Feuerbach-Quartett mit musikalischen Kindheitserinnerungen

Zurück in die Kindheit führte das Feuerbach-Quartett die Gäste im Burghaus Bielstein. Ihre „Overture: BTBC (Born To Be Child)“ klingt erst ganz so, wie vier klassische Streichinstrumente normalerweise daherkommen – und plötzlich klingen sie wie eine Rockband.

Auf diese Art und Weise wird im Feuerbach Programm die Musik anschaulich und humorvoll zelebriert und das in der Darbietung bekannter Popsongs wie beispielsweise von Abba, Eurythmics oder Luis Fonsi. „Fuchs du hast die Gans gestohlen“, „Hänschen klein“, aber auch Steppenwolf mischen sich in ihre Eingangs-Overtüre und machen gleich gute Laune. Die bekommt man auch, wenn man die Spielfreude des Quartetts erlebt. Grandios aufeinander eingespielt und sehr virtuos und mitreißend.

Nachts im Kinderzimmer, wenn plötzlich Schatten sich bewegen und die Bodendielen knarzen. Mit diesem Knarzen beginnt auch ihre Version von Michael Jacksons „Thriller“. Das Feuerbach-Quartett – Jamila Musayeva, Max Eisinger (beide Violine), Eugen Hubert (Viola) und Lukas Kroczek (Cello) – bringt mit seinem Programm „Born to be child“ einen kleinen Einblick in ihre Kindheitserinnerungen. Wenn Michael Jacksons „Thriller“ durch Titelsong von „Ghostbusters“ eingeleitet wird, fühlt sich jeder an die gruseligen Albträume der Kindheit erinnert. Oder da trifft ein azerbaidschanisches Volkslied auf „Sultans of Swing“ von den Dire Straits. Inhaltlich sei dieses Stück damals den goldenen 1920er Jahren gewidmet, aber es passe auch heute, so Max Eisinger. Denn wie damals gibt es auch heute Aufschwung und Abschwung. Und in den 2020ern werde es wieder Zeit für Hoffnung. „Back to the future“ findet ebenfalls Einzug ins Programm, nachdem Eugen Huber von seiner heimlichen Video-Session erzählte, wenn die Eltern nicht zu Hause waren – was doch entdeckt wurde, denn der Röhren-Fernseher verriet ihn. Mit Luis Fonsis „Despacito“ brachten die vier Andalusien nach Bielstein in einer Flamenco-Version und mit „Ob-La-Di, Ob-La-Da“ die Beatles.

Wo sie sich kennengelernt haben? Im Musikstudium an der Nürnberger Musikhochschule. Damals – 2013 – freute sich jeder darauf, „sein“ Instrument intensiv zu lernen und dann… musste man Klavier als Pflichtfach wählen. Natürlich musste das – allerdings in Kinderformat von Fisher-price – mit ins Programm bei „Take on me“. Aus ihrer Kindheit stammten auch diverse Sachen auf ihrem Spielzeugtisch, wie die Fußballschuhe Größe 33, Bravo-Hefte aber auch Spielzeuge zum Musikmachen. Drei davon verteilten sie an drei Damen aus dem Publikum, die sie dann bei einem Stück unterstützen. So ähnlich ist es auch in Irland, wo abends in den Pubs die Musiker zur Trad-Session zusammenkommen und bei einem Guinness zusammenspielen – was die vier Feuerbachs selbst erlebt haben, 2019 waren sie dort. Da musste natürlich auch ein Irish Traditionell mit in das Bielsteiner Burghaus mit „Morning Dew“.

Vier Musiker aus vier Nationen, die mit atemberaubender Spielfreude Led Zeppelin, Beethoven, Punkrock und Michael Jackson in einem klassischen Streichquartett vereinen und so den Begriff „Kammermusik“ neu definieren und die einen besonderer Abend im Burghaus Bielstein bescherten.

Schon am nächsten Donnerstag verspricht das Kulturkreis-Programm wieder ein Highlight mit brasilianischen Rhythmen von Batida Diferente.

Vera Marzinski

Einen Bilderserie finden Sie hier…

Foto oben: Feuerbach-Quartett mit musikalischen Kindheitserinnerungen – Foto: Vera Marzinski

Beitrag teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.