Spannende Journalistenbiographie der Wibke Bruhns

Diesmal kein Krimi im Burghaus Bielstein bei der Literaturveranstaltung. Die Buchhandlung Hansen & Kröger hatte damit ein Jubiläum: bereits 50 Mal kamen Autoren zur Lesung. Diesmal Wibke Bruhns – die politische Journalistin aus Leidenschaft ist eine engagierte Chronistin der deutschen Nachkriegsgeschichte. In Wiehl las Wibke Bruhns aus ihrem Buch „Nachrichtenzeit – meine unfertigen Erinnerungen“.


Wibke Bruhns – Foto: Vera Marzinski

Vor acht Jahren war sie bereits in Wiehl und stellte ihr erstes Buch „Meines Vaters Land“ vor. In diesem Bestseller beschrieb sie die Geschichte ihrer Familie und das Leben ihres Vaters, der 1944 infolge des Attentats auf Hitler hingerichtet wurde. Wibke Bruhns wurde als eines von fünf Kindern des Kaufmanns und Abwehr-Offiziers Hans Georg Klamroth und seiner Frau Else geboren. Die Mutter trat 1949 in den diplomatischen Dienst der Bundesrepublik Deutschland ein, so dass die Tochter in Stockholm, Berlin und London aufwuchs.

1962, mit 24 Jahren, fing sie beim ZDF an und machte schon früh Karriere beim Fernsehen. 1971 dann das Experiment: Nachrichtenfrau. Die erste Zeit als Nachrichtensprecherin brachte ihr sehr interessante Zuschauer-Rückmeldungen. Daran ließ sie auch das Wiehler Publikum teilhaben. Sehr humorvoll las sie vor und erzählte von den Zeiten als die neusten Meldungen aus aller Welt noch ohne Teleprompter über den Bildschirm mitgeteilt wurden. Wegen ihres „roten Engagements“ forderte man schnell, dass sie den Nachrichtenstuhl verlassen müsste.

Aber sie war schon damals sehr souverän und kommentierte dies mit „Den Job zu verlieren und dafür mittendrin zu sein war sowieso keine schwierige Entscheidung“. Sie schilderte die Wahlveranstaltungen 1972 – ein Jahr, in dem es auch sonst turbulent zuging. Politverdrossenheit war ein Fremdwort und die Wahlbeteiligung grandios. „Politik hat damals richtig Spaß gemacht“, sagt sie mit leuchtenden Augen.

„Der Bundeskanzler isst keine Kartoffeln“ – das fand eine der Bruhns Töchter über Willy Brandt heraus und belehrte die Mutter darüber. Die war mit einem Porträt über ihn beschäftigt und musste feststellen: „Man kam an die Person nicht ran. Nicht nur ich – niemand.“ Es sei auch nicht wirklich festzustellen gewesen, woran er wirklich interessiert war -„außer dem Zustand der Welt und wie der zu verbessern sei, war nicht zu erfahren.“

Von der hochbrisanten politischen Zeit machte Wibke Bruhns in der Lesung einen Sprung zurück in die 50er Jahre und sagte schmunzelnd zum Publikum: „Das sind Sachen, an die sie sich auch erinnern“. Sie selbst hätte damals nie gedacht, dass es ihr gelingen würde Journalistin zu werden und dadurch viel von der Welt sehen zu können. Als „Stern“-Korrespondentin ging sie nach Israel und in die USA. Ostern in Jerusalem – ein besonderes Erlebnis, an dem sie die Burghaus-Gäste teilhaben ließ. Auch ohne Krimi kann es spannend werden in Bielstein.

Vera Marzinski

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Fotos: Vera Marzinski

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