Rockabilly im Burghaus

Polkadots auf dem Rock, bunte Bänder im Haar – einige Damen kamen zum Konzert des „Adriano Batolba Trio“ perfekt gestilt ins Burghaus Bielstein. Und die Band zeigte, wie eine Rockabilly-Truppe das Haus rocken kann.

Adriano Batolba Trio im Burghaus Bielstein - Foto: Christian Melzer
Adriano Batolba Trio im Burghaus Bielstein – Foto: Christian Melzer

Adriano Batolba spielte nicht nur mit „Dick Brave and the Backbeats“, sondern war Gründungsmitglied und trat mit bei Rock am Ring auf, tourte mit Peter Kraus und zur Rockabilly-Version von „Satellite“ – Lena Meyer-Landruts Lied beim Eurovision Song Contest 2011 – unterstützte er die Sängerin musikalisch. Mit seinem 13-Mann starken „Adriano BaTolba Orchestra“ liefert er einen Power-Rockabilly-Bigband-Sound. Aber auch in kleinerer Besetzung als „Adriano Batolba Trio“ weiß der Ausnahme-Gitarrist zu überzeugen – so auch im Burghaus Bielstein vor begeistertem Publikum. Drummer Martell Beigang und Bassist Falko Burkert heizten gemeinsam mit Adriano den Zuhörern ordentlich ein und sorgten für ein furioses Rock’n’Roll-Feuerwerk. Schon beim ersten Stück fetzte ein Rock’n Roll in die Gehörgänge der Gäste. Aber sie konnten auch leise – mit der schönen Ballade „One minute to one“. Denn „Auch Rock’n Roller haben ein Herz“, betonte Adriano Batolba. Bei „You are my sunshine“ oder auch „All I can do is cry“ beschäftigt sich der Inhalt mit Frauen – aber nicht immer im positive Sinne, denn bei letzterem geht es um das Eigenmitleid, wenn sie einer Frau das Herz gebrochen haben. „Eben Macho mäßig“, kam da mit einem Augenzwinkern von den Musikern.

Stadionfeeling erzeugten sie mit „Seven Nation Army“ von den White Stipes. Auch wenn sich die Burghausgäste nicht als Stadiongänger outeten groovten sie mit. Popularität erlangte der Song insbesondere durch europäische Fußballfans, die die Melodie mit eigenen Texten versehen nachsingen. Von einem Auftritt im ZDF-Morgenmagazin erzählte der Bandleader, der gemeinsam mit seinen Bandkollegen als „Nicht-Frühaufsteher“ schon um 5 Uhr morgens im Studio sein musste. Da machten sie einfach die Nacht durch und präsentierten ihr „Jean, Jean, Jeannie“. Im Burghaus am Donnerstag dann sicher etwas wacher als damals. Zum Mitschnippen und Mitklatschen hatten sie einiges dabei – von einer speziellen Rock’n Roll-Version von „Every breath you take“ bis Buddy Hollys 1957 veröffentlichten „Oh boy“. Mit viel Rockabilly verwandelten sie den Saal so in einen kleinen Hexenkessel.

Vera Marzinski

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Die Knaller-Frau „La Signora“

Mit „Meine besten Knaller“ begeisterte La Signora Carmela de Feo gleich zwei Mal im Burghaus Bielstein das Publikum. „Sie werden Tränen lachen“, versprach Kulturkreis-Geschäftsführer Hans-Joachim Klein – er hatte Recht.

La Signora Carmela de Feo im Burghaus Bielstein - Foto: Vera Marzinski
La Signora Carmela de Feo im Burghaus Bielstein – Foto: Vera Marzinski

Sie hat es einfach drauf mit ihrer Art und ihrer Bühnenshow. Vor allem die Tanzeinlagen sind der Knaller. Da hüpft und springt sie und hat sichtlich Spaß dabei. Das Publikum auch. Und das Publikum kommt auch nicht ungeschoren davon. Selber schuld, wer sich in die erste Reihe setzt bei „La Signora“. Aber auch aus den hinteren Reihen sprach sie immer wieder Gäste direkt an. „Sie brauchen gar nicht auf den Boden gucken, damit ich sie nicht sehe – ich sehe sie doch“, musste sich eine Dame anhören.

