Butzko – der Kumpel mit Meinung

Ein Abend, bei dem es viel zu lachen geben würde, versprach Hans-Joachim Klein, und das mit dem Kabarettisten HG Butzko, der nicht nur spielen wollte. Er sei sehr anstrengend und nichts für Couchpotatoes, stellte der Gelsenkirchener gleich mal klar. Bei ihm gebe es Moralverkehr auf dem Gedankenstrich mit viel Gehirnjogging. Und es gehe um Meinung und Bildung – also Meinungsbildung.

Ein Mann, ein Stehtisch, eine Meinung! – HG Butzko begeisterte mit seinem Kumpelkabarett. Foto: Vera Marzinski

In Gelsenkirchen habe man einen ganz besonderen Humor – davon gab es erst einmal ein paar Kostproben. Wer mit 20 kein Revolutionär sei, habe kein Herz und mit 40 kein Hirn. Bevor er weiter loslegte machte Butzko zunächst mit den Gästen im Burghaus Bielstein den Altersidentifikationstest – die 19 stehe beim Jahrgang eindeutig vorne, wenn man wüsste wer Udo und Kurt Jürgens waren. Und das man älter werde merke man daran, dass man an der Fleischtheke keine Wurstscheibe bekomme, musste das Publikum erfahren. Das erwartete im Verlauf des Abends ein „Kumpelkabarett“, mit dem Butzko das Zwerchfell ebenso wie den Nerv der Zeit traf. Ein Abend mit ihm, der deftig, echt und der immer mitten ins Schwarze traf.

Der Gelsenkirchener Hirnschrittmacher kennt keine Verwandten und keine Gnade, schont weder die eine, noch die andere Seite, und schon gar nicht sich selbst. Foto: Vera Marzinski

An Corona denke man kaum noch, stellte Butzko fest. Das Problem sei bei Corona nicht die Krankheit, sondern der Umgang miteinander gewesen. Zu diesem Thema hatte er viele Zahlen dabei. Ebenso zu Migration, Klima und anderen Themen. Auch was Übersetzungsprogramme so mit sich bringen. HG Butzko hat einen ganz eigenen Stil entwickelt, den die Presse treffend als „Kumpelkabarett“ oder „Thekengespräch mit Publikum“ bezeichnete. Da kommen Themen querbeet auf den Stehtisch, an den er sich auf der Burghausbühne lehnte. Es gab „Best of Trump seit Amtsantritt“ und dazu die Frage: „Was grenzt eigentlich an Irrsinn?“ – „im Norden Kanada und im Süden Mexiko!“. Wer den Klimawandel Voraus sah wusste er – dass den habe auch Angela Merkel kommen sehen – und: „sie hatte 16 Jahre Zeit was dagegen zu tun“. HG. Butzko ist politischer Kabarettist. In seinen Programmen karikiert er nicht Politikertypen, vielmehr beleuchtet er satirisch-kritisch Mechanismen und Strukturen von Politik. Zwischendurch immer wieder mal was zum Schmunzeln. So wie „Welchen Buchstaben muss man aus dem Wort Schmerz nehmen damit man darüber lachen kann“ sei eine Frau bei einem Straßeninterview gefragt worden. Ihre Antwort: „Sch“.

HG Butzko ist Herzerfrischend und Bewusstseinserheiternd. Wenn der Gelsenkirchener auf der Bühne steht, zu allem und jedem seine ganz spezielle Meinung äußert, und dabei die großen Zusammenhänge so beleuchtet, als würden sie „umme Ecke“ stattfinden, dann gelingt ihm das seltene Kunststück, einem Publikum aus dem Herzen zu sprechen. Als Zugabe kam er als der Künstler „Chris di Motten“ auf die Bühne, der Philosophie in den Abgründen bis Abgrundtief verbreitete und sich Fragen stellte, wie „Muss ich ertrinken, wenn die Luftfeuchtigkeit 100% beträgt“ oder „Wie kommt das Schild „Betreten verboten“ mitten auf die Rasenfläche“. Wer HG Butzko im Burghaus verpasst hat und Termine mit ihm sucht oder mehr zu und über ihn wissen möchte findet das auf www.hgbutzko.de. Beim Kulturkreis Wiehl geht es am 19. Februar 2026 weiter mit „Ich zähle täglich meine Sorgen – Die Schlager sind zurück!“ – Karten unter https://www.kulturkreis-wiehl.de/veranstaltungen/ oder bei Wiehl-Ticket im Rathaus Wiehl unter Telefon: 02262 99285.

Vera Marzinski

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Fotos: Vera Marzinski

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