Schnee im Burghaus mit „Der kleine Eisbär (Lars) und der Angsthase“

Dass der kleine Eisbär „Lars“ heißt, wussten die Kinder im vollbesetzten Burghaus Bielstein längst. Das Buch „Der kleine Eisbär und der Angsthase“ von Hans de Beer ist mittlerweile ein Klassiker in den Bücherschränken und -kisten. Kein Wunder, dass die jungen Theaterbesucher auch sofort in den Saal riefen, dass am Südpol die Pinguine wohnen – und nicht am Nordpol wie die Eisbären. Polarforscherin und Puppenspielerin Dorothee Wellfonder hatte ihr Forschungsbüro Hammerfest/Norwegen mitgebracht, in dem sich auch ein kleiner Globus befand.


Polarforscherin und Puppenspielerin Dorothee Wellfonder zeigte den kleinen Theaterbesuchern auf dem Globus die Erdteile. Fotos: Vera Marzinski

Ein langer Tisch mit Telefon, kleinem Laptop, Mikroskop – „da könnt ihr kleine Dinge groß sehen“ – und einem Globus. So einfach, aber gleichzeitig eindrucksvoll, stellt das WoDo-Puppenspiel das Forschungslabor im Bühnenbild dar. Und mit ein paar weißen Tüchern verschwindet das Büro und ist schnell die Eisscholle, auf der Eisbär „Lars“ auf dem Meer schippert. Hubschraubergeräusche simulieren den Rückflug zu seiner Oma an den Nordpol. Für die große Schneefläche kommen noch ein paar weißte Tücher dazu. Hier hoppelt Schneehase „Hugo“ herum, der dummerweise in ein Schneeloch fällt.

Doch Eisbär „Lars“ kann ihn retten. Sie springen, spielen fangen und suchen gemeinsam den Weg zurück nach Hause. Beide werden Freunde und Lars bemerkt, dass Hugo oftmals sehr zurückhaltend, ja sogar ängstlich ist. Der Polarstation nähert sich Hugo nur mit großer Zurückhaltung. Anders Lars, der vorwitzig durch eine Luke fällt. Plötzlich hat auch der kleine Eisbär Angst. Zum Glück hilft ihm sein Freund Hugo. Gebannt verfolgen die vielen kleinen Zuschauer im Burghaus die Geschichte und kommen gerne den Aufforderungen von Forscherin Dorothee nach, doch mit durch den Schnee zu stapfen oder einen Berg zu erklimmen. Das neue „Wodo-Stück“ für Kinder ab drei Jahren bot dem Familienpublikum – viele Muttis, Väter und Großeltern waren dabei – eine spannende, spaßige Unterhaltung.

Das Mülheimer Figurentheater Wodo Puppenspiel gibt es bereits seit 1983. Was mit Inszenierungen für Familienfeste und Kindergeburtstagsfeiern begann, entfaltet inzwischen seine Spielfreude in Theatern, Bürgerzentren, Kindergärten, Schulen und auch in der eigenen festen Spielstätte in Mülheim an der Ruhr. Immer mit Dorothee Wellfonder oder Wolfgang Kaup-Wellfonder. Wodo Puppenspiel wendet sich aktueller Kinderliteratur zu wie „Mama Muh“ oder „Conni“, blickt auch gerne auf die Klassiker „Pippi Langstrumpf“ oder „Das Sams“ und nimmt sich gesellschaftlicher Themen an. Denn angeregt werden soll auch das Nachdenken – wie beim „Kleinen Eisbären“ über den Klimawandel, der den Eisbären wegen der Eisschmelze im Polarmeer große Probleme bereitet. Einen ganz besonderer Nachmittag mit einer Geschichte zum Lachen, Nachdenken, Mitmachen – ein tolles Theatererlebnis.

Vera Marzinski


Mit der Puppenspielerin hüpfte der kleine Eisbär „Lars“ lustig über die Eisscholle auf der Bühne.


Eisbär „Lars“ und der ängstliche Schneehase „Hugo“ werden zu Freunden und erleben kleine Abenteuer.

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