Dass sie im Kulturkreis-Abo mit Klassik und alten Traum-Typen ist, konnte sie verschmerzen. „Ihr habt doch alle von meinem Charme gehört und wolltet mich sehen – gut da bin ich!“. Doch gleich zwei Mal unterm Dachboden im Burghaus, da fühle sie sich wie eine Ratte und müsse da doch mal direkt in ihre Depression gehen. Das Mitleid der Gäste war ihr zu wenig – da musste sie doch mal laut werden und mehr einfordern, bevor sie wieder beschwingt über die Bühne hüpfte. Sie sei eine Tourette-Tänzerin – die Einzige weltweitl. „Merkt ihr wat – Tanzen ist mein Ding“, verriet sie. Den Bachelor in Tango und das Cheerleader-Diplom habe sie auch und sie könne alleine Formationstänze aufführen. Das bewies sie gleich mal bei einem Irish-Folk-Steptanz. „La Signora“ hat es einfach drauf. Sie ist anrüchig, schlüpfrig, bösartig, verrückt – und vor allem komisch. Gerne auch auf Kosten anderer – so verschonte sie auch nicht den „Jungsspund“ am Mischpult.

„Man nennt mich La Signora und ich bin eine Frrrauu.“ Mit diesem Satz hat sich Carmela de Feo selbst ein Comedy-Denkmal gesetzt. Mit Hirn, Charme und Schnauze setzt sie neue Akzente in der deutschen Humorlandschaft. Und in Bielstein zelebrierte sie wieder bunte Abende mit charmanten und direkten Art. Das Geheimnis ihres Sexappeals sei ihr Akkordeon verriet sie – und das beherrscht sie brillant. Dem Publikum erzählt sie dann auch noch die Geschichte des Akkordeon-Stammbaums. Der ginge zurück bis zu Noah, dem Schutzheiligen der Messis – sammelte er doch auch alles. Und er spielte Akkordeon. Sie ist ein Multitalent und hat immer gute Ratschläge parat. Auch zur Partnerfindung. Da käme es auf den Duft, den „il gusto penetranto“, an. Allerdings „Wenn wir einen Mann mit unserem Duft verführen wollen, sollten wir nicht besser nach Motoröl riechen?“. Sie weiß, wie es geht, die kühle Femme fatale mit herbem Charme und den schrillen Tönen ihres irren Lachens. Darstellerisch und tänzerisch überzeugt sie mit einer enormen Bühnenpräsenz und setzt die Choreografien effektiv ein. Einen Abend mit dieser Frau vergisst man nicht so schnell.

Vera Marzinski

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Gelungene 80er-Jahre-Party in der Bielsteiner Aula

400 Fans der 80er-Jahre-Musik wurden am 28. Dezember in der Bielsteiner Aula mit einer dreistündige Show in die 80er-Jahre zurückversetzt.


Party in Bielstein. Fotos: Alfred Krauss

Die Band „80s Alive“ aus Kassel ist die einzige Band, die nicht nur den Sound der 80er-Jahre mit Covers von Madonna, Nena oder Michael Jackson an diesem Abend zum besten gab, sie sahen mit ihrem Outfit dabei auch genau so aus.


„Der 28. Dezember wurde extra als Termin für die Veranstaltung gewählt um zwischen den Tagen etwas unternehmen zu können, raus aus dem Kling-Glöckchen-Feeling zu kommeen, um Party zu machen, das war die Idee“, so Veranstalter Christian Kahl vom Haus Kranenberg.

DJ Hinz und Kunz aus Marienheide heizte den Fans zwei Stunden mit den Hits der 80er ein, bis dann um 19 Uhr die Band „80s Alive“ die Bühne betrat und drei Stunden lang musikalisch und optisch die Zuschauer in das Jahr 1980 zurück führte.

In der Pause wurde das beste 80er-Kostüm prämiert mit leckerem Zunft Kölsch. Bis 1 Uhr nachts wurde getanzt und die 80er gefeiert. Am Ende waren alle glücklich über eine tolle und bunte Party zwischen den Tagen und Christian Kahl meinte: „Es wird nicht die letzte Party gewesen sein.“

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„The Cashbags“ vermittelten Country-Feeling

Country- bzw. Johnny-Cash-Feeling im Burghaus Bielstein. Trotz Unwetterwarnungen wagten sich viele Gäste zur ersten Veranstaltung des Frühjahr-2017-Programms des Kulturkreises Wiehl am zweiten Januar-Donnerstag ins Burghaus.

The Cashbags im Burghaus Bielstein - Foto: Vera Marzinski
The Cashbags im Burghaus Bielstein – Foto: Vera Marzinski

Und „The Cashbags“ widmeten Johnny Cash (1932-2003), einem der erfolg- und einflussreichsten US-Countrysänger, dort ein mitreißendes Konzert. Die Revivalband um US-Frontmann Robert Tyson, der die markante Bassbaritonstimme Cashs hat, präsentierte bekannte und weniger bekannte Werke des „Man in Black“ und der Tennessee-Three und nahm die Gäste mit auf eine Zeitreise in die kultigen 1950er und 1960er Jahre.

