Bürgerstiftung finanziert zusätzlichen Musikunterricht in Grundschulen

Im Rahmen der Eröffnungsfeier zum diesjährigen Musikschulfest im Bielsteiner Burghaus stellte Bürgermeister Werner Becker-Blonigen in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Wiehler Kulturgüter das neue Projekt „Musik mit der Stimme entdecken“ der Öffentlichkeit vor.


Foto: Christian Melzer

Der Gedanke, Aktivitäten in Form von Stiftungen zu bündeln, gewinne in Wiehl immer mehr an Bedeutung, so der Bürgermeister. Eine dieser Wiehler Stiftungen, die Bürgerstiftung Wiehler Kulturgüter, entwickelte in Kooperation mit der Musikschule der Homburgischen Gemeinden ein Förderprojekt für die Grundschulen, das bei den Schulleitern ein einhellig positives Echo hervorgerufen hat.

Ab dem nächsten Schuljahr erhalten an den fünf Wiehler Grundschulen alle Schülerinnen und Schüler der 1. Klassen wöchentlich eine zusätzliche Stunde praktischen Musikunterrichts. Hier werden die Kinder mit den Instrumenten, die allen unmittelbar zur Verfügung stehen – der Stimme und dem Körper – musikalisch gefördert. Entwicklung des Rhythmusgefühls, Stimmbildung, Gehörschulung, Umgang mit dem Atem sowie Entdeckung der eigenen musikalischen Fähigkeiten sind Inhalte des Unterrichts, der von Dozentinnen der Musikschule durchgeführt wird.

Das Projekt ist zunächst auf vier Jahre angelegt und wird von der Bürgerstiftung Wiehler Kulturgüter mit 60.000 € aus Spendengeldern finanziert.

„Singen ist die eigentliche Muttersprache des Menschen“, mit diesem Zitat von Yehudi Menuhin wies Becker-Blonigen darauf hin, dass musikalische Bildung allen Kinder – ungeachtet ihrer sozialen Herkunft – zugänglich sein sollte. Zur Erreichung dieses Ziels werde das Projekt „Musik mit der Stimme entdecken“ einen wertvollen Beitrag leisten.

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Richtfest am Bielsteiner Haus

Nun werden die Veränderungen am Bielsteiner Haus augenfällig. Das Dach ist gedeckt. Der Abbruch der rechten und linken Flanke des Hauses verursachten in den vergangen Monaten viel Lärm, Staub und auch Verkehrsbehinderungen. Doch nun wird aufgebaut, das Haus hat ein neues Dachgeschoss bekommen und damit ein neues Gesicht.


Fotos: Christian Melzer

Über 100 Gäste waren der Einladung der Sparkasse und der Bielsteiner Haus GmbH gefolgt, darunter Bürgermeister Werner Becker-Blonigen, Stadtpolitiker, führende Vertreter der Stadtverwaltung, Wohnungskäufer und -interessenten sowie natürlich als derzeitige Hauptpersonen die am Bau beteiligten Firmen und deren Arbeiter.

Nach dem Richtspruch durch Zimmermann Lars Schween ließen Dieter Lindenbaum, Geschäftsführer der Berster Bau GmbH, und Manfred Bösinghaus, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse der Homburgischen Gemeinden, die Entwicklung dieses ambitionierten Projekts Revue passieren und gaben auch einen Ausblick auf die kommenden Monate. Derzeit geht man vom 30. April 2012 als Datum der Fertigstellung aus.

Die Hälfte der Wohnungen sind verkauft beziehungsweise fest vorgemerkt. Teile der Gewerbeflächen sind bereits verkauft, für die übrigen gibt es ebenfalls Interessenten. „Das Richtfest ist ein Meilenstein in dieser für Bielstein bedeutenden Infrastrukturmaßnahme“, freute sich Manfred Bösinghaus. Sein Haus, die Sparkasse der Homburgischen Gemeinden, sei stolz, dieses bedeutende Projekt federführend begleiten zu dürfen.

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3. Festveranstaltung Wein & Musik: „Stilvolles Ambiente im Burghof“

Selbst bereits am Samstagvormittag einsetzender oberbergischer Nieselregen hielt die Fans von guter Musik und gutem Wein nicht davon ab, wetterfest ausgerüstet den Weg zum Bielsteiner Burghaus zu finden.


Fotos: Christian Melzer

Wenn auch das „M.Z. Quartett“ um den Wiehler Jazz – Geiger Dr. Michael Zirwes und die beiden Dozenten der Mu – sikschule der Homburgischen Gemeinden, Pianist Henning Wolter und Bassist Stefan Rheinbay durchaus mehr Publikum verdient hätte, so kamen die wenigen Fans bei den virtuos dargebotenen Jazzklassikern dennoch voll auf ihre Kosten. Die routinierte, aber mit Swing, Blues und Bossanova überaus frisch daherkommende Formation wurde durch den Kölner Drummer Marko Menrath rhythmisch ergänzt.

