„Vergiftet“ – packender Thriller eines norwegischen Krimiautors

Ist das Buch so spannend oder lag es an der Art und Weise der Lesung von Heikko Deutschmann? Dass der Schauspieler ein hervorragender Vorleser ist, konnten die Gäste im Burghaus Bielstein schon des Öfteren erleben. So grandios wie er aus dem Henning-Juul-Roman „Vergiftet“ von Thomas Enger die Texte vortrug – das ist kaum zu toppen. Eine Spannung, dass die Luft in den alten Gemäuern fast knisterte.


Heikko Deutschmann, Thomas Enger und Anne Bubenzer – Foto: Christian Melzer

Die Story des Krimis ist natürlich auch nicht ohne. Da wird der Onlinereporter Henning Juul von einem verurteilten Mörder angerufen, der vorgibt zu wissen, wer die Schuld am Tod von Hennings sechsjährigem Sohn Jonas trägt. Um dies zu erfahren, muss der Journalist jedoch etwas für diesen Tore Pulli herausfinden. Der meint nämlich, er sitze zu Unrecht im Knast und jemand habe ihm einen Mord untergeschoben.

Schon in seinem ersten Roman „Sterblich“ (2011) hat der norwegische Schriftsteller Thomas Enger seinen Held Henning Juul in einem Osloer Mordfall ermitteln lassen. Der Reporter einer Online-Zeitung nahm es mit kraftstrotzenden Bodybuildern, bulligen Geldeintreibern und Türstehern auf. Gut recherchiert hat der norwegische Schriftsteller, der mit Frau und zwei Kindern in Oslo lebt, für seine Romane, wie er bei der Lesung erzählt. Skandinavische Autoren schreiben oft gesellschaftskritisch. Thomas Enger sagt, dass er keine politische Agenda für seine Romane hat. Sein Ziel sei es, gut zu unterhalten. Das gelingt ihm, was auch der international sensationelle Erfolg zeigt.

Anne Bubenzer, studierte Skandinavistik, Anglistik, Germanistik und verbrachte zwei Gastsemester in Oslo. Nicht nur zum Roman und seinen Plänen befragte die in Siegen lebende Lektorin, Übersetzerin, Autorin und Moderatorin den sympathischen Norweger. In seinem ersten Buch kam auch einiges über die Scharia (das islamistische Rechtssystem) vor. So war es nicht erstaunlich, dass er zu den Breivik-Anschlägen 2011 von Presseseite oft befragt wurde. Er war damals gerade im Urlaub und komponierte, zurück in Norwegen, ein Klavierstück um das Geschehen für sich zu verarbeiten. Daran ließ er auch das Bielsteiner Publikum teilhaben und spielte es auf dem Flügel vor der Pause vor. Sehr melancholisch, sehr spannungsgeladen.

Thomas Enger, Jahrgang 1973, studierte Publizistik, Sport und Geschichte und arbeitete in einer Online-Redaktion. Nebenbei war er an verschiedenen Musical-Produktionen beteiligt. Krimis aus dem hohen Norden scheinen Konjunktur zu haben. Zu den berühmten Schweden Henning Mankell und Stieg Larsson hat sich nun auch der junge Norweger Thomas Enger (Jahrgang 1973) gesellt. Mit den ersten beiden Henning-Juul-Romanen hat Enger eine Serie gestartet, die durchaus noch einige Fortsetzungen vertragen kann. Das ist auch so geplant, wie Thomas Enger der Moderatorin Anne Bubenzer – und dem Publikum im Burghaus – verriet. Und bei der Vorstellung der nächsten Folgen: bitte wieder mit Heikko Deutschmann!

Vera Marzinski

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Fotos: Christian Melzer

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