Bissig und böse – aber mit viel „Oberwasser“

Werden wir geflutet und bald nur noch als Reisplantage den Chinesen dienen? Wird das Rheinland in den Fluten untergehen? Das sind nur einige Fragen, die Pause und Alich beschäftigen. Zwei Aufreger und Nörgler wie sie im Buche stehen begeisterten am Freitagabend das Publikum im Burghaus Bielstein.


Foto: Vera Marzinski

Das Duo Rainer Pause (Fritz Litzmann) und Norbert Alich (Hermann Schwaderlappen) ist seit 1990 zusammen unterwegs und hat längst Kultcharakter. Das in Bonn gegründete Kabarett-Duo startete damals mit dem Programm „Grenzenlos“ und kam nach Bielstein mit „Oberwasser“ und Pianist Stephan Ohm. Seit 15 Jahren begleitet der Tastenmann die beiden Kabarettisten bei Gesangs-Stücken wie „Das geht mir auf die Eier“ oder „Stirb, aber lass dir Zeit dabei“. Besonders amüsant und hochgradig bissig das gesungene Potpourri zum Terrorismus am Schluss.

Ihr Kampf für eine bessere Welt in Frack mit weißer Papiernelke im Knopfloch und Pomade in den Haaren ist auch ihr neuntes, abendfüllendes Programm mit den nationalen und internationalen Krisen gespickt. Angefangen bei zu Guttenberg, Westerwelle oder Merkel – die Alich mit einer vortrefflich gesungenen Merkel-Arie ins Programm bringt. Und Pause kommentiert die Eurokrise mit: „Das nehme ich den Griechen wirklich übel, dass ich mich jetzt mit Merkel solidarisieren muss“. Aber es müsse nicht immer nur um die große Politik gehen, denn auch die Probleme des Alltags könnten einen hart treffen, so Pause. Wie beispielsweise der Alkoholverzicht in der Fastenzeit, der danach erschreckende Auswirkungen bei der eingeschränkten Alkoholmenge, die man dann nur noch vertrage, zeige. Da hatte doch Diogenes ein schönes Leben – saufen und nachdenken gleichzeitig.

Die Griechen beschäftigten die beiden sehr. Da hätten die doch die nagelneuen Waffen von uns Deutschen und unsere Bundeswehr habe Lastwagen aus den 50er-Jahren. Und damit sie keinen Sonnenbrand bekämen, wollten die Griechen deutsche U-Boote. „Die bezahlen wir Deutschen natürlich über unseren Rettungsschirm dann auch noch selbst“. Immerhin sei da unser Friedensbeitrag bemerkenswert, denn wir hätten ja selbst keine Waffen mehr – die gehen ja alle an die anderen Länder.

Die beiden Korinthenkacker und Formulierungsexperten kommentieren alles und jeden – auch sich selbst. Es ging es Schlag auf Schlag mit den Themen. Von Terrorismus, der schon bei der Kindererziehung anfange bis zur Ökologie. Da sollten wir von der Natur lernen. „Aber vom Wind haben wir die Tornados, vom Wasser die Tsunamis und von der Sonne den Hautkrebs“. Und dann stehe noch die Auswanderungswelle vor der Tür: „Alle kommen, nur die Computer-Inder, die wir wollten, die kommen nicht“. Halb Afrika käme und die Chinesen lauerten bereits im Osten um Europa als großes Reisfeld zu nutzen. Auch wenn uns das Wasser bis zum Hals stehe – Pause und Alich behalten „Oberwasser“. Wortgewaltig sind sie in allem böse und bissig – und treffen den Nerv des Publikums. Das bedankte sich mit viel Applaus für diesen Abend.

Vera Marzinski

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