Bert & Roy – it’s showtime

Mit einem schrägen Showtime-Programm strapazierten „Bert & Roy“ die Lachmuskeln der Gäste. Andreas Schleicher mal wieder im Burghaus – neulich noch mit „Mädchen gegen Jungs“ (März 2015) – gab an der Seite von Berufsberater Bert (Serge Corteyn) den gescheiterten Ex-Las-Vegas-Star Roy Sanders.

Roter Pullunder, weiße Gesundheitsschuhe, fettige Haare – und das Publikum tobte, bevor Bert einen Ton gesagt oder gesungen hatte. Das steigerten die Burghausgäste sogar noch, als Roy mit blonder Perücke, Sonnenbrille, pinkfarbenem Hemd und knallenger Hose auf die Bühne stolzierte. Andreas Schleicher ist Roy Sanders, „King of Superparty“ aus Las Vegas, aber auch „der schöne Andrzej“ aus Polen, je nachdem, wo und mit wem er gerade auftritt. So ab 2001 mit dem Trio mit „Die drei von der Funkstille“, der schrägen Dreier-Combo, die ihren improvisierten Salonpopcomedy-Mix präsentierte. Jetzt sind sie als Duo unterwegs – „Bert“ Kortheim, ein Hobbyschlagzeuger und Arbeitsamtsmitarbeiter mit dem von einer Heiratsschwindlerin ausgenommenen Las Vegas Star und Soft-Pornodarsteller Roy Sanders. Kurz „Bert und Roy“. Abgedrehte Musikcomedy vom Feinsten. Kulturkreis-Geschäftsführer Hans-Joachim Klein brachte es in seiner Ankündigung auf den Punkt: „Heute machen wir mal gepflegten Blödsinn“. Hier trifft ehemaliger Glamour auf Sachbearbeiter-Monotonie. Die Vorgeschichte: Roy Sanders (Andreas Schleicher) eroberte von Las Vegas aus die Tanzböden, Kinosäle und Frauen der Welt. Im Arbeitsamt trifft auf Bert Kortheim (Serge Corteyn), Sachbearbeiter, Roy-Sanders-Fan, Hobbyschlagzeuger und ledig. Bert beschließt, eine Band zu gründen. Roy hat keine Wahl. Und schon nimmt das Schicksal seinen Lauf. Ab da hieß es „Bert & Roy – it´s showtime“.

Und mit dieser Showtime eroberten sie Wiehl im Sturm. Auch wenn Roy erst noch meinte, er sei in Düsseldorf. Viele Songs gestalten die beiden Musiker gekonnt um, verpassen ihnen andere Rhythmen und so wurde aus Wolfgang Petrys „Wahnsinn“ ein Bossa-Nova oder das „Lied der Schlümpfe“ zum Reggae. Im Mittelpunkt steht Roy, aber gesanglich stiehlt Bert ihm auch schon mal die Show. Bei beiden kommt alles locker rüber und oft lachen sie selbst über ihre Gags. Bei aller Blödelei stecken hinter „Bert & Roy“ zwei richtig gute Musiker: beide singen grandios und jagen selbst ein „Atemlos durch die Nacht“ auf ihre Weise durch das Programm. Vielseitigkeit ist ein Markenzeichen Schleichers. Er singt deutschen Pop, war Entertainer in „Der Popolski Show“, Vocalcoach bei X-Faktor, schreibt Filmmusik, spielt 120 Konzerte im Jahr. Und komponiert und arrangiert eigene Stücke für so ein Projekt wie „Mädchen gegen Jungs“. Serge Corteyn macht Jazz Poetry Slam. Als „Serge und die Unterwasserwanderer“ singt und spielt er Lieder über den alltäglichen Wahnsinn. Und das auch gerne mit musikalischen Freunden um das Ganze abwechslungsreicher zu machen. Die beiden haben sich in den 1990er-Jahren beim Studium am Conservatorium im niederländischen Arnheim kennengelernt. Als „Bert und Roy“ stellen sie gepflegten Blödsinn mit besonderer musikalischer Note auf die Bühne – wie auch beim Kulturkreisabend in Wiehl.

Vera Marzinski

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Fotos: Vera Marzinski

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