Der Fuchs und das Fahrrad

Die Bielsteinerin Maria Ohl ließ sich bei der OASe im Vorlesen schulen. Die Kinder aus dem Johanniter-Kindergarten Bielstein erfahren von ihr nun spannende Geschichten über telefonierende Kater und radelnde Füchse.

„Frau Ohl, ich setz mich schon mal hin“, gibt der kleine Blondschopf bekannt. Mit ihm zusammen lassen sich fünf weitere Kinder auf dem Sofa und dem Teppich nieder. In dem gemütlichen Nebenraum im Johanniter-Kindergarten Bielstein warten sie gespannt auf die neuen Geschichten, die Maria Ohl ihnen nun vorlesen wird.

Die 67-Jährige Seniorin kommt regelmäßig in den Kindergarten. Sie wohnt gleich nebenan und das Vorlesen ist ihre Spezialität. „Ich habe nicht nur meinen Kindern und Enkeln sehr viel vorgelesen, die Kommunikation war außerdem ein wesentlicher Bestandteil meines Berufs“, sagt sie. Maria Ohl ist gelernte Krankenschwester und Fachschwester für Gerontopsychiatrie. „Bei meiner Arbeit war es immer wichtig, auf die Menschen einzugehen und ihnen die Dinge so zu erklären, dass sie sie verstehen.“

Die richtigen Pausen

Jetzt liest sie den Kindern im Bielsteiner Kindergarten die Geschichte von dem kleinen Fuchs vor, der mit seinem Rad den Hügel hinunter saust. „Habt ihr denn auch ein Fahrrad?“ will sie wissen. „Ich hab sogar eins ohne Stützräder und mit drei Gängen“, verkündet eine Sechsjährige.

Ebenso spannend finden die Kinder das Buch über den Kater Mischa, der sich ein Loch in den Bauch freut, weil er nun ein rotes Telefon besitzt. Auch bei der Geschichte vom Kater Nonta, der fünf Geschwister bekommen hat und nicht so recht weiß, wie er das finden soll, sind die Kinder ganz Ohr. „Es ist ein eigenartiges Gefühl. Ein bisschen traurig ist Nonta. Nun hat er die Mama nicht mehr für sich alleine“, liest Maria Ohl vor. Das kennen die kleinen Zuhörer und sie erzählen der Vorleserin von ihren jüngeren Geschwistern.

Bei einem Workshop der OASe (Offene Arbeit für Senioren in Wiehl) hatte Maria Ohl im Frühjahr unter Anleitung eines Schauspielers und Regisseurs das Vorlesen weiter geschult. „Wir lernten, wie wir die Aufmerksamkeit der Zuhörer erhalten, wann wir Pausen machen und wie wir unsere Stimme pflegen.“

Kindergarten-Leiterin Birgit Kleese freut sich über den ehrenamtlichen Einsatz der Nachbarin Maria Ohl: „Das Vorlesen schult bei den Kindern die Konzentration und das Vorstellungsvermögen. Außerdem erweitert es ihren Sprachschatz.“

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