Für den ersten Abend der Tribute-Trilogie des Kulturkreises Wiehl im Burghaus Bielstein stand die Musik von Bob Dylan auf dem Programm.

Eigentlich war „Mr. Tamourin Man“ eingeplant – als die Band vor zwei Wochen absagte sprang kurzfristig „Dylans Dream“ aus Kassel ein. Und die spielten Bob Dylans Musik vom Feinsten. Zudem erzählte Bandleader Jörg Götzfried zwischendurch immer wieder etwas zu den Stücken und zur Band.

Es sei nicht das Problem „was spielen wir, sondern was spielen wir nicht“, so Götzfried. „Dylan ist was fürs ganze Leben“ und so hatten „Dylan‘s Dream“ viele Stücke von Dylan in petto. Natürlich auch „Dylan’s Dream“ – darin geht es um die Träume, die Dylan in der Jugend hatte. Die jugendliche Sorglosigkeit hätte er gerne wieder zurück. Die Songauswahl der Band streckt sich über einen Zeitraum von über 50 Jahren und bietet neben Klassikern noch etliche andere Songperlen Bob Dylans, welche emotional berühren und eindrucksvoll mitreißen, was nicht zuletzt der charismatischen Stimme des Bandleaders Jörg Götzfried geschuldet ist. So gab es
Rock-Blues-American Country-Folk mit sechs erfahrenen Musikern, die es verstanden das künstlerische Lebenswerk Bob Dylans mit eigener Handschrift und individuellen Interpretationen eindrucksvoll zu präsentieren. „Dylan’s Dream“, das sind neben dem Bandleader Christine Götzfried (Vocals und Percussion), Miko Mikulicz (Violine), Martin Rennicke (Bass), Juri Gretschko (Keyboard) und Rui Reis (Percussion).
„I was so much older when I‘m younger“ heißt es bei „My back pages“, das auf Dylans 1964 erschienenen Album „Another Side of Bob Dylan“ enthalten ist. Es ähnelt stilistisch seinen früheren Folk-Protestliedern und präsentiert Dylans Stimme mit Begleitung einer Akustikgitarre – bei „Dylan’s Dream“ natürlich im Bandsound. „Like a rolling stone“ wurde nicht nur mitgeschunkelt, sondern auch mitgesungen. Das Lied veröffentlichte Dylan 1965 und im Songkontext beschreibt es das rastlose Leben auf der Straße. So durchlebte das Bielsteiner Publikum eine Reise durch die Songwelt des Geschichtenerzählers und Sprachvirtuosen Bob Dylan. „Wir schreiben das Jahr 1968. Mitten im Sommer auf Nevadas Staubstraße wo irgendwo eine Tankstelle steht. Davor ein Schaukelstuhl. Tankwart mit Basecap auf der Sprit oder Spirit steht“, erzählt Jörg Götzfried. Die Geschichte ist die Einleitung zu „One more cup of coffee“ – ein Dylan Stück aus 1976 vom Album „Desire“. Mit im Songreigen auch „Don’t think twice it’s all right“ – eins der schönsten Abschiedslieder, das Dylan auf der B-Seite von „Blowing in the wind“ veröffentlichte. Eins der persönlichsten Stücke schrieb er nach der Trennung von seiner Frau Sara. Er erinnert sich an einen gemeinsamen Strandurlaub, „als die Kinder noch Babys waren und am Strand spielten“. Zum Abschied spielte die Dylan-Tribute-Band in Bielstein „For ever young“, dass sie zudem ihrem Organisten Juri zum runden Geburtstag widmeten.
Der legendäre Musiker, der 1941 geboren wurde, ist auch im hohen Alter weiterhin aktiv, sowohl live als auch im Studio. Bob Dylan tourte zuletzt 2024 durch Deutschland, mit Stationen in Erfurt, Berlin, Nürnberg und Frankfurt. Derzeit ist er in Nebraska, South Dakota und Iowa auf der Bühne. „Dylan’s Dream“ sind am 17. März in Frankfurt am Main zu erleben.
Vera Marzinski
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Fotos: Vera Marzinski






















