Vielstimmigkeit aus dem Ruhrpott im Burghaus

Ein „Glück auf!“ hatte der Popchor „Crashendo“ aus Bochum im Burghaus Bielstein zur Begrüßung und als Schlusslied dabei. Zunächst vermutete man als Zuhörer einen Chor, der Stücke wie Schuberts „In einem kleinen Bächlein“ vortragen würde.


Foto: Vera Marzinski

Recht gediegen und getragen kam der Auftakt daher. Aber – dann schalteten sie in einen ganz anderen Gang. Sozusagen vom Oldtimer in den Rennwagen des Chorgesangs. Ihr „Forellen-Crashendo“ kam plötzlich ganz anders daher: im Rock-Pop-Stil oder gar gerappt. Selbst die „Bohemian Rapsody“ von Queen bauten sie mit ein.

„Just enjoy the show“ – genießen sie den Auftritt – wünschten die 15 Sängerinnen und Sänger den Gästen und hofften, dass keiner sagen würde „I want my money back“. Garantiert gospelfrei sollte es bei diesem Chor zugehen. Das schafften sie tatsächlich mit ihrem Repertoire. Von „Lass die Leute reden“ der Ärzte bis hin zu Jürgen Marcus „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“ – gespickt mit Rex Gildos „Hossa, hossa“ – der deutschsprachige Teil. Aber auch das „Under The Bridge“ der Red Hot Chili Peppers oder ein altes Cole Porter Stück aus den 1930er Jahren brachten sie mit nach Bielstein. Nach „Mad world“ herrschte absolute Stille im Saal. Ansonsten war der Bochumer A-capella-Chor ständig in Bewegung. Mit viel Gestik und Mimik unterstrichen sie die Aussagen der Lieder. Immer vielstimmig und wenn es mal nicht ganz stimmig war hatten sie doch immer wieder Neues zu bieten und forderten „Don’t stop me now“.

Seit fast 20 Jahren kann sie niemand aufhalten. Im September 2014 feiern sie ihren runden Geburtstag mit einem Konzert im Studio 108 Bahnhof Langendreer. Die munteren Sängerinnen und Sänger von Crashendo bringen mit ihrem Programm ausgelassene Stimmung auf die Bühne: Chormusik vom Feinsten – leidenschaftlich, ohrwurmverdächtig. Alle in schwarz, rot, weißem Outfit – bis auf einen. Vor der Bühne und zwischen den Sängern wandert einer in türkisenem Kapuzenpulli und mit Gitarre herum. Das ist Chorleiter Oliver Noack, der die Töne angibt und dafür sorgt, dass der Chor im richtigen Timing bleibt. Und auch die Gäste im Burghaus nimmt er abschließend unter seine Fittiche. Da geht es ans gemeinsame Singen. Eine kleine Auswahl an Stücken bekam das Publikum ausgeteilt und von Grönemeyers „Alkohol“ über „Wunder gibt es immer wieder“ bis zu „Griechischer Wein“ und „Tage wie dieser“ wurde alles durchgesungen. Und mit dem „Glück auf“, das der Popchor „Crashendo“ beim „Day of Song“ anlässlich Ruhr 2010 gesungen hatten, verabschiedeten sie sich von den Gästen.

Vera Marzinski

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5. Zunft Kölsch Pokalschießen

In 2013 wurde der bekannte Zunft Kölsch Pokal der Erzquell Brauerei in Bielstein unter den Mitgliedsvereinen des Oberbergischen Schützenbundes ausgeschossen.


Foto: Christian Melzer

Die oberbergische Brauerei unterstützt mit dem Zunft Kölsch-Pokal die populären heimischen Sportarten und Vereine bereits seit vielen Jahren, seit fünf Jahren bei den Schützen. Besonderes Ziel dieses Pokals ist die Jugendförderung in den Vereinen, so soll ein Großteil der im Wettkampf erzielten Preisgelder für die Jugendarbeit der Siegervereine verwendet werden.

Am 9. und 10. November 2013 wurde der für Oberbergische Schützen äußerst lukrative Zunft Kölsch Pokal der Erzquell Brauerei in Bielstein ausgeschossen. Bis zum letzten Schuss lieferten sich die Teilnehmer der 31 Mitgliedsvereine des Oberbergischen Schützenbundes auf dem Schießstand des Schützenvereins Windhagen einen spannenden Wettkampf auf sehr hohem Leistungsniveau.

