Ein Dankeschön an den großen Udo

Hits wie „Aber bitte mit Sahne“, „Ein ehrenwertes Haus“, „Mit 66 Jahren“ und „Griechischer Wein“ fehlten natürlich nicht beim Konzert „Merci Udo“ im Burghaus Bielstein. Es solle keine Double-Show sein, sondern eine Hommage an Udo Jürgens und seine Lieder, betonte Michael von Zalejski und begeisterte mit seinem Programm die Gäste. Nicht nur die altbekannten Hits – die kamen zwischendurch und als Medley am Schluss – präsentierte er. So einige weniger bekannte Stücke erklangen und rundeten das Konzert perfekt ab. Und das nicht am weißen sondern am schwarzen Flügel.


Foto: Vera Marzinski

Udo Jürgens war ein Grenzgänger zwischen Schlager, Pop und Chanson. Viele Lieder mit Tiefgang, die nachdenklich stimmen, wie „Wohin die Liebe geht“ oder auch mit viel Sarkasmus und Satire auf Zustände weisen. In die Kategorie Lebenshilfe fällt „Weichei“ – da rät er den Frauen mit einem Badehauben-Duscher im Bad und Weichei zum Frühstück: „Schmeiß ihn raus!“. Es gibt Kindheitserinnerungen in „Damals wollt ich“ und sogar volkstümliche Musik, obwohl Udo die hasste. Doch bei „Humtata Täterä“ wies Michael von Zalejski das Publikum darauf hin, dass es eine Soll-Klatschstelle gebe, bei der man klatschen müsse und dürfe ohne sich zu schämen, da man es aus satirischen Gründe mache. Auch die menschlichen Laster wurden an diesem Abend angesprochen und mit „Es lebe das Laster“ besungen. Besungen wurde auch eine 82-jährige Dame im Publikum, die an diesem Abend Geburtstag hatte und dafür ein „Das ist dein Tag“ als musikalisches Geschenk des Künstlers bekam.

Michael von Zalejski, Jahrgang 1978, kam bereits als Kind in Kontakt mit der Musik von Udo Jürgens, die ihn fortan begleitete und letztlich sehr prägend war für seine weitere berufliche Laufbahn. Er erhielt ab dem Alter von sechs Jahren Klavierunterricht, nachdem er bereits vorher Lieder von Udo Jürgens autodidaktisch nachspielte. Seit 2013 präsentiert von Zalejski Lieder von Udo Jürgens nur am Klavier – ohne Playback oder Einspielungen – und kommt dabei seinem musikalischen Vorbild erstaunlich nahe. Und am Schluss kam er zwar nicht mit weißem Bademantel auf die Bühne, aber das „Ich war noch niemals in New York“ schenkte er den Gästen zum Abschied, die mit in das Lied einstimmten.

Vera Marzinski

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