Wiegenlied eines kleinen Stoffelefanten und mehr

„Jimbo’s Lullaby“ erklang beim Konzert der „Stuttgarter Kammersolisten“ im Burghaus Bielstein und durch das Spiel des Fagotts konnten sich die Gäste im ausverkauften Saal sehr gut den kleinen Stoffelefanten vorstellen. Es gehört zu „Children’s Corner“ von Claude Debussy, der sechs unterschiedliche Stücke für seine kleine Tochter Chouchou geschrieben hatte.

Sie beschreiben Spielsachen Chouchous und dabei verwendete der Franzose die englische Sprache, weil er von ihr begeistert war und dies wohl auch eine Hommage an Dolly Gibbs, Chouchous englische Gouvernante, war. Dies und viel mehr erfuhren die Burghausgäste. Bei diesem Debussy Zyklus ließ das Quintett auch jeweils zuvor eine kurze Passage hören, in der das Thema besonders wahrnehmbar war. So wie die Abendmusik für eine Puppe – die „Serenade for the doll“ -, die spanisch klang und bei der Fagott und Flöte den Gitrarrenpart übernahmen und die Klarinette die Puppe verkörperte. Das Schlussstück „Golliwogg’s cake-walk“ von „Children’s Corner“, eine Ragtime-Komposition, ist wohl das berühmteste aus der Sammlung, erklärte Oliver Hasenzahl. Er fungierte an diesem Abend als Moderator und spielte Fagott. Klarinettistin Uschi Dahlhausen spielt nicht nur bei den „Stuttgarter Kammersolisten“, sondern auch im „Ensemble Klaricanto“.

Alle Mitglieder des Quintettes aus Stuttgart sind auch in anderen Orchestern und Ensembles aktiv. So Flötist Hans-Peter Fink seit 1999 als Soloflötist der „Camerata Europeana“. Am Horn bei den „Stuttgarter Kammersolisten“ Max Oberroither und Hans-Jörg Alber spieltw die Oboe. Mit ihrem Programm „Virtuose Bläser“ präsentierten sie zunächst eine „Barocke Suite“. Angefangen mit dem „Rondeau“ von Francois Couperin bis zu „Allegro Spiritoso“ von Jean Baptiste Senaille. Eins der ersten Bläserquintette schrieb Franz Danzi. Dass Mozart sein Vorbild war, konnte man an der Leichtigkeit und am Melodiösen des „Bläserquintett B-Dur, op. 56 Nr. 1“ erahnen. Zudem gab es in Bielstein von den Stuttgarter Kammersolisten noch die slawischen Tänze von Anton Dvorak. Außerdem ein Stück von einem Komponisten, der mehrfach auf der Straße von Kollegen verprügelt wurde, wie Hasenzahl erzählte. Und dabei habe er nichts Anderes gemacht, als den argentinischen Tango ein wenig zu verändern. Er ließ Sänger und Tänzer weg und würzte das Ganze mit etwas Jazz. „Den Ruhm für seinen Mut erntete er erst spät“, so der Moderator. Aber Astor Piazzollas „Libertango“ ist auch heute – zudem gespielt von einem Bläserquintett – wunderbar. Wunderbar fand auch das Publikum diesen Abend und auch das Ensemble fühlte sich wohl in Bielstein. Da gab es dann noch zwei Zugaben: „Der kleine Neger“ von Claude Debussy und ein Auszug aus Mozarts „Zauberflöte“.

Die Stuttgarter Kammersolisten wurden im Jahr 2000 von renommierten Stuttgarter Kammermusikern anlässlich eines Musikfestivals gegründet. Seitdem gastiert das Ensemble in zahlreichen Konzertreihen und tritt mit großem Erfolg im In- und Ausland auf. Sie spielen in verschiedenen Besetzungen: vom Duo bis zum Sextett. Alle Konzerte werden „kenntnisreich und unterhaltsam“ moderiert – so auch in Bielstein.

Vera Marzinski

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Fotos: Vera Marzinski

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