Mit Westerngitarre, Telecaster, Schlagzeug und Kontrabass – und Tysons authentisch klingenden Stimme – präsentierten sie eine tolle Countryshow. „The Cashbags“, das sind Robert Tyson als Johnny Cash, Valeska Kunath als June Carter sowie „Carl Perkins“, alias Stephan Ckoehler, der zugleich in der Band die Telecaster spielte und auch Bob Dylan auf die Bühne brachte. Für den perfekten Rhythmus sorgten Brenny Brenner am Kontrabass und Tobias Fuchs am Schlagzeug. Der US-Amerikaner Robert Tyson in der Rolle des Johnny Cash, sang total entspannt und locker – sehr schön die Balladen „Delias Gone“ und „Thirteen“, bei denen er Solo auf der Bühne stand. Als „The Tennessee Three“ übernahmen Brenny Brenner und Tobias Fuchs die Rolle der Begleitband von Johnny Cash, die rund 40 Jahre mit ihm aufspielte. Zwischen den Songs gab Robert Tyson kleine Stories zum Besten aus dem Leben von Johnny Cash. Zudem beeindruckte er bei Duetten mit seiner „June“ Valeska Kunath. Beide hervorragend aufeinander eingestellt und sich nicht nur stimmlich herrlich ergänzend. „June“ spielte zu „Orange Blossom Special“ die Autoharp – ein der Zither ähnliches Musikinstrument, das seit dem späten 19. Jahrhundert vorwiegend in den USA in der Bluegrass-, Folk- und Country-Musik verwendet wird. Auch die Blues-Harp – Mundharmonika – kam zum Einsatz. Brillant gespielt von Robert „Johnny“ Tyson zu „Folsom Prison Blues“.

Es ging Querbeet durch die Musik von Johnny Cash. „I Still Miss Someone“, „Man In Black“, ein Medley mit „Daddy Sang Bass“ und „In The Old Cotton Fields“ und auch „Time’s A Wastin'“ waren dabei. Und natürlich Cashs bekanntester Hit – der 1963 aufgenommene Song „Ring Of Fire“. Das Stück war sein größter Erfolg in den Country-Charts und wurde zu einem der populärsten Titel des Genres. Neben „I Walk The Line“ entwickelte sich „Ring Of Fire“ zu Cashs Erkennungsmelodie. Der Song belegt in der Liste der 500 besten Songs aller Zeiten des Magazins Rolling Stone Platz 87 und wurde von CMT auf Platz 4 der 100 Greatest Songs in Country Music gewählt. Im Laufe seiner 40-jährigen Karriere hat die Countrylegende Johnny Cash (1932 – 2003) zahlreiche, mehrfach mit Platin ausgezeichnete, Alben veröffentlicht und unzählige Awards gewonnen – darunter siebzehn Grammy Awards sowie einen Grammy für sein Lebenswerk. Seinen Sound bringt „The Cashbag““wieder auf die Bühne. Der „Man in Black“ wäre verdammt stolz auf die Band gewesen!

Vera Marzinski

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Ein Weihnachtsmarkt-Juwel mit vielen Gästen

Weihnachtlich rund um das historische Burghaus in Bielstein präsentierte sich der Bielsteiner Weihnachtsmarkt zum neunten Mal. Traditionell zum vierten Advent und am Tag davor versetzte er in die richtige Stimmung für die nahenden Festtage.


Foto: Christian Melzer

Bürgermeister Ulrich Stücker hatte zur Eröffnung am Samstag um 14:30 Uhr gar nicht mit so vielen Menschen gerechnet – aber schon da fanden viele den Weg nach Bielstein. Das spreche für die Qualität des Weihnachtsmarktes, betonte Stücker. Mittlerweile habe er sich zu einem Juwel der oberbergischen Weihnachtsmärkte entwickelt. „Die Menschen strömen nach Bielstein“ – und für die Attraktivität des Wiehler Stadtteils tragen auch noch weitere Ortsentwicklungen bei.

