Bielsteiner Bürgerfest zur Einweihung Schlanderser Straße mit Kreisverkehr und Busbahnhof

Im Jahr 2009 wurde von der Stadt Wiehl, im intensiven Dialog mit den Bürgern, ein umfassender Planungsprozess für die Zukunftssicherung des Bielsteiner Ortskerns eingeleitet. Im Bereich Schlanderser Straße/Bahnhofsplatz wurde dringender Handlungsbedarf festgestellt, um einerseits die problematische Verkehrssituation, als auch die mangelnde Aufenthaltsqualität durch städtebauliche Missstände zu beheben.


Foto: Christian Melzer

Am 3. April diesen Jahres erfolgte der Baubeginn und die Fertigstellung war eigentlich für Mitte November avisiert. Dass die Einweihung der Schlanderser Straße, mit Kreisverkehrsplatz und Busbahnhof in Bielstein schon am Freitag, 27. September, nach nur 130 Arbeitstagen vorgenommen werden konnte, nahmen die Stadt Wiehl und der Heimatverein Bielstein zum Anlass, ein zünftiges Bürgerfest auszurichten, bei dem die Band Condor XXL für den musikalischen Rahmen sorgte. In der fünfmonatigen Bauphase erfolgten die Verrohrung von 200 Metern Mischwasserkanal, mit 35 Anschlüssen, der Einbau von 350 Quadratmetern neuartig, halbstarrem Deckschichtbelag (Densiphalt) in den Busspuren, es wurden 2.200 Meter Randanlagen mit Borden oder Rinnen eingefasst, die Parkplätze Dreibholzer/Schlanderser Straße, sowie der Schlanderser Platz mit rund 4.900 Quadratmetern Betonsteinpflaster belegt und 3.800 Quadratmeter Fahrbahndecke asphaltiert, in Einmündungsbereichen mit speziellem Prägeasphalt.

1.600 Quadratmeter Pflanzflächen und 27 LED-Beleuchtungsmasten sorgen für angenehm grünes Ambiente und gute Ausleuchtung in den Abendstunden. Bürgermeister Werner Becker-Blonigen stellte fest, dass mit Fertigstellung des Bahnhofsareals lediglich die Halbzeit im Umstrukturierungsprozess des Ortes erreicht sei, der im integrierten Handlungskonzept der Verwaltung festgeschrieben ist. „Wir in Wiehl haben den Vorsatz, unsere Außenorte trotz wachsender Finanzsorgen zukunftsfähig zu gestalten, um den künftigen Anforderungen unserer älteren und jüngeren Mitbürger gerecht zu werden“.

Zeitig vor Beginn des Winters sollen die restlichen Pflaster-und Asphaltierungsarbeiten abgeschlossen sein. Die Gesamtinvestition in Schlanderser Straße, Kreisverkehr und Busbahnhof betrug rund 1.800.000 Euro, von denen 1.100.000 Euro durch GVFG, ÖPNV und Städtebauförderung getragen wurden und der Eigenanteil der Stadt Wiehl rund 700.000 Euro betrug. Neben seinem Dank an die Zuschussgeber hob der Rathauschef die außerordentliche Leistung von Bauleiter Udo Kolpe, Mitarbeiter des planenden Ingenieurbüros Donner und Marenbach hervor, dessen Einsatz die Anforderungen seiner eigentlichen Aufgaben bei weitem überschritten hätten. Dankesworte richtete er auch an Bernd Niedermeier und Boris Foki von der Aachener Planungsgruppe MWM, für die Erarbeitung des Gesamthandlungskonzeptes, an die Nutzer der Tiefgarage und an die Dreibholzer Bürger, die durch die Sperrung der Ortszufahrt zu Umwegen gezwungen waren.

Mit hochprozentigem „Wiehlwasser“ zeigte er sich bei Thomas Schmitz und Michael Kerber (Polier und Bauleiter der Firma Berster) sowie bei Thomas Seidel und Thomas Nossbach (Polier und Bauleiter der Firma Raithel) erkenntlich. Überwältigt vom riesigen Publikumsinteresse zeigte sich Hans Georg Bauer, der Vorsitzende des Heimatvereins Bielstein und freute sich über den ersten Schritt in der Ortsumgestaltung, der mit der Neuordnung des Bahnhofs nun vollzogen sei. Besonders würdigte er die jahrelang andauernden Konzeptionen des verstorbenen Technischen Beigeordneten Thomas Gaisbauer und des ehemaligen Kämmerers Walter Ruland, auf deren Grundlage Rat und Verwaltung nun die aktuelle Ortsentwicklung vorantreibe, ohne den Bürgern zusätzliche Kosten zuzumuten. Ausdrückliches Lob zollte er den Planern der „großzügig, herrlich offenen Platzgestaltung“, mit der Bielstein ein neues Eingangstor für alle Besucher und Anwohner erhalte.

