Showtime für die Lachmuskeln mit „Die 3 von der Funkstille“

Ganz was anderes präsentierte der Kulturkreis diesmal auf der Burghaus Bühne in Bielstein. Es gab einen Ex-Showstar aus Las Vegas – Roy Sander. Dazu den Arbeitsamtsachbearbeiter Bert Kortheim und den arbeitslosen russischen Musiker Oleg Pop. Gemeinsam bildeten sie „Die 3 von der Funkstille“. Mit SalonPopComedy bereiteten sie einen kurzweiligen Abend mit dauernden Angriffen auf die Lachmuskulatur des Publikums.


„Die 3 von der Funkstille“ im Bielsteiner Burghaus – Fotos: Alex Hoene

Angestrengt mit viel Gestöhne erzählte Bert von seiner spontanen Idee Weltkarriere zu machen – mit den beiden etwas speziellen Herren, die er auch mit nach Bielstein gebracht hatte. Seine unerträgliche Langsamkeit des Seins und der gelangweilte Stimmklang rissen nicht gerade vom Hocker, aber irgendwie wickelte Bert selbst damit das Publikum in kürzester Zeit um den Finger. Und schon füllten sie zu dritt das Burghaus mit „Love is in the air“.

Die drei wirken durch ihre skurrile Art – jeder für sich und alle drei im speziellen zusammen. Oleg Pop mit Drei-Jahresbart und einem Outfit in beige, Bert Kortheim der enthusiastisch auf dem Schlagzeug spielt, gekleidet im Beamtenlook: lachsfarbenes Hemd und bordeaux-roter Pullunder. Roy Sander sieht man den ehemaligen Las-Vegas-Star sofort an. Die weißen Lederschuhe, das Goldkettchen und die frisch geföhnten Locken – so stellt man sich wohl einen ehemaligen Show-Star vor.

Extra für den Auftritt hatten sie zu dem Stück „ Chansons d’amour“ eine Choreographie einstudiert. Mimik und Gestik auch hier wieder die Lachmuskel-Kitzler. Was das Ohr erreicht und die Augen sehen ergeben im Zusammenspiel eine unbeschreibliche Komik, die das Zwerchfell strapaziert.

Bis zum Schluss war Roy in Düsseldorf und nicht in Wiehl-Bielstein und verkündete „Ich bin ein Tiger“, der wunderschöne Düsseldorfer Mädchen küsst. „Ich brech’ die Herzen der stolzesten Frauen“ behauptete Bert. Soll man ihm das glauben? Auch die Anmoderationen und die Synchron-Übersetzungen hatten es in sich. Roys „I came with my Lamborgini“ wurde zu „Als ich aus dem Bus stieg“. Ihre eigene Kontenance ging sogar zwischenzeitlich verloren, als sich kleine Unwägbarkeiten, wie Lichtausfall ergaben – die eigene nicht einstudierte Komik hatte noch ihren zusätzlichen, besondern Reiz.

„Musikalisch boten die Drei eine äußerst interessante Reise. Selbst Wolfgang Petry Hits hatten so ihren besonderen Reiz. Kreuzberger Nächte wurden zu Las Vegas Nächten mit Akkordeonmusik. Und ein „I’ve been looking for freedom“ kam dann sogar recht anrührend rüber. Sofort gefolgt von einem Slapstick-Stück: „Im Wagen vor mir fährt ein Mädchen“. Schrille Schlager, schöne Fernsehmelodien und zärtliche Lovesongs – ein spezieller Mix, der gut ankam. Bei „Born to be alive“ rockte Roy Sander den Saal mit Hüftschwung- und Spagat-Einlagen. Mit viel „Elan“ überzeugte Oleg Pop anschließend bei „Ring of fire“ mit tiefster Bass-Stimme.

Die Optik von Roy – zum Schluss sogar im Netzhemd – entschädigte doch sehr für die optischen Eindrücke, die Oleg und Bert boten. Aber eigentlich wirken sie gerade in diesem Trio so grandios. Vor allem wenn sie eine neue Version von „Sunshine Reggea“ mit Vader Abrahams „Schlumpfhausen-Lied“ verquicken und sogar als Blockflöten-Trio auftreten. Ein Abend mit viel Showtime und ständigem Angriff auf die Lachmuskulatur.

Vera Marzinski

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