Beim Weihnachtsmarkt boten über 50 kleine Holzhütten wieder eine Auswahl an schönen Dingen – Krippen, Baumschmuck, Töpferschalen oder auch kleine kuschelige Teddybären. Kulinarisch war für jeden etwas dabei. Ob Langos, Baumstriezel, Pizza, Reibekuchen mit Apfelmus und natürlich die Helmerscher Hefeplätzchen der Dorfgemeinschaft Helmerhausen. Die organisierte gemeinsam mit dem Heimatverein Bielstein den Markt zum vierten Advent. Auch die Getränkeauswahl konnte sich sehen lassen – weißer Glühwein, Eierpunsch, Feuerzangenbowle oder der im Feuertopf erwärmte Winzerglühwein. An den Feuertonnen konnten sich die Gäste nicht nur wärmen. Die aus ausrangierten Blechfässern, Milchkannen und Gasflaschen gefertigten Tonnen sind ein schöner Blickfang und gleichzeitig eine besondere Art des Recyclings und machen sich gut im eigenen Garten. Schön auch die kunstvoll gestalteten Lichterbögen mit dem Motiv der Bielsteiner Burg als Laubsägearbeit in der Mitte. In diesem Jahr konnte zudem hier wieder die Weihnachtspost mit einem Sonderstempel versehen werden. Warme Felle oder Schafswoll-Einlagen gab es und auch Tee und Pralinen zum Probieren und Verschenken. Zum Weihnachtsmarkt gehören auch heiße Maronen und in Bielstein kommen Besucher auch, um ihren Räucherfisch mitzunehmen. Und bei all den vielen Angeboten bietet der Bielsteiner Weihnachtsmarkt noch mehr Besonderheiten, so die musikalische Vielfalt des Bühnenprogramms. Diesmal sogar eine Delegation der Musikschule der Partnerstadt Hem/Frankreich unter der Leitung von Patrick Salmon. Die Siebenbürger Trachtenkapelle aus Gummersbach hatte das Programm eröffnet. Am Samstagabend sorgte der „Nachtexpress“ unter Leitung von Matthias Bauer für die richtige Stimmung zum Schwofen auf dem Burghausplatz und am Sonntag erklangen weihnachtliche Gospelstücke vom Gospelchor der Ev. Kirche Wiehl, kölsche Kränsje von „MirZweiDieZwei“, klassischer Klang und moderner Bläsersound von „Legato“ und den Abschluss gestaltete ganz besinnlich der „Posaunenchor Mühlen-Drabenderhöhe“.

Wieder ein rundum gelungener Weihnachtsmarkt in Bielstein, der sich immer mehr rumspricht. Die Atmosphäre und die Stimmung sind einfach toll. Nächstes Jahr findet der Weihnachtsmarkt natürlich wieder statt – dann aber am dritten Adventswochenende am 16. und 17. Dezember 2017.

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Weihnachtliche Zucchini Sistaz

In tannengrünen Kleidern im Stil der Swing-Ära, rotem Fascinator in Form eines Weihnachtssterns, der im zweiten Teil mit einer tannengrünen Nikolausmütze ergänzt wird, sind die drei Damen gleich eine Augenweide.

Und der Ohrenschmaus kommt sofort hinterher, denn die „Zucchini Sistaz“ sind musikalisch perfekt ausgebildet – und das hörten die Gäste im Burghaus Bielstein schon mit dem ersten Ton. Zum Jahresende und zur letzten Veranstaltung des Herbst-Burghaus-Programms in Bielstein ließen sie die Glocken – Sinje Schnittker hatte sogar ein kunterbuntes Glockenspiel dabei – süß erklingen und bescherten Weihnachtslieder aus aller Herren Länder.

Mit ihrem dreistimmigen Satzgesang und der extravaganten Idee „sich selber eine Band zu sein“ jonglieren die drei musikalischen Schwestern glamourös wie kess mit Instrumenten, Wörtern und der gesamten Popularmusikgeschichte. „Wir wohnen in Münster in einem dreistöckigen, grün angestrichenen Haus – unserer Zuccini-Zentrale“, verrät Jule Balandat. Die singende Kontrabassistin führt hin- und mitreißend durch das Programm. Die waschechte Fränkin Tina Werzinger ist verbal als selbige nicht zu enttarnen, lernte klassische Gitarre und studierte schlagfertige Kommunikation, die sie auch gerne an diesem Abend einsetzte. Brillant das Trompeten- und Posaunenspiel von Sinje Schnittker – die allerdings einen ganzen Adventskalender voll Musikinstrumente dabei hatte. Ob Mini-Akkordeon, Lyra oder andere klangvolle Instrumente. Geboren in Braunschweig und aufgewachsen in den Big Bands der Republik sorgt „Schnittchen Schnittker“ für die besonderen Klangfarben eines jeden Liedes.