Mit Wochen-oder Themenmärkten, jahreszeitlichen Veranstaltungen oder anderen Aktivitäten könne der neu gewonnene Raum das Ortsleben intensivieren: „Zeigen wir, dass Bielstein die Investition verdient hat“, appellierte er an seine Mitbürger Ideen zur Nutzung zu entwickeln. Der Fachbereichsleiter Hoch-und Tiefbau, Andreas Zurek, bedankte sich bei seinen Mitarbeitern Kerstin Klein und Christian Reusch für deren Anstrengungen in den letzten stressigen Wochen. Als sichtbares Zeichen für die gute Zusammenarbeit während der Bahnhofsplatz-Umgestaltung pflanzten Bürgermeister Werner Becker-Blonigen und der Beigeordnete der Stadt Wiehl, Maik Adomeit, zusammen mit einigen Mitgliedern des Heimatvereins einen Säulenahorn, dessen schlanke Silhouette als Blickfang des Platzes dient.

Mit hereinbrechender Dunkelheit nahmen der Verwaltungschef und Gregor Rolland, Geschäftsführer der AggerEnergie gemeinsam die LED-Straßenbeleuchtung in Betrieb und setzten so Schlanderser Straße und Busbahnhof ins rechte Licht. (us)

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33 Jahre BJU Oberberg – das Netzwerk in Oberberg feierte Geburtstag

Die jungen oberbergischen Unternehmer gehörten zunächst organisatorisch dem Regionalkreis Siegen an und führten im Rahmen des Stammtisches Gummersbach mit Herr Uwe Kotz regelmäßige Informationsveranstaltungen seit 1975 für Mitglieder über zumeist betriebsbezogenen Themen durch.


Foto: Christian Melzer

Als die Regionalkreise an die politischen Grenzen angeglichen wurden, ergab sich der Wunsch der Konstituierung eines eigenen Regionalkreises Oberberg.

Dieser wurde am 23.09.1980 in Wiehl gegründet und erster Vorsitzender wurde Herr Heinz Ferchau. Der bisherige Leiter der Stammtische, Herr Martin Gebhard wurde zum 2. Vorsitzenden gewählt. Weitere Vorstandsmitglieder wurden Ernst-Herbert Ullenboom, Rainer Vogelsang, Otto Welp, Dr. Ulrich Roitzheim und Rolf Hartmann.

Im September 1982 wurde, bedingt durch das Erreichen des 40. Lebensjahres dann laut Satzung der ASU-Vorstand gegründet. Damals hieß der Verband für Mitglieder ab 40 Jahre „Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer ASU“ und nennt sich heute DIE FAMILIENUNTERNEHMER ASU e.V.

Bis heute hat sich zwar der Verbandsname etwas geändert aber die Themen sind für die Unternehmer in all den Jahren die gleichen geblieben: Schule, Ausbildung, Fachkräftesicherung, aktuelle Politik in der Region und auch überregional, Steuern, Rahmenbedingungen, Infrastruktur und vieles mehr. Auch die Bundesvorsitzende Lenke Wischhusen von DIE JUNGEN UNTERNEHMER – BJU konnte bei Geburtstagsfeier im stilvollen Ambiente des Burghaus Bielstein begrüßt werden.

Mit einer Vorpremiere von ADIEMUS, Songs of Sanctuary mit dem Knaben- und Mädchenchor der Chorakademie A CAPPELLA, Köln unter der Leitung von Dirk van Betteray wurden die Gäste auch musikalisch verwöhnt. Viele Gespräche von Mitgliedern und neue Interessenten sowie Gästen waren geprägt von der Entwicklung der Unterehmen in Oberberg aber auch von den vielen Anekdoten und Geschichten aus der Verbandsgemeinschaft von mittlerweile nun fast 70 Unternehmer und Unternehmerinnen.

