Im Burghaus Bielstein drehte sich fast alles um „Kölsch“

Ein perfekter Harmoniegesang mit A-Capella-Entertainment der „Wanderer“ und Anekdoten von Brauhausführer Michael Dirkmann unter dem Motto „Köbes, Kölsch und Klüngel“ begeisterte das Publikum am Donnerstagabend im Burghaus Bielstein.


Michael Dirkmann – Fotos: Christian Melzer

„Sie hätten auch nach Köln kommen können, aber jetzt bin ich dann mal hier!“, begrüßte Dirkmann die Gäste. Und dann wusste das Publikum ganz flott, woher überhaupt der Ausdruck Köbes stammt, weshalb ein Köbes einen Kranz und kein Tablett benutzt oder wie die Mönche zum Brauen gekommen sind. Kölsch hat übrigens eine geographische Herkunft und Kölsch darf nur in den Reagenzglas-ähnlichen Gläsern, den sogenannten Kölschstangen, ausgeschenkt werden.

Michael Dirkmanns fundiertes Fachwissen über Kölner Bräuche und die charmante, überaus witzige Art der Präsentation sind einmalig. Ihm fehlt es als ausgebildetem Schauspieler nicht an Show-Talent. So macht er aus ihrem Rundgang durch die Kölner Altstadt etwas, das weniger einer Stadtführung ähnelt, sondern mehr einer Comedy-Show. Und genau das brachte er auch im Burghaus brillant auf die Bühne. Die Kölner Altstadt & Brauhaus-Wanderung leiten Michael Dirkmann oder Ralph Hoormann, die dabei ein unterhaltsames Eintauchen in die Seele der Kölner Altstadt bieten. Seit mehr als 15 Jahren zünden sie ein humoristisches Feuerwerk rund um „Köbes, Kölsch und Klüngel“.

Die Brauhäuser haben emense Umsatzeinbußen seit das Personal nicht mehr mittrinkt – auch das wusste der Brauhausführer in Bielstein zu erzählen. Und ebenso, dass bei der Planung der U-Bahn die Philharmonie nicht bedacht wurde. „Die steht da ja auch noch nicht so lange“ bemerkte Dirkmann süffisant. „Schäl Sick“ erklärte er ebenso wie den Ausdruck „Klüngel“ – die Erledigung privater Interessen auf dem Amtsweg.

Viel zu lachen gab es im ersten Teil. Und dann kam von den vier gutaussehenden mitteljungen Herren „Ich bin e Kölsche Wanderer“. Auch hier wieder viel Entertainment. Sie sind nämlich weltberühmt – in Köln. Sie singen auf Kölsch, Englisch, Deutsch und manchmal auf Kauderwelsch. Und – sie sind in Köln längst Kult, verzaubern aber auch Nicht-Rheinländer mit ihrem Genre sprengenden Programm, dem perfekten Harmoniegesang und einer unglaublich lebhaften Performance.


Die „Wanderer“

Die „Wanderer“, das sind Eddie Leo Schruff, Gewinner der ZDF- Show „Die Deutsche Stimme 2003“, Ex-Basta-Sänger Sascha Breuer-Rölke, der charmant-lustige Bass Kai Zupancic und der aus Gummersbach stammende Stevie Gable. Die vier geborenen Entertainer führten charmant und humorvoll durchs Programm und brachten den Saal im Burghaus schnell zum Kochen. Mühelos sangen sie sich in die Herzen der Zuschauer.

„Volare“ oder „Caravan“ kam gleich gut an beim Publikum und es ließ sich auch bei „Ramalama-Ding-Dong“ zum Mitsingen animieren. Kai Zupancics verriet bei den gesanglichen Aktivitäten der Gäste zu „Muss I denn“: sein Herz jubiliere dabei! Nicht nur durch die Mithilfe des Publikums wurde die Version dieses Volksliedes etwas ganz besonders. Selbst einen „Grand Prix“-Medley kam auf die Bühne. Von „Hold me now“. über “ Dschingis Khan“, „Waterloo“ bis zu dem „Hard Rock Halleluja“ von der finnischen Band Lordi.

Mehrstimmigen Gesang kennen die meisten schon, aber die harmonisch, witzig und gesanglich brillanten Vocal-Sänger von „Wanderer“ sind schon eine ganz herausragende Liga in dieser Kategorie. Und am Schluss die gesangliche Frage „Wer gibt ein Kölsch aus?“. Ihr Stimmungslied dazu – „An der Bar“ – lief im Frühjahr täglich im Radio (WDR4) und wurde dort zum dritt beliebtesten Lied gewählt und passte hier perfekt. Und so schloss sich der Kreis zu Dirkmanns „Köbes, Kölsch und Klüngel“ mit dem Kölsch an der Bar.

Vera Marzinski

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Spannende, skurrile Lesung mit Max Tidorf und Tim Binding

„Ship Ahoy“ hieß es am Dienstagabend im Burghaus Bielstein. „Ship Ahoy“ ist Teil drei der Trilogie um Al Greenwood. Bereits zum zweiten Mal kam der Autor Tim Binding mit Max Tidorf und Margarete von Schwarzkopf zur Lesung nach Bielstein. Vor eineinhalb Jahren begeisterte „Fischnapping“ das Publikum in den alten Gemäuern – und auch Binding konnte sich noch gut an diese Veranstaltung erinnern.