Gemüsikalische Unterhaltungskunst nennen sie ihre Musik. Dreistimmig singend mit Netzstrümpfen und falschen Wimpern katapultieren sie das Publikum in die goldene Swing-Ära. Sehr kokett und natürlich immer mit viel Swing. Da lassen sie die Gäste auch gerne als Hupen-Ersatz zu einem lauten „Möp Möp“ hinreißen. Und auch im weiteren Verlauf des Abends kommt es zu vielen Lachern – beispielsweise beim Tierkonzert, denn der ganze Saal unterm Dach im Burghaus sollte die Tiere in Betlehems Stall ersetzten. Optisch hätten sie eigens für das entsprechende Lied dazu diese Räumlichkeit mit den schönen Balken unterm Dach gewählt, erklärt Jule Balandat verschmitzt. Ochs, Esel und eine große Schar an Schafen sind zu hören. Tierisch wird es auch, als Balandat von ihrem Haustier erzählt: dem Schweinehund. Der möchte sie schon vom Verzehr eines einzigen Weihnachtsplätzchens abhalten – und dann muss doch die ganze Packung dran glauben.

Und wer kennt sie nicht, die Weihnachtsmaus. Zu deren Lied werden Mandarinen verteilt. „Stille Nacht, heilige Nacht“, „Jingle bells“, „Oh Tannenbaum“ und ein „Sly ride“ als „Schlittenfahrt“ sind auch mit im musikalischen Gepäck des Trios. Selbst Geschenkvorschläge haben sie dabei – zum einen im Lied „Diamonds are a girls best friend“ und in Form eines Zuccini-Sistaz-Kalenders mit tollen Fotos der drei Damen. Aber es gibt auch eine musikalische Gebrauchsanleitung für Männer, die gerne eine der „Zuccini Sistaz“ näher kennenlernen möchten. So bescherten sie dem Burghaus Publikum ihre vorweihnachtliche gemüsikalische Unterhaltungskunst mit Swing, Gypsy Swing und Boogie Woogie vom Feinsten – und ihren Musikinstrumenten zudem noch ein vorweihnachtliches Outfit. Gitarre, Kontrabass und Trompete mit roter Norwegermuster-Strickverhüllung.

Vera Marzinski

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Besinnliches und witziges „op Kölsch“

Besinnlich und heiter gestalteten „Medden us dem levve“ wiedermal gleich zwei Abende im Burghaus Bielstein. Vor zwei Jahren waren sie mit dem Programm „De schönste Kääze strohlen em Advent“ in Bielstein im ausverkauftem Haus.


Foto: Vera Marzinski

Elfie Steikmann eröffnete den bunten Reigen und erzählte über „de Famillich, Pänz, Zick, e jot Boch, schön Musik un en wärm Wonnung em Winter“. Sie gehört zu den festen Größen in der Kölner-Mundart-Szene und schildert mit einem guten Gespür für Pointen Begebenheiten aus dem kölschen Alltag und der kölschen Mentalität. „Immer ess jet“, heißt ihr neustes Buch, aus dem sie so manches Verzällcher vortrug. Kölsch ging es weiter mit „Medden us dem Levve“ – Leeder, Sketsche un Verzällcher in Kölscher Mundart brachten außerdem Wolfgang Nagel, Jörg Weber, Mariam Weber, Dirk Schnelle, Andreas Münzel und Horst Weber auf die Bühne.

„Wann der Nikolaus kütt“ erzählte von der Sehnsucht nach dem Schnee – und Wolfgang Nagel meinte, es rieche schon nach den weißen Flocken. Jörg Weber zelebrierte ein besonderes „White christmas“ auf der Mandoline mit Einlagen diverser anderer Weihnachtslieder. Auch Hausmusik mit Blockflöten und Triangel brachten sie auf die Bielsteiner Bühne. Einen schönen Blues gab es bei „Grad us“ mit Blick auf die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr. „Medden us dem levve“ war als „Spaßprojekt“ gedacht und entwickelte sich auf den verschiedensten Kleinkunstbühnen in Köln und Umgebung als Renner. Die Mischung aus Kölner Mundart, verpackt mit eigener Musik und viel Situationskomik hat sein Publikum gefunden. Und das seit mittlerweile zehn Jahren. Kölsche Lebensart mit viel Satire und Komik, das ist „Medden us dem Levve – Kölsches Kabarett“. So auch die Erzählungen von Opa Horst über Weihnachten wie es früher war. Mit „Mir han alwidder Adventszick“ begann sein Rückblick. „Vorm Nikolaus ware mer de bravste Pänz van de Welt“ – aber ansonsten gab es Klingelmännchen und so manch andere Streiche. Gebannt hörten die Gäste im Burghaus zu, als er vom Glöckchen, dem Christkind und von seinem ersten „Fahrrädchen“ erzählte. Und vom Heringssalat mit Röggelchen.