Trotz anhaltenden Regen und kühlen Temperaturen füllte sich der Burghof in Hinblick auf den bevorstehenden Topevent des Tages zusehend. Mit den „Slyboots“ betrat nun eine der bergischen Spitzenbands die Bühne und schlug die Zuhörer in ihren Bann. Oldies der Beatles, Hollies, Searchers, aber auch Santana und Gary Moore begeisterten bis in die Nacht die nunmehr zahlreichen Fans. Die Vorträge der Band, allen voran der Frontleute Sinah Meier und Manuel Chamorro begeisterten so sehr, dass sogar das ein oder andere Pärchen einen flotten Rock’n‘ Roll auf das nasse Hofpflaster legte.

Auch im diesem Jahr verstanden es der Heimatverein Bielstein und die Dorfgemeinschaft Helmerhausen wieder, das Fest entsprechend stilvoll zu gestalten. Kulinarische Genüsse wie aromatisch gebratene Garnelenspieße, Reibekuchen mit Lachs, Folienkartoffeln mit Flusskrebsen, Bratkartoffeln mit Speck oder eine auf der Zunge zergehende speziell kreierte Currywurst wurden den Gästen angeboten wie auch Käsespezialitäten und Antipasti ergänzt durch süße Leckereien rund um die Erdbeere, fesch und frisch dargeboten vom Frauenchor Oberbantenberg. Kühle Sommerweine, aber auch erlesene Qualitäten boten die Weingüter Kallfelz (Mosel), Closheim (Nahe) und Badischer Winzerkeller, ergänzt durch Wein&Tee Dr. Sachse aus Wiehl. Das Angebot reichte von Spätburgunder über Rivaner und Zweigelt bis zum Markgräfler Gutedel, auf Schiefer gewachsenem Riesling und Rose‘ aus Bordeaux, um nur einige der bekannten Sorten zu nennen.

Erst als sich das Wetter am Sonntagmittag zum Guten wendete, erschienen die Gäste immer zahlreicher, so dass das Salonorchester „Die Glühwürmchen“ Hits der „Zwanziger Jahre“ wie „Veronika, der Lenz ist da“ oder „Mein kleiner grüner Kaktus“, legendäre Tonfilmschlager und Swingnummern doch einem größeren Publikum darbieten konnten.

Einen wahren Augenschmaus bildeten dabei die in Originalkostümen aufspielenden und singenden Solistinnen der Truppe. Den Abschluss bildete dann anschließend die Jazzcombo „Deluge“, ein Ensemble, dass sich an der Musikhochschule in Köln kennen lernte und dann auch in der Wipperfürther Bigband „Big Stuff“ gemeinsam musizierte. Pianist Florian Offermann, Bassist Stefan Rey, Drummer Thomas Esch und Saxophonist Matthias Bauer präsentierten den Zuschauern und Zuhören zusammen mit der in jeglicher Hinsicht überzeugenden Sängerin Christina Schreinemacher ein neues Soul-Programm, das von den Wurzeln bei Ray Charles, über die Hits von Aretha Franklin bis zum zeitgenössischen NeoSoul a‘ la Alicia Keys reichte.

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„Wozu lesen?“ – zwei Buchspezialisten im Gedankenaustausch

Liebevoll und etwas boshaft sollte der Gedankenaustausch zwischen Margarete von Schwarzkopf und Buchhändler Mike Altwicker von der Buchhandlung „Hansen & Kröger“ bei der Kulturkreis Wiehl-Veranstaltung sein. Die Gäste im Burghaus erlebten ein intensives Gespräch über Bücher und konnten anschließend so manche Anregungen mitnehmen. Von Lesen in der Kindheit und während der Schulzeit, von Unterhaltungsliteratur bis zu Klassikern, von Krimis und Kinderbüchern erfuhr das Publikum manch Interessantes.


Margarete von Schwarzkopf – Fotos: Kulturkreis

Aber „Wozu lesen?“. Margarete von Schwarzkopf, Jahrgang 1948, deutsche Journalistin, Autorin, Redakteurin, Moderatorin und Mutter von sechs Kindern, ist sehr früh in die Welt der Bücher eingeführt worden. Mit „Die Schatzinsel“ fing sie an und Kasperlebücher liebte sie sehr – aber auch „Moby Dick“ in einer Kinderversion oder „Ivenhoe“ von Sir Walter Scott. Buchhändler Altwicker bevorzugte als Kind Hauff-Märchen und später Nachschlagewerke. Heute lesen immer weniger Kinder Bücher. Da nehmen auch Erstlesebücher mit den ganz großen Buchstaben den Zauber beim Lesen ein wenig. Margarete von Schwarzkopf hatte aber dazu ein paar Tipps parat. Michael Ende sei beispielsweise ein Autor, der Kinder wieder zum Lesen führen könne. Er hatte unendlichen Humor und wunderbare Geschichten erzählt. In der Unendlichen Geschichte plädierte er dafür, dass jeder Mensch sich die Phantasie erhält.

