Neue Musik mit dem Xenon-Quartett

Mit einer noch leicht verdaulichen „Suite im alten Stil in G-Dur op. 40 aus Holberg’s Zeit“ von Edward Grieg eröffneten die vier Saxophonisten des „Xenon Quartett“ ihr Programm am Freitagabend im Burghaus Bielstein.

Das sorgte für viel Begeisterung. Zu der Auftragskomposition, die Daniel Alvarado speziell für das Quartett unter dem Titel „Steps (within a step)“ geschrieben hatte, erhielten die Gäste eine kurze Einführung. Denn diese Komposition war gespickt mit vielen Besonderheiten, wie Flagoelette und Rauschetöne oder Slaps. Sicher eine ganz neue Erfahrung für manchen Gast, aber: gewöhnlich kann (fast) jeder. Sehr experimentell und eine hohe Kunst, so etwas auf diesen Holzblasinstrumenten spielen zu können. Es ist anders, es ist außergewöhnlich. Aber gerade solch herausragenden jungen Künstlern – die nicht umsonst diverse Stipendien erhalten haben – sollte diese Experimentierfreudigkeit hoch anerkannt werden. Es ist eine Herausforderung für die Musiker – und für das Publikum. Leider zollten nicht alle Gäste dies mit Respekt – ein lautes „Das ist doch keine Musik“ störte da doch genauso wie weiteres kommentierendes Gemurmel. Aber der Großteil des Publikums ließ sich auf die besonders avancierte Komposition ein, die Lukas Stappenbeck (Sopransaxophon), Anže Rupnik (Altsaxophon), Adrian Durm (Tenorsaxophon) und Benjamin Reichel (Baritonsaxophon) zu Gehör brachten.

Das darauffolgende „Introduction et variations sur une ronde populaire“ von Gabriel Pierné komponierte dieser für ein Saxophonquartett. Es gehört heute zum Standardrepertoire für diese Besetzung – und ist im Vergleich zu Alvarados „Steps“ leichtere Kost. Bevor das international preisgekrönte Ensemble „Xenon Quartett“, das zu den jungen Hoffnungsträgern der Kammermusikszene zählt, das „Quatuor pour Saxophones“ von Florent Schmitt vortrug, gab es noch eine kleine Händel-Einlage mit der „Ankunft der Königin von Saba“. Sehr anrührend ihr Tangopart mit „Adios Nonino“, das Astor Piazzolla als Hommage für seinen Vater komponiert hatte, sowie das „Tango virtuoso“ von Thierry Escaich. Das Publikum wusste das brillante Spiel dieses seit 2010 gemeinsam auftretenden Ensembles zu würdigen und bekam nach stehenden Ovationen noch Zugaben, die mit „Guten Abend, gute Nacht“ von Johannes Brahms endeten.

Ein breites Spektrum boten die vier, die den Namen ihres Ensembles von dem äußerst seltenen einatomigen Edelgas Xenon ableiten. Für sie ist dieser Name Verpflichtung, musikalisch eine Einheit und mit disziplinierter Spielfreude höchste Professionalität zu erreichen – was ihnen in Bielstein auch mühelos gelang.

Vera Marzinski

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Fotos: Vera Marzinski

 

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