Jörg Weber ist studierter Musiker und verzauberte auf seiner Gitarre, Mandoline und mit seiner Stimme das Publikum – am 22. Februar 2017 ist er mit seinem Trio wieder im Burghaus Bielstein. Mariam Weber spielt nicht nur Gitarre, Banjo und Cajon – sie singt auch in Kölscher Mundart und das ohne jeglichen fremdsprachigen Akzent – die in Tiflis/Georgien geborene Musikerin, ist ein gutes Beispiel dafür, dass Musik keine Grenzen kennt. Als Bassist und Sänger ist Dirk Schnelle im Ensemble von „Medden us dem levve“. Keyboarder Andreas Münzel mag und macht handgemachte Musik aus Köln, die kölschen Texte mit spitzer Feder geschrieben, das alles ohne großes Brimborium und mit wenig technischem Aufwand auf die Bühne gebracht. Horst Weber Humorist, Komiker und Musiker der es immer wieder versteht, mit seiner ganz speziellen Art, die Menschen zum Lachen zu bringen. Wenn er das Lied „Dä letzte Wage ess immer ne Kombi“ zum besten gibt, ist das Publikum jedes Mal hin und weg von so viel Situationskomik in Liedform. Elli Steickmann schildert Begebenheiten kölschen Alltags und kölscher Mentalität. Vieles von dem was sie beschreibt, hat sie selbst erlebt. So wie ein Krippenspiel, das der junge Herbergsvater-Darsteller dann mal kurzfristig mitten im Stück umtextet. Krippenspiel hat Tradition, aber auch das, wovon Wolfgang Nagel erzählt. So der traditionelle Satz seines Vaters „So ne schöne Boom hadden mir noch nie“ nachdem er ihn geschmückt hatte und sich dabei zu jeder Kugel ein Weinbrand genehmigte. „Medden us dem levve“ präsentiere ein Programm mit Situationskomik, Textbeiträgen, Musik und einer Menge Spaß. Und das alles in Kölscher Mundart und auch noch weihnachtlich.

Vera Marzinski

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Albie Donnelly und seine Supercharge mit viel Power

Eine Party-Band der Extraklasse, angeführt von einer der besten Bläser-Sektion Europas um den charismatischen Ausnahmesaxophonisten, Frontmann und Sänger Albie Donnelly gastierte im Burghaus Bielstein.


Foto: Vera Marzinski

Donnellys Saxophonspiel liefert „Soulpower pur“ und das musikalische Feuerwerk aus Liverpool hat zudem noch eine grandiose Band um sich geschart. Direkt neben dem Frontmann: Jürgen „Big Jay“ Wieching mit Tenor- und Bariton-Saxophon. An der Posaune Thorsten Heitzmann und an der Hammond Orgel Sascha Kühn. Die Rhythmus-Sektion bilden Drummer Uwe Petersen und Bassist Wolfgang „Bolle“ Diekmann. Solo-Gitarrist Roy Herington ist ein Meister an der Fender-E-Gitarre und spielt diese auch schon mal mit den Zähnen.

Gemeinsam sorgten sie im Burghaus für viel Rhythm’n’Blues, Swing und Good Times Rock’n’Roll. Die Stimme des Frontmanns der siebenköpfigen Profi-Truppe ist zudem geprägt von britischem Rhythm and Blues. Der in Liverpool geborene Saxofonist, Leadsänger und Bandleader Albie Donelly startete seine Karriere als Studiomusiker in London bei Produktionen mit Bob Geldof, The Boomtown Rats, Graham Parker und anderen. Seit dem ist der Musiker mit dem Rauschebart nicht mehr aus den Clubs, Studios und großen Bühnen wegzudenken. „Albi Donnelly’s Supercharge“ spielen auf großen Jazz und Bluesfestivals in Europa oder auch mal in Clubs wie der „Unterfahrt“ in München – und in Bielstein. Auch bei den Wiehler Jazztagen zeigten sie ihr Können. Nach 40 Jahren „on the road“ ist die Formation mit dem britischen Chef alles andere als eine Rentnercombo.

„Six very romantic man“ befänden sich auf der Bühne, verriet Donnelly. Nur der Schlagzeuger sei noch zu haben. Deshalb kam dann auch ein „Ladies night – oh what a night“ sowie „Buona Sera Signorina – kiss me good night“. Die traditionsbewusste Gute-Laune-Band spielte viele Stücke von ihrer „Live & Loaded“ CD. So „Gangster of Love“, den „Boogie Woogie King“ oder „Hoochie Googhie Man“. Das Publikum war begeistert. Und Albie Donelly – Mr. Supercharge – ist auch mit fast 70 Jahren noch die Coolness in Person. Mit den bewährten Attributen Vollbart, dunkel-getönter Brille und polierter Glatze ist er am Tenor-Saxophon eine Sensation. Fette Arrangements boten „Supercharge“ mit einem kompakten Sound und Bläsereinsätzen auf den Punkt. Es sind nun mal Vollprofis mit viel Spaß an der Musik. Und das springt auch aufs Publikum über.