Man müsse den richtigen Ansporn kriegen und dies falle vom Elternhaus aus leichter als über die Schule. Viele Jugendliche sind auch über die „Harry Potter“ Bücher wieder zum Lesen gekommen und aktuell ist die „Biss“-Serie der amerikanischen Autorin Stephenie Meyer eine Reihe, die zum Lesen verführe. Gerade solche Bücher wären auch für den Schulunterricht hervorragend und man könne breitere Tore in die Welt der Literatur öffnen. Denn der aktuelle Lehrplan für das Zentral-Abi enthalte weniger ansprechende Literatur, wie zum Beispiel „Tauben im Gras“ von Wolfgang Koeppens – Eine Geschichte ohne Interpunktion – stellte Mike Altwicker fest. Beide – von Schwarzkopf und Altwicker – schwärmten vom Literatur-Repertoire ihrer Schulzeit. Da gehörte Feuchtwanger dazu. „Iphigenie“ im Vergleich mit „Woyzeck“. Auch Heinrich Heine, Eichendorff, Ringelnatz, Morgenstern und Tucholsky fehlen mittlerweile. Im Publikum fanden so einige in den Nennungen ihre Schulliteratur wieder und Erinnerungen kamen hoch.

Margarete von Schwarzkopf hat einen guten Literatur-Einblick in vielerlei Hinsicht. Beim Norddeutschen Rundfunk durch die Serie „Das Sonntagsgedicht“ – mittlerweile kurze Sinngedicht, bei dem 40 Sekunden ausreichen müssen. Da zitiert sie oft Ringelnatz, Tucholsky oder auch einen Heinz Erhard. Im NDR 1 Hörfunk betreut sie unter anderem eine eigene wöchentliche Büchersendung. Sie ist Mitglied verschiedener Literaturjurys und moderiert zahlreiche Literaturveranstaltungen. Als Krimiliebhaberin und -kennerin empfiehlt sie mit weiteren Kollegen ausgewählte Neuerscheinungen. Bei dem Arbeitspensum und sechs Kindern – wie schafft sie das? Als Schnellleserin und Zugfahrerin – sie lebt in Köln und arbeitet in Hannover – geht schon einiges. Es gebe unendlich viele Krimis, wo sie in der Inhaltsangabe schon sehe, ob das ein Thema für sie ist. Und zudem versucht sie nicht mehr als drei Krimis in der Woche zu lesen.

Mit Krimis von Martin Walker – ein Schotte, der den Südfranzösichen Landschaftsstrich Périgord für sich entdeckt hat und dort seinen „Bruno Chef de police“ spielen lässt – über Donna Leon und ihrem Commissario Guido Brunetti ging es zu Elisabeth George. Aber nicht nur Empfehlungen für Krimis hatten die beiden Buchspezialisten parat. Eine Auswahl der für sie zehn wichtigsten Werke, konnte Margarete von Schwarzkopf dann doch nicht nur auf die geringe Zahl beschränken. Von einer Anthologie der Dichter der Romantik, über Märchen der Gebrüder Grimm („wer die Märchen nicht kennt, weiß die Weisheit der Völker nicht“), Franz Gillparzers „Das goldene Vlies“, „Die drei Musketiere“ von Alexandre Dumas oder auch „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin reichte die Auswahl. Man solle aber auch ruhig den Mut haben, unterhaltsame Literatur zu lesen – nicht nur die Klassiker.

Zwei spannende Kinderbücher hat Margarete von Schwarzkopf selbst geschrieben. Ihre Bücher sind historische Krimis die in Köln spielen. Kinder, die zufällig in Köln leben – einer Stadt mit sehr viel Geschichte – geraten durch eine Zeitreise in die Zeit der Kaiserin Agrippina, die mit ihrem Sohn Nero in Köln zu Besuch war. Die zweite Geschichte spielt erst in London und um 1194 wo Richard Löwenherz in Köln war. Karneval kommt auch mit vor und auch das Lied „Die Karawane zieht weiter“. Es hat ihr unendlich viel Spaß gemacht zu schreiben und zu recherchieren. Wozu liest sie selbst: „Weil es die Tore zu Ländern aufstößt, in die man nicht gelangt. Es macht glücklich, regt an und natürlich aus beruflichen Gründen“. Aus ihrer großen Leidenschaft Bücher und Filme – die sie beide für Radio und TV bespricht – hat sie ihren Beruf gemacht. Zum Ende des informativen und interessanten Abends, der sicher noch Stunden so hätte weiter gehen können, zitierte Mike Altwicker dann ganz passend Brechts „Wir sehen hin betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen.“

Kulturkreis Wiehl