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Meinschu im Haus Kranenberg

Am Mittwoch, den 2. Oktober 2013 findet im Haus Kranenberg, dem „Wohnzimmer von Bielstein“ zum ersten mal ein „Wohnzimmer-Konzert“ statt. Den Auftakt dieser Reihe macht eine Band aus der direkten heimischen Nachbarschaft: Meinschu.

Meinschu ist ein „unplugged Coverduo“, das sich auf zwei Akustikgitarren beschränkt. Die Idee von Meinschu ist es, qualitativ hochwertige und kurzweilige Livemusik zu spielen, ohne großen technischen Schnickschnack.

„Wir wollen möglichst nah am Publikum sein und bei den Zuhörern die Lust am Mitmachen wecken.“ Dieses Vorhaben setzten die zwei seit 2007 gemeinsam auf den Bühnen der oberbergischen Kneipen um und spielen Hits bekannter Größen in netten, intimen Kneipenkonzerten.

Einlass ab 18:00 Uhr. Konzertbeginn wird gegen 20.00 Uhr sein. Weitere Infos unter www.haus-kranenberg.de.

„Hands on Strings“ zelebrierte ein Weltklasse-Konzert

Zwei akustische Gitarristen ersten Ranges, die zudem atemberaubende Virtuosen sind, fesselten das Publikum im Burghaus Bielstein mit einem grandiosen Konzert.


Foto: Vera Marzinski

Schon mit „Off road“ war die Spielfreude von Thomas Fellow und Stephan Bormann bis in die letzte Ritze des Burghauses zu spüren. Sie machte sprachlos und erzeugte Gänsehaut. Ihre Musik ist herzerwärmend und auch als zweites Stück hatten sie „warme Musik“ mit, wie Fellow verriet. Musik aus dem Süden – aus Afrika, Amerika oder dem Süden Nordrhein-Westfalens. Aber auch in die Richtung Science Fiction gehen sie mit Kompositionen wie „Promotheus“, der nichts mit der griechischen Mythologie zu tun hat oder „Chewbacca“, der nur sich selbst spielte in der Star-Wars-Saga. Hier kam dann auch die E-Gitarre zum Einsatz, die etwas „spacig“ klang.

Warum so viel Gitarren? Fellow verriet verschmitzt: „Akustisch ändert sich nicht viel, deshalb müssen wir optisch was tun.“ Insgesamt standen sechs Gitarren auf der Bühne. Eine davon im Kleinformat – keine Kindergitarre sondern eine Oktavgitarre. Sie ist eine ganze Oktave, also 8 Töne, höher als die Konzertgitarre und dadurch einen ganz anderen Klang. Und nicht nur der Klang beeindruckt beim Konzert von „Hands on Strings“. Diese atemberaubende Schnelligkeit mit der sie die Saiten der Gitarren bespielen einerseits und dieses homogene Zusammenspiel andererseits kommen noch hinzu.

Sie zauberten klug verwinkelte Melodielinien. Ob brasilianisch oder auch mal ein Popsong, wie Stings „Fragile“ – alles bekam eine „Hands on Strings“-Note. Sie spielen mal kraftvoll oder mal gefühlvoll – es ist immer sehr authentisch und nur so kann gute Musik den Zuhörer überzeugen. Dazu lockern die Ansagen der beiden zu den Stücken und ihrer Intention das Konzert noch auf. Besser geht nicht! Die beiden erfolgreichen Musiker spielen auch in anderen Formationen. Thomas Fellow war beispielsweise 2011 mit Sängerin Constanze Friend als „Friend’n Fellow“ bei den Wiehler Jazztagen ein Highlight. Diese exzellenten Musiker sind im Team perfekt und können ihre besonderen individuellen Fähigkeiten im entscheidenden Moment mit großer Präsenz zeigen.

Die beiden „Hands on Strings“-Musiker kennen sich eigentlich seit fast zwanzig Jahren. Vor dreizehn Jahren, bei einem Workshop an der Musikhochschule Dresden – an der sie beide auch unterrichten -, startete ihr gemeinsamer, musikalischer Weg. Beide sind 1966 geboren. Thomas Fellow in Leipzig und Stephan Bormann in Magdeburg. Bisher haben sie drei CD veröffentlicht. Die vierte ist fast fertig. Sie spielten auf renommierten Festivals u.a. in Rom/Italien, Columbus/USA und Hamburg.

