Steigende Corona-Infektionen: Reiserückkehrer müssen sich über den Virusmelder beim Gesundheitsamt melden

Die Corona-Fallzahlen im Oberbergischen Kreis steigen seit einigen Tagen kontinuierlich an. Oftmals handelt es sich um Reiserückkehrer.

In mehreren Kommunen des Oberbergischen Kreises führt das Gesundheitsamt aktuell umfangreiche Kontaktpersonenermittlungen durch und verfügt die entsprechenden Quarantänen. „Durch die schnelle Kontaktpersonennachverfolgung durch das Kreisgesundheitsamt und die konsequente Unterbrechung von Infektionsketten konnten die Corona-Fallzahlen im Oberbergischen Kreis bislang auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau gehalten werden. Zudem haben wir seit Beginn der Pandemie ein besonderes Augenmerk auf den Schutz besonders gefährdeter Gruppen z. B. in Pflegeeinrichtungen gelegt. Die hier getroffenen Regelungen haben sich bewährt. Jetzt machen sich allerdings die vielen Reiserückkehrer insbesondere aus Risikogebieten bemerkbar“, sorgt sich Landrat Jochen Hagt nach der gestrigen Sitzung des Krisenstabes und verweist auf die geltende Coronaeinreiseverordnung für Nordrhein-Westfalen. Diese verpflichtet Personen, die sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem vom RKI benannten Risikogebiet aufgehalten haben, sich grundsätzlich unverzüglich nach ihrer Wiedereinreise auf direktem Weg in eine 14-tägige häusliche Quarantäne zu begeben. „Die Personen müssen zudem unverzüglich Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufnehmen. Bitte registrieren Sie sich hierzu über www.obk.de/virusmelder und weisen Sie das Gesundheitsamt auf ihren Aufenthalt in einem Risikogebiet hin. Hierbei handelt es sich um eine gesetzliche Verpflichtung, die bei Zuwiderhandlung mit einem Bußgeld geahndet werden kann“, stellt Landrat Jochen Hagt klar.

Laut Hinweisen der Landesregierung Nordrhein-Westfalen sind Reiserückkehrer aus Risikogebieten verpflichtet, sich nach ihrer Rückkehr auf eine COVID-19-Infektion testen zu lassen oder ein bereits vorhandenes Testergebnis, das bei Einreise nicht älter als 48 Stunden sein darf, beim Gesundheitsamt vorzulegen. Die Quarantäne entfällt erst bei Vorliegen einer negativen Testung auf COVID-19.

„Es ist wichtig, dass sich alle an diese Vorgaben halten“, appelliert Landrat Jochen Hagt an die Reiserückkehrer. „Nur so kann es uns gemeinsam gelingen, Infektionsketten weiterhin schnell zu unterbrechen, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und einen zweiten Lockdown zu vermeiden.“ Zudem sei die Dunkelziffer der Infektionen im Kreisgebiet nicht bekannt. „Es besteht die Gefahr, dass sich das Virus unbemerkt in der Bevölkerung ausbereitet. Bereits jetzt verzeichnen wir viele, einzelne Ausbruchsgeschehen“, ergänzt Kaija Elvermann, Leiterin des Gesundheitsamtes des Oberbergischen Kreises.

Oberbergischer Kreis mahnt Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln an

Beide sind sich daher einig, dass weiterhin alle Bürgerinnen und Bürger umsichtig und diszipliniert die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln befolgen müssen, um sich gegenseitig vor einer Ansteckung zu schützen: „Halten Sie Abstand, egal ob auf der Arbeit oder im Privaten. Tragen Sie eine Mund-Nase-Bedeckung. Achten Sie auf die Einhaltung der Hygiene und waschen sich häufig die Hände.“

Hinweise zu Tests auf das Coronavirus erhalten Sie auf www.obk.de/coronavirus in der Rubrik Corona-Tests.

