Bayerisch-kubanische Klänge in der zweiten „Night of Jazz“

Sie zelebrieren eine spezielle Salsa-, Merengue-, Rumba-Musik mit Überzeugung und sind damit sogar bis nach Kuba vorgedrungen – und bereits auch schon zuvor ins Burghaus Bielstein: „Los Dos Y Compañeros“. Bei der zweiten „Seven Nights of Jazz 2017“ wurde viel getanzt mit der Band aus Amberg.

Foto: <a href="http://www.photo-melzer.de/bielstein/2017/0519-jazz.html">Christian Melzer</a>
Foto: Christian Melzer

Ein bisschen sehen sie alle aus wie kubanische Guerilleros. Die Los Dos Y Compañeros wurden 1996 von Michael Deiml alias Don Michon und Walter Tröster alias Don Macson in Amberg gegründet. Alle erhielten Künstlernamen und die Rhythmusgruppe – Remis (Bass), Bernardo (Congas), Robertico (Bongo und Percussion) – sowie der Trompeter Victor Nacho Dias stammen tatsächlich aus Kuba. Lukas am Keyboard, Posaunist Pedro Real, an der Technik Toni Maroni, El Maxito mit Gesang und Clave sowie Don Michon und Don Macson vervollständigen die „Los Dos Y Compañeros“. „Wir können kein Spanisch – und wir versuchen es auch erst gar nicht“, gestand Don Michon. Irgendwann hätten sie gemerkt, dass ihnen der Kuba-Rhythmus gut gefällt („auch wenn wir nicht wussten wie der geht“), aber kubanisch klinge irgendwie wie bayrisch und so meinten sie, sie könnten das auch. Und – sie können es sehr gut. Von „San mia Kubana“ über „Kula Sack“ bis zur Zugabe „Maletta“ klang es wunderbar kubanisch – und bayrisch.

Die Melodie des mexikanischen „Bésame mucho“ findet ihren Weg in die Musik der Combo bei „Anne“ und auch mit anderen Stücken besingen sie gerne die Damenwelt. Wie „Döi Marie“ – hier soll es sich um eine Kellnerin aus der Oberpfalz handeln und Don Michon betont in der Erklärung dazu „Die Marie kriegst du nie“. Besser kommt da eine Frau weg, die wohl für jeden die beste Köchin der Welt ist: „Mei Mama“. Da schwelgt Don Macson dann in der Kinderzeit: „Die einzige Zeit in der man richtig frei ist und die die Phantasie keine Grenzen hat“. Phantasie haben sie aber auch mit ihrer Musik und den Titeln. „G’wando“ oder „D‘ Nachbarn han Necha“. Sie sind kreativ und professionell. Die Texte der „Salsa-Guerilleros“ haben Humor und Tiefsinn und die Musik höchstes Niveau. Das Ganze wird aufgemischt mit einer sehr unterhaltsamen Bühnenshow – bei der sich die Compañeros selbst nicht zu ernst nehmen. Sie sind eine sehr homogene Truppe, und so fügt sich beispielsweise Bassist Remis perfekt in das Spiel der Band obwohl er gerade erst zwei Mal mitgespielt hat. Sie haben alle ihren Spaß – und das Publikum auch. Und das versteht auch das Motto der neun Musiker: Buena vista auf bayrisch! „… und wenns des bayrisch net verstehn? – Macht nix, spanisch verstehns ja a net!“

Vera Marzinski

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Fotos: Christian Melzer

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