Drei Musiker mit Überraschungen

Mit ihren eigenen Interpretationen berühmter Rock- und Pop-Klassiker überraschten „Wolter & Schruff“ das Publikum am Donnerstagabend im Burghaus Bielstein. Sie covern bekannte Stücke und arrangieren sie ganz neu.

Da musste man schon mal genauer hinhören, wie bei „Viva La Vida“ von Coldplay. Oder auch bei Stings „Fields Of Gold“, das in ein „Gold“ von Spandau Ballet mündete. Jazzpianist Henning Wolter und Sänger Eddie Leo Schruff sind zwei leidenschaftliche Musiker, die seit 2014 einen gemeinsamen musikalischen Weg gehen. In Bielstein hatten sie sich Bernt Laukamp dazu geholt. Der Jazzposaunist spielte bis 2011 bei der WDR Big Band.

Eddie Leo Schruff moderierte durch das Programm und griff sogar zur Posaune. Laukamp verriet: „Er wollte gerne ein paar Stunden bei mir nehmen – es war nur eine einzige nötig“. Schruff übernahm zwar keine Soloparts, aber bei „My Girl“ und auch bei der Zugabe „Wonderwall“ von Oasis griff er zu diesem besonderen Blechblasinstrument, dass er als Dauerleihgabe bekommen hatte. Drei so hochkarätige Musiker improvisieren natürlich auch mal gerne und ernteten viel Beifall vom Publikum. Und sie nahmen bei den kalten Temperaturen, durch die die Gäste bis ins warme Burghaus mussten, musikalisch mit in wärmere Gefilde. Frank Sinatras „Come Fly With Me“ passte da gut.

Sehr passend auch die Bildeinspieler auf der Leinwand am Rand der Bühne. Immer sehr themenorientiert. So sah das Publikum bei der kölschen Version von „Copacabana“, die bei Wolter & Schruff „Opa Kabänes“ heißt, natürlich auch ein Fläschchen von diesem Getränk. Zu den Sinatra-Songs dann viele Bilder von New York. Nicht nur kölsche Mundart floss mit ein. Bayerisch wurde es bei Roger Ciceros „Frauen regieren die Welt“. Eine wirklich spezielle Nummer, zu der es sogar noch einen Schuhplattler gab. Grandios das Stück, dass die beiden bei einer Hochzeit zum Einzug des Bräutigams spielen sollten und nun im Burghaus noch einmal präsentierten: „Nothing Else Matters“. Diese Version des Metallica-Hits war ganz speziell und dadurch, dass es eher wie eine Ballade klang, legte sich der Focus auch sehr auf den Text – auf den man in der Originalversion weniger achtet.

Bernt Laukamp, der ab dem vierten Stück dazu kam, fügte sich nicht nur in das Spiel des Duos ein, sondern übernahm auch zwischendurch Soloparts. Ein besonderes Solo bescherte Henning Wolter den Gästen. „How Insensitive“ von Antonio Carlos Jobim ist ein Bossa-Nova-Jazzstandard, der auf der Prelude No.4 von Frederic Chopin basiert. Nach den vielen musikalischen Überraschungen des Abends gab es zum Schluss noch eine spezielle Version von Robbie Williams „Angels“, die in ein „Hey Jude“ überging und das Publikum – die an diesem Abend zwischenzeitlich auch noch mitsingen und grooven durften – wieder in die eisige Nacht entließ.

Vera Marzinski

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Fotos: Vera Marzinski

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