Kulturkreis-Geschäftsführer Hans-Joachim Klein hatte die beiden Ausnahme-Gitarristen als „Weltklasse“ angekündigt. Nach dem ersten Stück meinte Thomas Fellow, dass so eine Ansage ganz schön unter Druck setzen würde – aber den nahmen sie sich selbst mit der Leichtigkeit ihres Spiels. Schon mit den ersten Tönen überzeugten „Hand on Strings“ das Publikum und bescherten einen unbeschreiblichen Abend. Grandios auch ihre Zugaben: Astor Piazollas „Vida de Tango“ und die melancholische Eigenkomposition „Joshua“. Sie sind tatsächlich Weltklasse!

Vera Marzinski

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Aquarelle von Karin Wagner in der Galerie „4bis7“

Am 18. September lud die Galerie „4bis7“ in Bielstein zur Vernissage ein. Die Hobbymalerin Karin Wagner zeigte ihre Aquarelle. Über 60 interessierte Besucher machten die Vernissage zu einem großen Erfolg.

„Ich male alles, was ich ‚malerisch‘ finde – Häuserecken, Torbögen, Kirchen, Marktplätze, Flußläufe oder Blumenfelder“, so die Hobbymalerin Karin Wagner. „Nach jeder Reise komme ich mit neuen Bildern in meinem Kopf zurück und male meine Erinnerungen an hinreißende Landschaften.“

Besonders beeindruckten die Hobbymalerin die Landschaften der südlichen Sonnenländer wie Andalusiens, der Toskana, der Provence. Aber auch die unmittelbare Gegend wie der Niederrhein und das Oberbergische mit seinem Charme haben es ihr angetan.

Bis zum 18. Oktober 2013 wird die Ausstellung noch in der Galerie „4bis7“ zu sehen sein.

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Bissig und böse – aber mit viel „Oberwasser“

Werden wir geflutet und bald nur noch als Reisplantage den Chinesen dienen? Wird das Rheinland in den Fluten untergehen? Das sind nur einige Fragen, die Pause und Alich beschäftigen. Zwei Aufreger und Nörgler wie sie im Buche stehen begeisterten am Freitagabend das Publikum im Burghaus Bielstein.


Foto: Vera Marzinski

Das Duo Rainer Pause (Fritz Litzmann) und Norbert Alich (Hermann Schwaderlappen) ist seit 1990 zusammen unterwegs und hat längst Kultcharakter. Das in Bonn gegründete Kabarett-Duo startete damals mit dem Programm „Grenzenlos“ und kam nach Bielstein mit „Oberwasser“ und Pianist Stephan Ohm. Seit 15 Jahren begleitet der Tastenmann die beiden Kabarettisten bei Gesangs-Stücken wie „Das geht mir auf die Eier“ oder „Stirb, aber lass dir Zeit dabei“. Besonders amüsant und hochgradig bissig das gesungene Potpourri zum Terrorismus am Schluss.

Ihr Kampf für eine bessere Welt in Frack mit weißer Papiernelke im Knopfloch und Pomade in den Haaren ist auch ihr neuntes, abendfüllendes Programm mit den nationalen und internationalen Krisen gespickt. Angefangen bei zu Guttenberg, Westerwelle oder Merkel – die Alich mit einer vortrefflich gesungenen Merkel-Arie ins Programm bringt. Und Pause kommentiert die Eurokrise mit: „Das nehme ich den Griechen wirklich übel, dass ich mich jetzt mit Merkel solidarisieren muss“. Aber es müsse nicht immer nur um die große Politik gehen, denn auch die Probleme des Alltags könnten einen hart treffen, so Pause. Wie beispielsweise der Alkoholverzicht in der Fastenzeit, der danach erschreckende Auswirkungen bei der eingeschränkten Alkoholmenge, die man dann nur noch vertrage, zeige. Da hatte doch Diogenes ein schönes Leben – saufen und nachdenken gleichzeitig.