Max Tidorf und Tim Binding – Foto: Christian Melzer

Aber was ist nun mit Al Greenwood passiert? Am Ende des letzten Buches stand er auf der Klippe und die Polizeisirene heulte. Mittlerweile lebt Al mit Emily Prosser, seiner ehemaligen Kunstlehrerin aus Knastzeiten, zusammen. Als glückliches Pärchen geben die beiden Kunstunterricht auf einem Kreuzfahrtschiff namens „Lady Di“. Leider währt die Idylle nicht lang. Max Tidorf versetzte die Zuhörer im Burghaus mit seiner rauchigen Stimme in die Szenen des Romans. Tidorf ist Jahrgang 1960, lebt mit seiner Familie in München und wurde durch zahlreiche Film- und Theaterauftritte bekannt. Dabei spielt er des Öfteren einen Fiesling – und auch Al Greenwood ist nicht unbedingt ein netter Mensch. Sollten Tim Bindings Al Greenwood-Romane verfilmt werden, wäre Max Tidorf die perfekte Besetzung. Er betörte während der Lesung mit seiner Stimme und auch seine Mimik war hervorragend. Bei den fiesen Spitzen im Text hatte er immer den passenden Gesichtsausdruck. Selbst Mrs. Duran-Deacon – eine Romanfigur – bringt er perfekt rüber. So in der Szene, als ihr eine Gräte während der Kreuzfahrt im Hals stecken bleibt.

Natürlich hat Tim Binding wieder so manche bekannte Personen und Dinge aus den beiden Vorgänger-Romanen eingebaut. Und dann gibt es noch die Kettensäge, die wie ein Knallfrosch hüpft und mit ihrem furchterregenden Gebiss Liegestühle wie Streichhölzer zersägt. Al Greenwood, der Bildhauer der sieben Meere, fertigt auf dem Kreuzfahrtschiff „Lady Di“ Figuren aus Holz mit einer Kettensäge. Mrs. Duran-Deacon hätte am liebsten einen „Weißen Hai“, der ihren Ehemann Gerald zwischen den Zähnen hält. Alles etwas bizarr. Es wird noch heftiger: diese ältere Dame, die einen Sturz über die Reling überlebt, fordert Al auf, ihren Ehemann zu ermorden. Und wäre das nicht schon genug: Audrey taucht auch wieder auf – die Ex-Frau von Al ist aus dem Gefängnis ausgebrochen.

Margarete von Schwarzkopf ist bei dieser Lesung in Bielstein wiederum ein Garant für gute Moderation und so erfährt das Publikum einiges über Buch und Autor. Sie selbst liebt an diesem Al Greenwood, dass seine Geschichten so großartig an der Realität vorbei schrabben. Doch nach der Trilogie um diese Romanfigur soll es in der nächsten Veröffentlichung von Tim Binding um Alice „Schnüffelnase“ Blackstock gehen. Die neugierige Nachbarin von Al ist bisher eine Randfigur gewesen und hat charakterlich und vielleicht auch optisch ein wenig von Miss Marple. Den Bielsteiner Gästen erzählte Binding, dass er gerade mit den ersten Seiten zum neuen Roman angefangen habe. Vielleicht verrät er in dem Buch noch einige Rezepte, denn in „Ship Ahoy“ kommen die „Cornish Pasty“ vor, eine kulinarische Spezialität aus Cornwall, die eigentlich nur dort gebacken werden dürfen, so Binding. Und keinesfalls mit Möhren – darauf bestand Tim Binding und natürlich auch seine Romanhauptfigur Al, der diese Teigtaschen im Roman bei einem Bäcker leider nicht so erhält, wie er sie mag.

Ziemlich vergnüglich ist die Geschichte um Al Greenwood – teilweise ein wenig grotesk. Aber nicht nur die Stimme von Max Tidorf fesselte die Zuhörer im Burghaus am Dienstagabend. Tim Binding schreibt einfach spannend und sehr unterhaltend. In seinen Büchern wimmelt es nur so von skurrilen Obsessionen.

Vera Marzinski

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BSV Viktoria Bielstein: Kunstrasenprojekt der Bielsteiner Bevölkerung näher gebracht

Am vergangenen Samstag nahm der BSV Viktoria Bielstein am 1. Bielsteiner Herbstmarkt mit einem eigenem Stand teil. Die Verantwortlichen des Vereins nutzten die Möglichkeit, der Bielsteiner Bevölkerung das Kunstrasenprojekt „Ein Kunststück für Bielstein“ persönlich näherzubringen.


Ulrike Bohn mit der BSV-Pizza

Von morgens bis abends fanden konstruktive Gespräche rund um den Stand statt. Es bestand die Möglichkeit, den BSV mit einem virtuellen Stück Kunstrasen zu unterstützen. Dafür war das Projektteam mit einem Laptop ausgestattet. Die Besucher konnten sich ihr entsprechendes Stück selbst heraussuchen und dieses vor Ort erwerben. Den kleinen Gästen bot sich in der Zwischenzeit die Möglichkeit, bei einem Torwandschießen mit Geschwindigkeitsmessung ihre Zeit zu vertreiben.

Bei Federweißer und Zwiebelkuchen verweilte auch der ein oder anderer Besucher als Wegstärkung am Stand des BSV Bielstein. Der Tag beinhaltete auch zwei Höhepunkte für die weitere Unterstützung des Kunstrasenprojektes. Ab 4. Oktober werden die Bielsteiner Geschäftsleute Herbert Müller und Ulrike Bohn das Projekt mit Ihren Produkten aktiv unterstützen. Die Metzgerei Müller wird eine BSV-Wurst in ihr Sortiment aufnehmen und das Pizza Taxi Bielstein die BSV-Pizza.


Herbert Müller mit der BSV-Wurst

Prozentual werden von dem jeweiligen Erlös Gelder auf das Spendenkonto „Ein Kunststück für Bielstein“ laufen. Als nächstes findet das Oktoberfest am kommenden Samstag, den 6. Oktober 2012, ab 15 Uhr auf dem Sportgelände des BSV statt.

Weitere Informationen gibt es unter www.bsv-bielstein.de.