Aktuelle Entwicklung des Infektionsgeschehen

Sieben weitere Personen wurden vorgestern im Oberbergischen Kreis positiv auf SARS-CoV-2 getestet (laborbestätigte Fälle). Fünf Personen sind genesen und konnten zwischenzeitlich aus der angeordneten Quarantäne entlassen werden. Seit Beginn der Pandemie wurden im Oberbergischen Kreis 587 Personen positiv auf SARS-CoV-2 getestet (laborbestätigte Fälle). Davon konnten bereits 528 Personen gesund aus der Quarantäne entlassen werden. 41 Personen aus neun der 13 oberbergischen Kommunen sind aktuell positiv auf SARS-CoV-2 getestet (laborbestätigte Fälle). Sie befinden sich in angeordneter Quarantäne. Wie berichtet, sind im Oberbergischen Kreis 18 Personen verstorben, die zuvor positiv auf das Virus getestet worden sind.

Die Testergebnisse der an der Städtischen Realschule Waldbröl unter Quarantäne stehenden Schüler*innen und ein Klassenlehrer sind allesamt negativ, bis auf die bereits positiv getestete Schülerin. „Hier hat sich die Einhaltung der Abstands- und Maskenpflicht bewährt“, sagt Kaija Elvermann, Leiterin des Kreisgesundheitsamtes.

Jedoch wurde an der Sekundarschule für technisch orientierte Bildung in Bielstein ein Schüler der Jahrgangsstufe 8 positiv auf COVID-19 getestet. Über 70 Kontaktpersonen, darunter Schüler*innen und Lehrer*innen, werden aktuell ermittelt und kontaktiert und vorsorglich unter Quarantäne gesetzt. Eine Testung durch das Gesundheitsamt wird kurzfristig erfolgen. Nach derzeitigem Stand geht der Schulbetrieb der Schule mit insgesamt 712 Schüler*innen im Übrigen weiter.

„Das Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, dass sich alle Beteiligten an die angeordneten Maßnahmen halten, um zu verhindern, dass Schulen gänzlich geschlossen werden müssen. Ich appelliere auch insofern an alle Beteiligten, insbesondere Mund-Nase-Bedeckungen zu tragen und auch auf dem Schulweg Abstand zu wahren und mit der notwendigen Vorsicht zu agieren. Meine Bitte an die Lehrerschaft lautet, dass die geltenden Hygienemaßnahmen strikt eingehalten werden“, so der Landrat.

Lage im Oberbergischen Kreis im Kurzüberblick
Stand: 20.08.2020, 00:00 Uhr

Sieben-Tage-Inzidenz im Oberbergischen Kreis: 11,0
Laborbestätigte Fälle seit Beginn der Pandemie: 587 Personen
Von den laborbestätigten Fällen (positives Laborergebnis) sind:
aktuell positiv getestet (in angeordneter Quarantäne): 41 Personen
bereits genesen und aus Quarantäne entlassen: 528 Personen
verstorben: 18 Personen
Kontaktpersonen ersten Grades in angeordneter Quarantäne: 241 Personen
Kontaktpersonen zweiten Grades in vorsorglicher häuslicher Isolation: 30 Personen

Anzahl der aktuell positiv getesteten Fälle nach kreisangehörigen Kommunen

Bergneustadt: 0 Person
Engelskirchen: 2 Personen
Gummersbach: 16 Personen
Hückeswagen: 3 Personen
Lindlar: 3 Personen
Marienheide: 2 Personen
Morsbach: 0 Personen
Nümbrecht: 3 Personen
Radevormwald: 4 Personen
Reichshof: 6 Personen
Waldbröl: 0 Personen
Wiehl: 2 Personen
Wipperfürth: 0 Personen

Weitere Informationen: www.obk.de/coronavirus
Verlauf des Infektionsgeschehens im Oberbergischen Kreis: www.obk.de/coronazahlen

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