Vera Marzinski

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Hallenhandball-Kreispokalrunde um den Zunft-Kölsch-Pokal 2016: Siegerehrung im Braustübchen der Erzquell-Brauerei Bielstein

Zum achtzehnten Mal wurde 2016 die Hallenhandball-Kreispokalrunde der Herren um den Zunft-Kölsch-Pokal ausgespielt.


Foto: Christian Melzer

In enger Zusammenarbeit mit dem Handballkreis Oberberg kämpften die Herren-Mannschaften der oberbergischen Handballvereine um Punkte und attraktive Preisgelder. Dabei ist die Grundidee dieses Zunft-Kölsch-Pokales, die Jugendarbeit in den heimischen Vereinen zu fördern. So spielen und gewinnen die Herren im Wesentlichen für die Jugendarbeit ihres Vereins. Da gemäß der Ausschreibung 75 % der zu gewinnenden Preisgelder in die Jugendkasse des jeweiligen Vereins fließen müssen.

In diesem Jahr beteiligten sich 22 Herrenmannschaften aus dem Oberbergischen am Wettbewerb um den Zunft-Kölsch-Pokal und spielten von September 2015 bis zum Finale am 1. Mai 2016, erstmals in der Eugen-Haas-Sporthalle in Gummersbach, die Pokalrunde aus.

Zur Erinnerung noch einmal die Ergebnisse der Endspiele am Finaltag, der in diesem Jahr durch den TV Strombach hervorragend ausgerichtet wurde:

Endspiel Herren (HVM) SSV Nümbrecht 1 : CVJM Oberwiehl 1 31 : 28
Endspiel Herren (HKO) TV Oberbantenberg : TV Niederseßmar 34 : 23
Endspiel Damen SSV Nümbrecht 1 : TV Strombach 1 34 : 32 (n.V.)
Endspiel Junioren CVJM Oberwiehl : TV Strombach 27 : 26
Endspiel Juniorinnen SSV Nümbrecht : TV Strombach 36 : 22

293 Tore fielen in den fünf Endspielen. Drei Titel sicherte sich der SSV Nümbrecht. Der „Oberbergische Handballgipfel“ bot in diesem Jahr, wieder vor einer Rekordkulisse von über 700 Zuschauern, beste Unterhaltung. Das Finale des laufenden Wettbewerbs wird ebenfalls wieder als „traditionelles Mai-Event“ am 1. Mai 2017 stattfinden.

Im Braustübchen der Erzquell-Brauerei Bielstein wurden dann am Mittwochabend, 23.11.2016 bei einem zünftigen Schluck und Deftigem vom Buffet die Sieger 2016 geehrt:

Der Vorsitzende des Handballkreises Oberberg, Udo Kolpe und der Spielwart Karl-Walter Marx sowie Dr. Axel Haas, Chef der Erzquell Brauerei, überreichten hier den Zunft-Kölsch-Pokal, den 750-EURO-Siegerscheck und einen Gutschein über 100 Liter Zunft-Kölsch an die 1. Herren-Mannschaft des SSV Nümbrecht. Die zweitplazierte Mannschaft des CVJM Oberwiehl konnte sich über ein Preisgeld von 500,00 EUR0 und 50 Liter Zunft-Kölsch freuen und die Drittplazierten, der TV Oberbantenberg (die Sieger des HKO- Finales) nahmen 250,00 EURO und 30 Liter Zunft-Kölsch für ihre Leistung und die Jugendarbeit ihres Vereins mit nach Hause.

Fast schon „Traditionsgäste“ in Bielstein: die beiden langjährigen Oberbergischen „Südkreis-Rivalen“ SSV Nümbrecht und CVJM Oberwiehl. Diese beiden Teams und der TV Oberbantenberg (HKO-Runde) durften in diesem Jahr das Hallentraining mit dem Braustübchen tauschen.

Ebenfalls eingeladen waren die Schiedsrichtergespanne der Finalspiele, das Kreispokalsieger-Team der Damen des SSV Nümbrecht, der Ehrenvorsitzende des Handballkreises Oberberg Karl-Heinz Lenz, Frauenwartin Christiane Köpplin, die Volksbank Oberberg eG (die Volksbank Oberberg stellte für den Frauen-Kreispokal ein Preisgeld in Höhe von insgesamt 1.250,00 EUR zur Verfügung).

