Sänger Michael Arlt fing sie irgendwie alle ein mit seinem Charme. Auch der vor einigen Jahren aus der Band heraus entstandene „Männergesangsverein“ sorgte für viel Begeisterung. Bernhard Egger und Andreas Arlt bildeten diesen Backround-Chor mit einem 50er Jahre „Doowap“. Die Gäste johlten schon nach den ersten Tönen.

Michael Arlt ist die Stimme der Band, das Sprachrohr. Seine Mundharmonika gibt der Band eine zusätzliche Klangfarbe. Mit ihr läuft er zur Höchstform auf – dabei ist er immer für eine Überraschung gut. Da hält er schon mal einen Ton unglaublich lange an oder spielt mit geschlossenen Augen als sei er ganz woanders.

Andreas Arlt gilt seit Jahren als einer der besten Bluesgitarristen in Europa. Für ihn liegt die Kunst im Wesentlichen, der Betonung an der richtigen Stelle, den kompakten und gefühlvoll bis energiegeladenen Soli. Und davon ließ er einige in Bielstein hören. Dennis Koeckstadt setzte an Klavier und Orgel gekonnt seine Akzente. Bassist Henning Hauerken und Schlagzeuger Bernhard Egger lieferten den Drive und Groove, den man noch vom Konzert mit nach Hause nehmen konnte.

Vera Marzinski

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„Die Olchis“ vergraulten ihre Babysitterin im Burghaus

Olchi-Limo mit Kröteneiern und Fliegen und etwas stinkenden Fisch dazu – das mögen die Olchis! Das Mülheimer Figurentheater Wodo Puppenspiel zeigte am Mittwochnachmittag im Burghaus Bielstein, was die Olchis so alles mögen und was sie anstellten, um ihre Babysitterin wieder los zu werden.

Mit grüner Weste und einer Zange räumte Wolfgang etwas von dem Müll auf der Bühne weg. „Was kann man mit einer alten Plastikflasche anstellen?“, fragte er das junge Publikum. „Da kann man mit spielen“, rief ein kleiner Junge aus dem Publikum. „Oder auch zum Laden zurückbringen“, sagte der Landschaftswächter Wolfgang. Die Olchis sammeln sowas wie diese Flasche. Oder auch alte Musikinstrumente, platte Fußbälle, Töpfchen mit Löchern oder alte Teddybären.

Mitten in diesem Müllchaos in „Schmuddelfing“ lebt die Familie Olchi. Im Theaterspiel musste Mutter Olchi weg, weil eine Müllverbrennungsanlage geplant werden sollte. Da waren die drei Olchi-Kinder allein. Aber die Mutter hatte eine Babysitterin engagiert. Frau Pfifferling – die räumte erst mal auf. Mit ihren Möhren und Paprika oder auch mit Nudeln in Tomatensoße kam sie gar nicht bei den Olchi-Kids an. Und dann badete sie auch noch das Olchi-Baby. Das bekam von dem ekeligen Seifenbad sofort Ausschlag. Da mussten die Olchi-Kinder mal schnell mit dem Publikum überlegen, wie man die Frau Pfifferling wieder loswerden könnte. Zunge rausstrecken nütze nicht viel, aber von den Olchi-Kinder-Kuscheltieren – eine Ratte, eine Spinne und ein paar Mäuse – war sie so entsetzt, dass sie in Ohnmacht viel. Schnell räumten die Olchi-Kinder wieder auf – so dass es wieder so vollgemüllt aussah wie vorher. Und Mutter Olchi war begeistert. „Auf Wiedersehen und rufen sie nicht noch mal an!“ kam von Frau Pfifferling zum Abschied, die auch ihr Geschenk, den Eimer mit dem stinkenden Fisch, stehen ließ.

Gebannt hatten die jungen Burghausgäste die ganze Zeit zugehört. Und gesungen wurde auch im Burghaus: der „Olchi-Blues“. Bei diesem Lied wussten die kleinen Zuschauer und Mitsinger schnell, das am besten ein Olchi-Furz klingt. Die „Olchis“ sind bei den Kleinen bekannt. Es gibt mittlerweile 18 Bücher die im Verlag Friedrich Oetinger erschienen sind. Ein echter Dauerbrenner in den Kinderzimmern. Und was muss man von den Olchis wissen? Die Olchis leben in einer Höhle auf der Müllkippe von Schmuddelfing. Sie mögen es, wenn es mieft, muffelt und furzt. Die Olchis sind ganz anders als die Menschen. Ihre Nasen sind viel größer und ihre Haut ist viel grüner. Alles, was die Menschen wegwerfen, weil sie es nicht mehr brauchen, das kommt ihnen gerade recht. So auch in der Geschichte „Die Olchis – Wenn der Babysitter kommt“ – dargestellt vom Figurentheater Wodo.

