Wie war das no(ch)rmal fragt de Frau Kühne

Kabarettistin Ingrid Kühne aus Xanten-Lüttingen ist wie ein Komet im Karneval aufgestiegen und tourt nun auch mit einem eigenen Kabarett-Programm. Und „Wie war das no(ch)rmal“ kommt an. Die Bielsteiner Gäste im Burghaus waren am 2. März 2017 sofort begeistert von der Frau, die sich auch gerne mal über sich selbst und ihr Gewicht lustig macht. Sie ist schlagfertig, spontan, begeisternd und ganz nah am Publikum.

„De Frau Kühne“ im Burghaus Bielstein. Fotos: Vera Marzinski
„De Frau Kühne“ im Burghaus Bielstein. Fotos: Vera Marzinski

Ingrid Kühne schildert Alltagsbeobachtungen, die jeder erkennt. Vor allem die Frauen im Saal. Sie weiß: so schlafen Männer, so tanken sie – möglichst ein glatter Betrag wegen des Kleingeldes das im Portemonnaie stört. Ist klar, vor allem wenn man(n) mit Karte bezahlt. Auch als Beifahrer haben Männer so ihre Eigenarten – ihr Mann Ralf und Sohn Sven sind da Paradebeispiele – und kommen nicht immer blendend weg. Auch Ingrids Mutter dient gerne in ihren Ausführungen als Beispiel – die sagt offensichtlich unverblümt das, was sie denkt. Auch zu Ingrids Gewicht. Deshalb gehe sie am liebsten zum Augenarzt – der sage nie was vom Abnehmen. Und „De Frau Kühne“ findet, das bei vielen mittlerweile der BMI wichtiger sei als der IQ, am letzteren könne man ja auch nichts machen, denn „wenn de blöd bist, biste blöd“. Und so zieht sie ihren Köperumfang weiter gerne durch den Kakao, wie mit „Ich stand gestern vorm Spiegel“ – da dachte sie nur “Musste abnehmen“ – also den Spiegel.

Ihre Texte schreibt sie selbst und baut von anderen Erzähltes und selbst Erlebtes ein. So wie die Sache mit dem wegzubringenden Leergut, das mit über 600 Umdrehungen pro Minute durch den Automaten rotiert. Frau Kühne rotiert schneller – insbesondere beim Thema telefonieren. Bei ihrer Schwierigkeiten mit dem Service-Telefon fanden sich wohl so einige Gäste wieder, denn es kam viel bestätigendes Lachen. Der ganze Technik-Rummel betreffe ja nicht nur das Telefon, das man früher keinem brachte, sondern man musste den anderen ans Telefon holen. Und Fotoapparate machten „Ritsch-ratsch-klick“. Da war sie dann schon in alten Erinnerung bei den gestellten Bildern unterm Weihnachtsbaum – jedes Jahr der gleiche Schmuck, aber ihr Vater bekundete jedes Jahr „Dieses Jahr ist der Baum besonders schön“. Oder auch im Urlaub. Wer es ganz luxuriös wollte, der gönnte sich noch einen weiteren 24er-Film. Überhaupt hatte man früher mehr Bezug zur Werbung und kannte Herrn Kaiser, Clementine und Tilli mit den Fingern im Spülmittel. Und wer sammelte nicht die bunten Klebeblumen.

Ingrid Kühne ist eine echte Rampensau. Bei „Blötschkopp und die Rampensäue“ stand sie für den WDR 2014 neben Marc Metzger auf der Bühne. In der eher karnevalslosen Zeit, direkt nach der WM wagte sie sich auf die Bühne des Art-Theaters in Ehrenfeld zur „KGB – Kunst gegen Bares“ und im Winter 2014 beschloss sie ein Solo zu schreiben. 2016 nahm Ingrid Kühne am NRW-Duell teil – und gewann. Und die Zuschauer in Bielstein gewann sie auch schnell für sich. Denen hatte sie auch gleich mal angekündigt „Wir versuchen einen richtig schönen Abend zu machen mit viel Spaß für Euch – ich kenn dat Programm ja schon“. Und so strapazierte die schlagfertige Kabarettistin die Lachmuskeln ihres Publikums und fand fast kein Ende – sehr zum Vergnügen des Publikums.

Vera Marzinski

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