Die Damen wurden zusätzlich von der Erzquell-Brauerei mit Sachpreisen sowie einem Bier-Gutschein bedacht.

Alle beteiligten Mannschaften, der Handballkreis Oberberg und auch die Vertreter der Brauerei waren gemeinsam der Ansicht, dass es ein besonderer Anreiz ist, um diesen Pokal zu spielen, da neben dem Spaß am Handballspiel, insbesondere die Jugendarbeit des jeweiligen Vereins gefördert wird. Die in den letzten Jahren immer wieder gestiegene Zahl der teilnehmenden Mannschaften und Zuschauer beim Pokalwettbewerb, dessen Finaltag in diesem Jahr ausgesprochen unterhaltsam vor einer Rekordkulisse verlief, spricht für sich.

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Historische Musik – erklärt und gespielt

Das „Cicerone Ensemble“ spielt nicht nur einfach historische Musik. Sie eröffnen den Zuhörern die Welt der barocken Musik. Nicht ohne Grund haben sich Thomas Wormitt (Traversflöte), Adrian Cygan (Barockcello), Andreas Gilger (Cembalo) den Namen “ Cicerone“ (ital. Fremdenführer) gegeben.


Fotos: Vera Marzinski

Und auch die entsprechenden Musikinstrumente erklären sie ausführlich. Besonders interessiert waren die Gäste im Burghaus Bielstein nach dem Konzert am Cembalo von Andreas Gilger. Bei diesem Instrument werden die Saiten nicht angeschlagen sondern gezupft und man spiele es anders als das Klavier, denn es habe keine Anschlagsdynamik, erklärte Gilger. Auch das Barockcello weist einen anderen Klang auf, als die heutigen Instrumente, was eng mit dem Barockbogen zusammenhängt. Die zwar modernen Instrumente des „Cicerone Ensemble“ sind nach alten Vorbildern gebaut und die drei Musiker spielten Musik aus der Zeit in der wohl auch das Burghaus gebaut wurde. Angefangen mit der „Sonate d-Moll 3. Buch Nr.2“ für Flöte und Barockcello über Händel und Telemann bis zu Johann Joachim Quantz. Letzterer komponierte nicht nur Flötenmusik, sondern baute auch Flöten. Die von Thomas Wormitt ist ein Nachbau einer Quantz Flöte. Das Original war aus Ebenholz mit Klappen aus Elfenbein – seine ist auch Buchsbaum mit Kunststoff. Sie erzeugt den warmen, „hölzernen“ Klang, der für die Barockmusik perfekt ist.

Zur Zeit des Barock begaben sich viele Komponisten auf Studienreisen. So auch der in Deutschland geborene Georg Friedrich Händel, der nach England ging. Seine „Sonate G-Dur Op. 1 Nr. 5“ fängt jedoch italienisch an und geht dann in ein französisches Bourrée und anschließend in ein Menuett über. Natürlich durfte an diesem Barock-Abend eine Sonate aus der Bachfeder nicht fehlen. Die „Sonate A-Dur Op. 16 Nr. 4“ von Johann Christian Bach trugen die drei Musiker ebenso brillant vor, wie die schon fast moderne Sonate von Johann Helmich Roman. Der sei den meisten nicht bekannt, „aber nach diesem Abend vergessen Sie ihn nicht mehr“, versprach Andreas Gilger.

Die drei Musiker des „Cicerone Ensembles“ nahmen 2014 an der Akademie der Düsseldorfer Hofmusik teil und erreichten das Semifinale des Internationaal Van Wassenaer Concours Utrecht. 2015 wurde das Ensemble beim renommierten Deutschen Musikwettbewerb mit dem Stipendium des DMW ausgezeichnet und für die Spielzeit 2016/17 in die Bundesauswahl Konzerte junger Künstler des deutschen Musikrat aufgenommen. Sie treten mit verschiedenen Programmen gemeinsam auf, so „Wie der Vater so der Sohn…?“ – die Gegenüberstellung von Werken Johann Sebastian Bachs mit denen seiner Söhne, wodurch sie den Übergang von Barock zu Frühklassik nachzeichnen. Oder „Paris“, eine Stadt die wohl das wichtigste musikalische Zentrum Europas zu Beginn des 18. Jahrhunderts war. Und ihr Programm „Grand Tour“ – mit dem sie auch in Bielstein waren – berichtet von bedeutenden Begegnungen, Reiserouten und davon, was es mit dem sogenannten „vermischten Geschmack“ auf sich hat.

Vera Marzinski