Die Griechen beschäftigten die beiden sehr. Da hätten die doch die nagelneuen Waffen von uns Deutschen und unsere Bundeswehr habe Lastwagen aus den 50er-Jahren. Und damit sie keinen Sonnenbrand bekämen, wollten die Griechen deutsche U-Boote. „Die bezahlen wir Deutschen natürlich über unseren Rettungsschirm dann auch noch selbst“. Immerhin sei da unser Friedensbeitrag bemerkenswert, denn wir hätten ja selbst keine Waffen mehr – die gehen ja alle an die anderen Länder.

Die beiden Korinthenkacker und Formulierungsexperten kommentieren alles und jeden – auch sich selbst. Es ging es Schlag auf Schlag mit den Themen. Von Terrorismus, der schon bei der Kindererziehung anfange bis zur Ökologie. Da sollten wir von der Natur lernen. „Aber vom Wind haben wir die Tornados, vom Wasser die Tsunamis und von der Sonne den Hautkrebs“. Und dann stehe noch die Auswanderungswelle vor der Tür: „Alle kommen, nur die Computer-Inder, die wir wollten, die kommen nicht“. Halb Afrika käme und die Chinesen lauerten bereits im Osten um Europa als großes Reisfeld zu nutzen. Auch wenn uns das Wasser bis zum Hals stehe – Pause und Alich behalten „Oberwasser“. Wortgewaltig sind sie in allem böse und bissig – und treffen den Nerv des Publikums. Das bedankte sich mit viel Applaus für diesen Abend.

Vera Marzinski

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Stefan Heidtmann ließ Stummfilm erklingen

Einen naiven, ungeschickten, jungen Mann mit Kamera stellte Buster Keaton in seinem Film „The Cameraman“ dar. In dem MGM-Film aus 1928 tappt er von einem Fettnäpfchen ins andere. Die Bilder sprachen für sich, doch durch Stefan Heidtmanns brillanter musikalischer Untermalung bekam der Film noch eine spezielle Note. Dabei waren es eigentlich zwei Veranstaltungen in einer: der Stummfilm mit Buster Keaton und das Klavier-Konzert mit Stefan Heidtman – nur eben grandios vereint.


Fotos: Vera Marzinski

Stefan Heidtmann ist mit diesem Projekt schon eine Weile unterwegs. Erstmals zeigte er es im Burghaus Bielstein am Donnerstagabend. Solo am Klavier – denn so sei er am flexibelsten, sagt er. Spannungsvolle Untermalung und eigene Kompositionen mischt er dabei zu einem „ineinander-fließen“. Festgefügte Teile, die präzise auf die filmische Darstellung abgepasst sind, gepaart mit Improvisationen. Es geht Heidtmann nicht darum alles mit Effekten zu kommentieren, so beispielsweise ein Tritt vor das Schienenbein oder das Zerbersten einer Scheibe. Aber als Buster Keaton im Film hektisch und überdreht die Treppe rauf und runter läuft, weil er auf den Anruf seiner Angebeteten wartet, ist diese Aufregung und Verwirrtheit nicht nur visuell sondern auch klanglich durch das Klavierspiel wahrnehmbar.

Seit über sieben Jahren praktiziert Stefan Heidtmann solche Konzerte. Auch mal als Trio mit Bass und Schlagzeug dabei. Filme wie „Metropolis“ von Fritz Lang, der allerdings sehr monumental ist und Durchhaltevermögen erfordert, hat er schon „bespielt“. Oder auch „Von morgens bis mitternachts“ – ein expressionistischer deutscher Stummfilm von Karlheinz Martin aus dem Jahre 1920. Vor zwei Jahren konzertierte Stefan Heidtmann mit einer Stummfilmreihe in Köln. An der Musikhochschule Köln studierte der Bergneustädter Klavier und ist als Pianist und Komponist zwischen zeitgenössischer Kammermusik und offenem, europäisch geprägtem Jazz unterwegs. Auf dem eigenen Plattenlabel shaa-music veröffentlichte er zahlreiche Produktionen. Zudem initiiert er Projekte wie das „Stefan Heidtmann Project featuring Gerd Dudek, Reiner Winterschladen, Dieter Manderscheid und Klaus Kugel“ oder auch das “ Stummfilm & Piano“ – Filme aus der Stummfilm-Ära kombiniert mit aktueller Musik.