Brauereichef Dr. Axel Haas und der Präsident des OSB, Klaus Büser, nahmen die Siegerehrung und Pokalübergabe gemeinsam am 4. Februar 2014 in einer kleinen Feierstunde im Braustübchen der Erzquell Brauerei in Bielstein vor. Der Pokal und damit der 1. Platz mit € 500 Preisgeld und 100 Liter Zunft Kölsch gingen dieses Mal an den St. Hubertus Schützenverein Wegeringhausen e.V. Den 2. Platz mit € 400 und 50 Litern Zunft Kölsch belegte – wie schon im Vorjahr – der Schützenverein Waldbruch e.V. aus Lindlar-Schmitzhöhe. Auf dem 3. Platz ist der Schützen- und Geselligkeitsverein Steinenbrück e.V. mit € 300 Preisgeld und 30 Litern Bier, den 4. Rang mit € 200 und 20 Litern holten sich die Grünröcke des Schützenverein Lindlar e.V. und fünfter Preisträger wurde der Schützen- und Bürgerverein „Die Schimmelhäuer“ Kaltenbach-Bellingroth e.V. mit € 100 Preisgeld sowie 10 Liter Zunft Kölsch. Auch die Sieger der Plätze 6 bis 10 und der ausrichtende Verein waren zur Feier im Braustübchen eingeladen.

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„Castle Bielstein“ mit Dudelsack und Fiddle erobert

Mit eine „Servus“ begrüßte Seán O’Donnell die Gäste im Burghaus Bielstein. Seit sieben Jahren spielt er bei der „Battlefield Band“, die nicht einfach nur schottische Musik nachmacht.


Foto: Vera Marzinski

Denn diesen Abend mit schottischer, gälischer und irischer Musik präsentierten zwei Schotten, ein Ire und ein Amerikaner, der mit 18 nach Schottland kam und dort das Dudelsackspiel lernte. Fiddle, Dudelsäcke, Whistles, Gitarre und Gesang, dazu eine authentische Band, die sofort die Gäste mit ihrer Musik für sich gewann und so die „Castle Bielstein“ im Nu eroberte. Die Battlefield Band vereint traditionelle schottische Musik in ihren Liedern und Instrumentalstücken mit neueren Stilrichtungen. Der jüngste Neuzugang ist Ewen Henderson. Er ist in den West Highlands geboren und stammt aus einer Musikerdynastie. Zudem ist er ein „native speaker“ womit man in Schottland die Menschen bezeichnet, die Gälisch als Muttersprache haben. Henderson bringt gälische und sehr authentisch vorgetragene Lieder ins Repertoire ein, was für die Battlefield Band echtes Neuland ist. „Mo Ghleannan Taobh Loch Liobhainn“ ist der Castle Bielstein mit Dudelsack und Fiddle erobert eines gälischen Liedes, das es von einem Tal bei Loch Liobhainn erzählt. Und in dieser seltsam klingenden Sprache hat Henderson noch ein Stück parat. Dass „Duanag an t-seòladair“ kommentiert er mit „Es ist ein bisschen traurig“. Jeder von den vier Musikern versucht sich mit deutschen Sätzen und Wörtern in den Ansagen – was teilweise sogar richtig gut klappt. O’Donnell lebte zumal vor 20 Jahren eine Zeit lang in Österreich und spricht recht gut Deutsch. Und die Art und Weise, wie sie erzählen macht sie noch einen Ticken mehr sympathisch. Eine Band, die weltweit auftritt – im März sind sie in Amerika unterwegs – und doch so nah beim Publikum ist. Musiker zum Anfassen. So zeigten sie sich auch nach dem Konzert an ihrem CD Tisch und zwischen den noch verbliebenen Gästen im Burghaus.

Seit über 40 Jahren hat es die Band verstanden, sich immer wieder zu verjüngen und damit neue Impulse aufzunehmen. Die hohe Spielkultur mag sich immer wieder dem Zeitgeist angepasst haben, blieb aber stets auf dem höchsten Niveau. Man hat also immer wieder mit neuen Talenten und neuen CDs nachgeladen, um eine volle Breitseite für schottische Folkmusik abzuschießen. Oder schön kurz und knapp: „Battlefield Band Scottish tradition reloaded“. Der Name bezieht sich auf den Stadtteil Battlefield in Glasgow, aus dem die Gründungsmitglieder der Band stammten. Als letzter der Gründungsmitglieder von 1969 ist Alan Reid ist 2010 aus der Band ausgeschieden. Nach 45 Jahren im Showgeschäft und mehr als 30 CDs wurde die Band vor drei Jahren zur besten Folkband Schottlands gewählt. Im vergangenen Monat gewannen sie bei den Scots Trad Music Awards: ihr aktuelles Album „Room enough for all“ wurde als „Album of the year“ ausgezeichnet. Die Battlefields, oder von den Fans liebevoll Batties genannt, das sind: Mike Katz mit seinem markanten Bart à la ZZ-Top, der inzwischen der Senior der Band geworden ist. Er stammt aus LA und spielt Highland Bagpipes, Flute, Whistles und Gitarre. Der Fiddle, Whistle, Bouzouki und Bagpipes spielende Alasdair White kam als 18jähriger zu den Battlefields und stammt von der Isle of Lewis. Seit gut sieben Jahren ist der Gitarrist und Sänger Seán O’Donnell mit von der Partie, der auch immer wieder gerne ein Lied aus seinem Heimatland Irland ins Repertoire einschmuggelt, wie „The Lili and the rose“. Ewen Henderson ist ein Multiinstrumentalist – Fiddle, Bagpipes, Small Pipes und auch Piano spielt er. Sanfte Balladen von erfüllten oder unerfüllten Sehnsüchten oder fröhliche Trinklieder mit der „Battlefields Band“ – nicht nur ein Abend für eingeschworene Fans schottischer Musik.