Dorothee Wellfonder und Wolfgang Kaup sind das Mülheimer Figurentheater Wodo. Seit 1983 touren sie mit ihren Puppenspielen von Bühne zu Bühne. Zahlreiche Kindertheaterinszenierungen, aber auch Stücke für Jugendliche und Erwachsene hat das Mülheimer Figurentheater Wodo Puppenspiel im Programm. Fast alle Stücke wurden nach literarischen Vorlagen erarbeitet. Verschiedene Umsetzungen sorgen dabei für Abwechslung und wecken das Interesse schon bei den Kleinsten. Die Darstellung erfolgt mal mit Marionetten, mal mit Tischfiguren und Handpuppen oder Großfiguren. Ob „Lauras Stern“, „Briefe von Felix“, „Pippi Langstrumpf“ oder „Die Olchis“ – sie begeistern schon die Kleinsten.

Vera Marzinski

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Tolle Stimmung bei den 3. Zunft Kölsch Bier-Wettspielen

Bei herrlichem Spätsommer-Wetter war es wieder voll auf den Wiesen hinter der Erzquell-Brauerei. Über 40 Teams aus dem gesamten Oberbergischen waren dabei, als es wieder darum ging, in 10 sportlich-lustigen Spielen rund ums Thema Bier nach dem Prinzip von „Spiel ohne Grenzen“ um Punkte und Platzierungen zu kämpfen.


Fotos: Christian Melzer

Gemeinsam mit den Vereinen aus Bielstein und Umgebung veranstaltete die heimische Brauerei die 3. Zunft Kölsch Bier-Wettspiele. Zehn knifflig-lustige Aufgaben rund um das Thema Bier galt es für jedes Team zu bewältigen. Dabei wurden die geschicktesten Flaschen-Kegler gesucht, die schnellsten Kronkorken-Sortierer, die besten Gläser-Balancierer oder die pfiffigsten Kisten-Stapler. Tempo, Spaß und Geschicklichkeit wechselten sich bei den spannenden Spielen ab.

Zu gewinnen gab es natürlich Originelles und Bieriges, über eine Grillparty im Wert von 500 Euro als Hauptpreis konnte sich das erstplatzierte Team „Baumhof 2“ aus Gummersbach freuen. Den 2. Preis, eine Grillparty im Wert von 300 Euro gewann das Team „Die Klempner“ und Dritter wurde das Team „Tauchclub Orca“ und nahm dafür einen Gutschein für eine Grillparty im Wert von 200 Euro mit nach Hause. Die Plätze 4 bis 10 wurden ebenfalls mit einer Urkunde sowie einem Bier-Gutschein belohnt.

Alle teilnehmenden Teams sowie auch die Brauerei und die Vereine als Ausrichter waren wieder begeistert von einer tollen Stimmung und freuen sich auf eine Neuauflage der Bier-Wettspiele im nächsten Jahr.

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„Lück im Glück“ – ein Einblick in das Leben eines Familienvaters

Lieber Kinder als „Sex, Drugs and Rock’n Roll“? Irgendwie ist für Ingolf Lück Familienleben doch mehr Rock’n Roll als eine Welttournee mit AC/DC.


Ingolf Lück – Foto: Vera Marzinski

Und wer kann schon laut johlend eine Tunnelrutsche im Schwimmbad benutzen ohne blöd angeguckt zu werden? Nur jemand, der mit seinen Kindern dort ist. Aber Ingolf Lück findet in seinem Programm noch mehr, was dafür spricht ein Familienvater zu sein. Die Schattenseiten lässt er im Burghaus Bielstein am Freitagabend aber auch nicht außen vor. Und wer Kinder hat findet: er trifft des Pudels Kern.

Er regt sich auf, über Eltern, die nur über ihre Kinder reden und tun, als hätten sie Wunderkinder gezeugt. Über Familien, die wirken, als seien sie einem Werbefilm entsprungen, über den Tod seiner Skatrunde und über seine Ehefrau, die ihn zum „Kinderdienst“ verdonnert. Und dann die Elternabende – „dabei sind die im Kindergarten viel schlimmer als in der Schule!“ Man sitze vier Stunden auf einem viel zu kleinen Stuhl und werde gezwungen, Beruf und Namen zu nennen, sobald man ein Wollknäuel zugeworfen bekomme.

Da haben seine Bindungsfreien Kumpel doch einen Lebenswandel, der bei einem Familienvater eins erzeugt: Neid. Gefrustet ist er zudem, weil man als Eltern nur noch Eltern kennt und mit denen hat man viele Gesprächsthemen: „Kinder, Kinder und Kinder“. Kinder sind kein Hobby oder eine Vorliebe – sie sind ein Zustand, so Ingolf Lück. Und was macht man als Vater nicht alles – selbst eine Tanzeinlage beim Geburtstag seiner Tochter Lili ist ihm nicht zu viel. Das brachte ihm aber nur eins ein: es war ihr peinlich. Peinlich könne auch die Namensgebung werden. Bei seinem eigenen Namen fragt er sich „Ingolf…. was hatten meine Eltern gegen mich, die kannten mich doch noch nicht richtig?!“ Dabei ist der Klang seines Namens im Waldorfkindergarten des Sohnes schon von Vorteil. Andere hätten da doch mehr Pech gehabt.

