Siebenbürgisch-Sächsische Theatergruppe Wiehl-Bielstein spielte vor ausverkauftem Haus

Die Theateraufführungen der Laienschauspielgruppe Wiehl-Bielstein sind aus dem Kulturprogramm der Kreisgruppe nicht mehr wegzudenken. Am 9. September 2017 fanden sich im Gasthaus „Oberbantenberger Hof“ Gäste nicht nur aus der näheren Umgebung wie Drabenderhöhe und Gummersbach ein, viele Besucher nahmen auch längere Anfahrten gern in Kauf, um einen schönen Theaternachmittag zu verbringen.

Es kamen Besucher aus Bonn, Ennepetal, Mettmann, Leverkusen, Hannover, Nürnberg, Stuttgart, Augsburg und sogar aus Mediasch/Siebenbürgen. Der Besucheransturm war riesig, die räumlichen Kapazitäten waren bis auf den letzten Platz ausgeschöpft. In diesem Jahr fiel die Wahl auf das Mundartstück „Et wor imol en reklich Med“, ein Bauernschwank von Frida Binder-Radler. Sie greift das Thema der Auswanderungswelle der Siebenbürger Sachsen nach Amerika auf. Unter den Heimkehrern ist auch Diz (Hans Bell) und sein Sohn Hans (Harald Zelch). Bald geht das Wetteifern der drei Witwen im Dorf los, die Diz heiraten wollen. Zirr (Inge Kreuder) hatte Diz bereits als Jugendliche gern, Kath (Anneliese Theil) wäscht ihm die Wäsche und Sus (Marianne Weber) mit Haaren auf der Zunge, lassen nichts unversucht, um die Gunst des Auserwählten zu erlangen.

Stef (Daniel Theil) ist der gute Freund des Heimkehrers und hat eine Tochter Hanni. Hanni (Sigrid Schobel), die „reklich Med“, entpuppt sich als das stolze, wählerische Töchterlein, das keinen Burschen an sich heranlässt. Threng, ihre Mutter (Brigitte Opatzki), kämpft entschlossen und leidenschaftlich um das Glück ihrer widerspenstigen Tochter. Tin (Simon Müller) und Misch (Hans Opatzki), als auch Pitz (Heiko Müller), die ehrlich und aufrichtig um Hanni werben, erwecken Mitleid beim Publikum, da sie kalt abgewiesen werden. Nach geglücktem Trick kommt es schließlich doch zum Happy End mit Verlobung und Bauernhochzeit mit Schesserlied vor authentischem Siebenbürgischen Haus.

Einfach und schlicht, aber sehr wirkungsvoll ist das Bühnenbild. Das Brautlied von Sigrid Schobel beeindruckend vorgetragen, erweckt bei so manchen Zuschauern aus dem Saal die Erinnerung an die eigene Hochzeit in Siebenbürgen. Ein Hauch von Wehmut, die Schönheit und auch Traurigkeit im Augenblick des Abschieds von den Eltern und der vertrauten Geborgenheit sind plötzlich zum Greifen nach. Sigrid hat diese emotionale Stimmung überzeugend und ergreifend herübergebracht. Die Jugendtanzgruppe, unter Leitung von Birgit und Horst Kessmann, hat perfekt in das Bühnenbild gepasst und das Ganze durch die beschwingten Tänze und Lieder bereichert und das Publikum sehr erfreut.

Die Darsteller haben sich an vielen Abenden und Nachmittagen in fröhlicher Runde, aber auch mit dem notwendigen Ernst auf die Aufführung vorbereitet. Es war eine intensive und sehr schöne, gemeinsam verbrachte Zeit. Das hat das Publikum gespürt und auch durch viel Applaus gewürdigt. Es war eine rundum gelungene Darbietung und das auch dank der Neutalente Brigitte Opatzki, Sigrid Schobel, Simon Müller, Heiko Müller und Hans Opatzki.

Der Vorstand der Kreisgruppe: „Ein großer Dank geht an Erika Hamlischer, die treibende Kraft der Truppe, die mit ihrer Leidenschaft und Erfahrung allen immer wieder Zuversicht gibt und für das Theaterspielen begeistert. Unterstützt wurde sie von Renate Zelch-Ziegler als Souffleuse und Rudolf Hamlischer, der für Ton und Technik sorgte. Ein Dankeschön geht an alle Helfer/innen, die zum Erfolg dieser Aufführung beigetragen haben. Der große Anklang, den das Stück gefunden hat, ermuntert die Theatergruppe, auch gerne Einladungen über die Grenze unseres Heimatorts hinaus anzunehmen, um auch Landsleuten benachbarter Kreisgruppen, die Gelegenheit zu geben, sich daran zu erfreuen. Wir sprechen vielen Zuschauern aus dem Herzen, wenn wir sagen: Vielen Dank für den schönen Nachmittag.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.