vma

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Bidla Buh auf Kaktus-Mission

„Mein kleiner grüner Kaktus“ in der Version der Gipsy Kings oder wie Marius Müller-Westernhagen den alten Schlager gesungen hätte – damit begeisterten die drei Herren Hans Torge, Ole und Frederick, kurz „Bidla Buh“, das Publikum im Burghaus Bielstein. Und nicht nur damit. Eigentlich stand den Gästen die Begeisterung ab der ersten Minute ins Gesicht geschrieben. Sicher nicht nur wegen des Titels „Wochenend und Sonnenschein“. Die drei Prachtkerle auf der Bühne waren ein Ausbund an hervorragender Comedy und Gesang. Musik-Comedy der absoluten Spitzenklasse!


Foto: Vera Marzinski

Ganz nebenbei geben die drei Prachtkerle Einblick in ihre geheimsten Sehnsüchte und Leidenschaften: Ole verfasst ganz spontan einen zärtlich-musikalischen Liebesbrief für seine Angebetete Wiebke im Publikum, Eigenbrötler Frederick trifft an der Fleischtheke die Liebe seines Lebens und Hans Torge schwärmt mit einem lasziven Busen-Blues von den Reizen des schönen Geschlechtes und ist sich dann doch selbst genug, wenn er bei „Don’t worry, be happy“ einfach sämtliche Stimmen selber pfeift. Und das Publikum macht bei jeder ihm gebotener Möglichkeit gerne mit. Elsa und Wilfried aus der dritten Reihe hatte Hans Torge während des ganzen Programms im Visier und baut sie immer mal wieder ins Programm mit ein.

„Prachtkerle … wer angibt hat mehr vom Leben“ passt perfekt zu den drei Casanovas der norddeutschen Tiefebene, im Frack und mit roter Rose im Knopfloch sowie Pomade im Haar. Ein wahrer Augen- und Ohrenschmaus mit Atem beraubender Performance, verblüffenden musikalischen Variationen und perfekt aufeinander abgestimmter Choreographie. Musik-Comedy im nostalgischen Gewand der 20er und 30er Jahre. Die drei Hamburger Jungs haben im Laufe ihrer nunmehr über zehnjährigen Zusammenarbeit ein ganz eigenes Genre kreiert. Es ist die Mischung aus frisch interpretierten Grammophon-Klassikern, aktuellen Hits im Stile der 20er und 30er Jahre, Musikcomedy und kurzweiliger Moderation. Kein Wunder, dass sie Gewinner des Rheingau Musikpreis 2011, der Tuttlinger Krähe 2008 oder auch des Stuttgarter Hölzerner Besen 2009 sind. Benannt ist das Trio nach dem Lied „Bidla Buh“ von Georg Kreisler, in dem 14 Damen geliebt, verwöhnt und gemordet werden.

„Fallen Sie ruhig in Ohnmacht, wir sind das so gewohnt“, hatte Hans Torge schon zu Beginn gewarnt. Und zum Schluss gab es nicht nur ein „Ich brech die Herzen der stolzesten Frauen“ sondern auch „Ich warte auf dich auf einem Tigerfell“. Aber ob diese Einladung angenommen wurde? Das Schlaflied der drei über einen gefräßigen Hai hatte ebenso etwas makaberes wie das Lied über die Wasserleiche. Doch beides sorgte für viele Lacher, was sicher nicht nur am Text sondern auch an der grandiosen Mimik der drei „Bidla Buh“-Herren lag.

Vera Marzinski

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Verwaltungsvorstand vor Ort – im Gespräch in Bielstein

Nicht nur der Bevölkerungsrückgang erfordert mehr Attraktivität für die Einwohner der Stadt Wiehl. Woran etwas zu ändern sein könnte, möchte die Verwaltung der Stadt Wiehl gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern erörtern und auf den Weg bringen.


Fotos: Christian Melzer

Wichtig dabei: „Wie können wir Bielstein weiterentwickeln und wo liegt die Unverwechselbarkeit?“ In die Aula der Realschule Bielstein kamen interessierte Bürgerinnen und Bürger aus dem Gebiet Bielstein und Oberbantenberg, um sich vom Verwaltungsvorstand der Stadt Wiehl über aktuelle Themen informieren zu lassen. Es wurden laufende und geplante Projekte vorgestellt, und auch für Fragen und Anliegen der Gäste stand der Verwaltungsvorstand zur Verfügung. mehr…