Helmfried von Lüttichau ohne Staller

Ein Potpourri aus Anekdoten, Szenen eines Schauspielerlebens, Gedichten, Rock- und Folksongs bot Helmfried von Lüttichau in seinem ersten Bühnen-Soloprogramm „PLUGGED“ am Freitagabend im Burghaus Bielstein.

Als Dorfpolizist Staller war Schauspieler Helmfried von Lüttichau natürlich auch dem Publikum im Burghaus Bielstein bekannt. 2018 hat er sich allerdings von der ARD-Serie „Hubert und Staller“ verabschiedet. Mit seinem ersten Solo-Programm „PLUGGED“ wollte er schon vor zwei Jahren auf Tournee gehen, doch Corona kam dazwischen. Bei der Kulturkreis-Wiehl-Veranstaltung präsentierte er es vor rund 50 Gästen und hatte gleich eine besondere Herausforderung: sein Headset versagte. Schon sein „Hubert und Staller“ Serienpartner Christian Tramitz sage über ihn „Er ist der beste Ungeschickte, den ich kenne“, gestand von Lüttichau. Selbst sein Vater hatte schon immer gemeint, er hätte „zwei linke Hände“. Und trotzdem sei aus ihm was geworden: Dichter und Schauspieler. Wie es dazu kam, erfuhren die Burghausgäste in seinem Soloprogramm „PLUGGED“.

Plugged war auch seine E-Gitarre, mit der er erstmal im Sturm – der wehte draußen zudem auch noch heftig – das Publikum für sich einnahm. Dabei habe er mit der Blockflöte angefangen und dann gab es eine Geige anstatt der gewünschten Gitarre. Als Achtjähriger mit Geige, Miss-Piggy-Figur und Prinz-Eisenherz-Frisur kam er nur als Spaßvogel bei seiner Sandkasten-Liebe an. Gonzo mit der Gitarre, der kein vernünftiges Englisch konnte und so die Songs im Kauderwelsch von sich gab, kam auch als Jugendlicher besser an, als von Lüttichau mit seiner Pril-Blumen bestickten Schlaghose. Doch seitdem hat sich viel getan. Zudem beherrscht der 64-jährige, aus Hannover stammende Helmfried von Lüttichau so einige Dialekte. Ob auf platt-düütsch „An de Eck steiht ’n Jung mit’n Tüddelband“ oder ein Stück auf bayerisch vom Georg Ringsgwandl – was er für das Publikum kurz übersetzte – oder ein Wiener Lied von Paul Hörbiger stellten dies unter Beweis. Eigene Gedichte und ein vertontes Gedicht von Robert Gernhardt gehörten auch zum Programm. Zwischendurch griff er zur E-Gitarre in Kleinversion, die er in schwarz und rot dabeihatte. Gerne wäre ein Rockstar geworden, die könnten in einem Lied ihr ganzes Leben erzählen – er bräuchte dazu ein ganzes Doppelalbum, sagte er verschmitzt.

Es machte Helmfried von Lüttichau sichtlich Spaß, zu erzählen, zu singen, und zu spielen was ihm Spaß macht: Dialekte sprechen – in den verschiedensten Rollen, eigene Gedichte vertonen, sich an seinen Lieblings-Rocksongs versuchen. Und das auch noch mit E-Gitarre! Eben plugged…

Vera Marzinski

Einen Bilderserie finden Sie hier…

Foto oben: Vera Marzinski

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