Denn als die Bilder laufen gelernt hatten, liefen sie zunächst allerdings ohne Ton. Wirklich „stumm“ war das Kino natürlich nie – Pianisten, ganze Orchester oder die so genannte „Kinoorgel“ sorgten für die musikalische Untermalung. Buster Keaton war ein Star des Slapsticks und für seine regungslose Mimik berühmt. Keaton zählte neben Charles Chaplin und Harold Lloyd zu den erfolgreichsten Komikern der Stummfilmzeit. In „The Cameraman“ will er die Gunst der hübschen Sally erlangen. Mit den Aufnahmen einer Straßenschlacht zweier rivalisierender Gangs im Chinesenviertel landet er letztendlich einen Riesenknüller. Der Film ist voller Gags und überraschender Einfälle. In Kombination mit Stefan Heidtmanns brillantem Spiel ein ganz besonderer Abend im Burghaus Bielstein.

Vera Marzinski

Grandioser a-capella-Gesang im Burghaus

Wieder ein volles Haus im Bielsteiner Burghaus. Neun Herren mit exzellenten Stimmen und gefühlvollem Gesang begeisterten und beeindruckten das Publikum. Keiner bringt a-capella so perfekt auf die Bühne im Oberbergischen, wie die „Voice boys“ aus Bergneustadt.


Foto: Vera Marzinski

Ob Kölsche Stücke (hauptsächlich von den Bläck Fööss) Popballaden, alte Schlager wie „Griechischer Wein“ oder selbst Volkstümliches – sie haben es stimmlich perfekt drauf. Mit Orgelmusik eröffneten sie ihr Programm im Burghaus und einem „Oh, leever Jott, jev uns Wasser“. Dabei blieb es dann mit der instrumentellen Unterstützung. Seit 1993 lassen die neun Herren ihre Stimmen erklingen und sind dabei so perfekt aufeinander eingespielt – da merkt man sofort: die singen mit viel Spaß an der Musik. In den 20 gemeinsamen Jahren haben sie um die 100 Lieder gesungen. Über 25 davon hatten sie in Bielstein im Programm.

„Drink doch ene mit“ haben sie zehn Jahre gesungen und dann in die Schublade gelegt. Zum Glück holten sie es an diesem Abend wieder raus. Und das Publikum erweiterte das Ensemble stimmgewaltig. Urlaubsstimmung mit dem Lied vom Spanienurlaub, wo es auch nur „kölsche Tön“ zu hören gab und das „Männer“-Lied fehlten nicht. Eingeschworene „Voice Boys“-Fans kennen diese Stücke auswendig. Im Balladen-Block glänzten sie mit „Caravan Of Love“, „Only You“ oder auch das aus 1960 stammende „Wonderful World“. Andächtig lauschten die Gäste.

Michael Kuntze, Andreas Zimmermann, Thorsten Stricker, Jörg Wittershagen, Thomas Zimmermann, Götz Müller, Detlef Durau, Manfred Müller und Ralf Zimmermann sind die neun „singenden Jungs“, die seit 1993 ihre Stimmen gemeinsam erklingen lassen. Sie haben sich dem Männerchorgesang und hier besonders dem kölschen Liedgut verschworen. Ihre Auftritte zeichnen sich durch professionellen „a cappella Gesang“ und eine gehörige Portion Humor aus. So wird „Katrin“ aus dem Publikum von Thomas angesungen – dafür musste sie mal eben umbenannt werden und durfte direkt auf der Bühne dem genialen Gesang lauschen. „Dafür geben wir ihr einen aus“, so Ralf. „Aber wir legen zusammen“ kommentierten seine Gesangskollegen. Sie widmen sich nicht nur den netten Damen im Saal sondern auch der Volksmusik. Aus ihren Anfängen stammt das „La Montanara“. Brillant vorgetragen, ebenso wie das Stück über die Comedian-Harmonists.

Der Grund, warum sie sich so gut verstehen ist nur der: sie sind alle vom „Bo-Frost-Mann“. Das Lied gehörte zum 20-jährigen Bühnenjubiläum ebenso zwingend dazu wie der „Bratislava Lover“. Die „Voice Boys“ sind ein Teil des „Voices Project“. Und das feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen. „Dream with the Angels“ heißt das Doppelkonzert, das am 14. Und 15. Dezember in der Wiehltalhalle stattfinden wird.