Namensgebung – die sei entscheidend fürs Leben. Heute könne man auch kein Kind mehr Philipp oder Guido nennen – wie die FDP-Looser. Comedian-Kollege Guido Cantz habe deshalb auch den Vornamen nicht an seinen Sohn weitergegeben. Stattdessen wählte er „Severin“ – so heiße auch Lücks Wasserkocher. So schießt Ingolf Lück eine Pointe nach der anderen in seinem Programm. Auch wenn er erst noch zurückhaltend wirkte, kam er doch schnell in sein Fahrtwasser und es sprudelte nur so aus ihm heraus. Bei „Lück im Glück“ dreht sich fast alles um die Leiden eines Familienvaters. Als solcher hat er nämlich keine Zeit mehr für Hobbys, Freunde treffen oder einfach mal nichts zu tun. Selbst sein Auftritt in Bielstein war gefährdet – eigentlich hatte Lück zu Hause „Kinderdienst“, weil seine Frau zum Yoga wollte.

Ingolf Lück beeindruckt mit viel Wortwitz, schnellem Sprechen und extremer Mimik. Einziger Gegenstand auf der Bühne: ein Stuhl. Der sei bei über 50jährigen Pflicht, habe ihm der Hausmeister in Bielstein gesagt. Da musste der 54jährige doch mal schnell seine Fitness mit einer Breakdance-Tanzeinlage demonstrieren. Spritzig, witzig und sehr energiegeladen ist der Schauspieler, Comedian und Moderator allemal. Den Spagat zwischen Familienleben und Selbstverwirklichung brachte Ingolf Lück sehr beeindruckend in seinem Bühnenprogramm zum Ausdruck und entließ ein begeistertes Publikum nach einem Einblick in seine letzte Urlaubserfahrung auf Gomera – da hatte er Dauerkinderdienst obwohl sie mit vier Erwachsenen dort waren. Es ist wohl nicht einfach als Familienvater – aber dennoch ist er „Lück im Glück“.

Vera Marzinski

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Projekt „Auto rundum sorglos“: Ein Service für Gehörlose

Neuer Service für Gehörlose hilft bei Werkstattbesuch und Führerscheinerwerb.

Dass Gehörlose den Führerschein machen können, ist in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Da sie nicht durch Umgebungsgeräusche abgelenkt werden und sich völlig auf die Augen verlassen, entwickeln Gehörlose eine höhere optische Wahrnehmung. Ein Blaulicht wird dadurch unter Umständen von einem Gehörlosen früher gesehen, als die akustischen Signale eines Martinshorns wahrgenommen werden können.

Fahrschulen und Werkstätten sind allerdings Orte, an denen es immer noch zu Verständnisschwierigkeiten kommen kann. Hier bieten die Fahrschule Rüdiger Reidl, die Werkstatt Rabo und der TÜV Rheinland in Wiehl-Bielstein einen ganz besonderen Service an: einen Dolmetscher für Gehörlose in Gebärdensprache. Diesen Part übernimmt der erfahrene Gehörlosenpfarrer Hartmut Benz.

Freitagmorgens prüft zwischen 8 Uhr und 9.30 Uhr der TÜV Rheinland in der Kfz-Werkstatt Rabo – Bielsteiner Str. 49, 51674 Wiehl-Bielstein – Autos, Krafträder, Traktoren und Oldtimer. Hier wird Pfarrer Benz zukünftig in enger Zusammenarbeit mit Dipl.- Ing. Ernst-Walter Budde vom TÜV Rheinland und Werkstatteigner Karl Irimie den Gehörlosen bei ihrem Werkstattbesuch dolmetschend zur Seite stehen, alle Fragen und Antworten übersetzen, informieren und beraten.

Dieses sogenannte „Auto rundum sorglos“ – Projekt funktioniert. Dies zeigt die erfolgreiche Gemeinschaftsarbeit von Pfarrer Benz mit der Fahrschule Rüdiger Reidl. Seit mehreren Jahren erklärt der Pfarrer den gehörlosen Fahrschülern in Gebärdensprache, was sie im Unterricht zum Thema Führerscheinerwerb und Prüfung wissen müssen. Montags und mittwochs ist er in Wiehl-Bielstein, Bielsteiner Str. 98, dienstags und donnerstags in Wiehl, Wiesenstraße 17, jeweils zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr im Einsatz als Gebärden-Dolmetscher.