Vera Marzinski

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Party-Stimmung mit den „Driem Beus“

Endlich ist die „Burgfreie Zeit“ vorbei, freute sich Kulturkreis-Geschäftsführer Hans-Joachim Klein. Mit Partystimmung eröffneten die „Driem Beus“ die Herbst-Saison in den alten Gemäuern der Bielsteiner Burg. Vom fetzigen Rock bis zur ruhigen Ballade hatten sie alles mit dabei.


Foto: Vera Marzinski

Im Feinripp und mit weißen Socken in den Badelatschen zeigten sich die vier Musiker dem Publikum – so sei man früher Samstagnachmittags rumgelaufen, verriet Sänger Bernd Fuhrich. „Vollkommen unplugged“. Sehr spaßig, dass sie in dieser optischen Erscheinung dann ein „Just A Giglolo“ präsentierten. Mit und in ihrem Programm zeigten sich die „Driem Beus“ nicht nur musikalisch sehr abwechslungsreich, auch das Outfit wechselten sie mehrfach. Mit Musik wie „Hotel California“ oder „Walk Of Live“ begeisterten sie in alt bewährter Weise ihr Publikum.

Das musste gleich beim zweiten Stück mitmachen. Zu „Roller Coaster“ durften sie „Na na na na na“ oder „Hey Baby“ singen. Bernd Fuhrig überredete sie fast alle und war auch sonst in seinem Redeschwall kaum zu stoppen. „Jetzt sag ich aber nichts mehr“ hielt er nur Sekunden durch – doch die Gäste im Burghaus wollten seine Kommentare und Erzählungen, die noch mehr zur lockeren Stimmung beitrugen, hören. Ob die Geschichte vom Urlaub auf Naxos oder der Abschiedsfeier vom fast 90jährigen Schwiegervater vor zehn Jahren. „Hier ist doch kein Portugiese im Saal?“ wollte Fuhrig wissen, bevor er gestand, dass sein „Nossa, Nossa“ mit viel Lautmalerei präsentiert wurde. Mit rauchiger Stimme brachte er noch eine weitere Fremdsprache bei „Nòubliez Jamais“ ins Spiel. Ein Franzose war aber auch nicht unter den Zuhörern.

Die vier Musiker zeigten ihr Können vom ersten bis zum letzten Stück. Die heimische Kultband mit Frontmann Bernd Fuhrich, Udo Lesemann an der Gitarre, Wilfried „Holli“ Holberg an den Drums und Michael Bielecke an den Tasten musizierte in Topform und gut gelaunt in einer angenehmen Lautstärke. Zum Schluss gab es noch was zum Schunkeln bei „Du bes Kölle“ und in der Zugabe überraschten sie mit einem „Saunaboy“ – allerdings nicht in Feinripp oder Saunatuch. Die Saison im Burghaus Bielstein ist somit gleich bei guter Stimmung eröffnet worden und obwohl das Herbstprogramm 2013 gerade erst angefangen hat, sind bereits etliche Veranstaltungen ausverkauft. Doch schon bei dieser ersten Herbst-Veranstaltung lag bereits das Programm für das Frühjahr 2014 aus – ab 16. September 2013 geht es in den Vorverkauf.

Vera Marzinski

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Über 20 Teams bei Bier-Wettspielen in Bielstein

Trotz einem regnerischen Start in den Tag konnten weit über 20 Teams zu den 4. Zunft Kölsch Bier-Wettspielen auf den Brauereiwiesen in Bielstein begrüßt werden. Schon kurz nach Beginn lieferten sich die Teams dann heiße Wettkämpfe beim Bierkisten-Stapeln, Flaschen-Bowling oder beim servieren eines Meters Bier.

Die Vereine aus Bielstein und Umgebung sorgten für die Bewirtung und stellten die Schiedsrichter bei den Prüfungen. Kurz vor 16 Uhr standen die diesjährigen Sieger fest: Platz 3 für „Die Durchbrecher“ aus Gummersbach erhielten einen Party-Gutschein im Wert von € 200, Platz 2 das Team „Baumhof 2“ ebenfalls aus der Kreisstadt einen Gutschein über € 300 und die Sieger auf Platz 1 das Team „Cafe 8-Eck“ aus Bergneustadt gewannen eine Party im Wert von € 500.

Alle teilnehmenden Teams und die Veranstalter waren sich einig, dass der zeitweise Regen den Spielen keinen Abbruch getan hat und freuen sich auf die nächsten Bier-Wettspiele in 2014.

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