Der gar nicht so wilde Stier Ferdinand

Spanische Klänge und ein spanisch sprechender Herr mit Käppi – damit hatten die kleinen und großen Gäste im Burghaus Bielstein sicher erst mal nicht gerechnet beim Kinder-Theaterstück „Ferdinand der Stier“. Aber das „Hola“ von „Paco“ – so stellte er sich vor – riefen sie ihm gleich gerne zurück.

„Ferdinand, der Stier“ tanzte zwar gerne, aber er roch lieber an den wohlduftenden Blumen als wild herumzuspringen. Foto: Vera Marzinski

Die gängigste Begrüßung auf Spanisch ist nämlich „Hola“, was auf Deutsch übersetzt „Hallo“ heißt und wie „olla“ ausgesprochen wird. Mit seinem Ein-Mann-Theater „Theater Tom Teuer“ aus Duisburg war Tom Dahl am Kultur-für-Kids-Nachmittag in Bielstein. „Ferdinand der Stier“ ist eins der Stücke, die das Theater im Repertoire hat. Es spielt nämlich außerdem Geschichten von Fröschen, Elefanten und einer Erbse…. – ob des „Kaisers neue Kleider“, „Auf der Suche nach dem goldenen Frosch“ oder auch „Die Prinzessin auf der Erbse“. In Bielstein erzählte Paco, der arme Landarbeiter mit der schönen Hose aus Südspanien, die Geschichte vom Stier Ferdinand. Und er wollte von den Kindern im Publikum wissen, wer den schon in Spanien war. Einige der über 50 Kinder mit Begleitungen hatte das Land mit den süßen und saftigen und auch sauren Früchten auf den Bäumen bereits besucht.

Selbst der Torero und die „Olé“-Rufe der Kinder im Burghaus änderten nichts daran – und so wurde er nach dem Madrid-Ausflug wieder zu seinem Blumengarten gebracht. Foto: Vera Marzinski

Unter der spanischen Korkeiche – die auf der Burghaus-Bühne aus Pappe mit Weinflaschen-Korken dargestellt war – tanze sein Freund Ferdinand gerne, so Paco. Das besondere an ihm: er war ein Stier. Seine Mutter – eine Kuh – machte sich Sorgen um ihn, weil er nicht so wild war wie die anderen jungen Stiere. Er liebte eher die wohlriechenden Blumen im Garten. Und auch Biene Dolores liebte seine Blumen ebenso sehr. Doch dann kamen Männer aus Madrid und suchten nach Stieren für ihre Arena. Die anderen Stiere – in Form von bunten Kissen, die wie Stierhörner aussahen auf der Bielsteiner Bühne – hatten keine Chance mehr, als Ferdinand, wildgeworden durch einen Stich von Dolores, durch den Garten sprang. Und sogar einen Torero gab es auf der Bühne in Bielstein. Zudem viele Fächer sowie Blumen für die schönen jungen Damen. All das nutzte nichts bei Ferdinand. Der hatte keine Lust auf Stierkampf. Mit lautstarkem „Olé“ feuerten die Kinder im Publikum den Stier an. Mit dem „Olé“ wird Anerkennung und Begeisterung für eine Person, eine Sache oder einem Ereignis in einer bestimmten Situation ausgedrückt. Doch das nutzte beim Stier Ferdinand nichts – der roch lieber an den Blumen der Damen und hielt Siesta. Damit war er aber doch der Held, denn er der Stier Ferdinand möchte nicht so sein wie die anderen Stiere – und es kümmert ihn auch nicht, was die anderen denken.

Das „Theater Tom Teuer“ nahm das Publikum mit auf die fantastische Reise des Stiers – märchenhaft und komisch – sehr kurzweilig mit. Ursprünglich ist „Ferdinand, der Stier“ der deutsche Titel des 1936 erschienenen Kinderbuchs „The Story of Ferdinand“ des US-amerikanischen Autors Munro Leaf (1905–1976). 1938 ist die Geschichte als klassischer Walt-Disney Zeichentrick-Film erschienen, den Tom Dahl dem Publikum sehr empfahl ebenso wie die nächste Kultur-für-Kids-Veranstaltung des Kulturkreises Wiehl. Die findet am 27. September 2023 um 16:30 Uhr im Burghaus Bielstein statt. Dann zeigt die Burghofbühne Dinslaken als Gastspiel „Kuno kann alles“, ein Kinderstück von Henry Mason.

Vera Marzinski

Die nachfolgende Bilderserie wird Ihnen präsentiert von:


 

Zum Vergrößern der Fotos bitte Vorschaubilder anklicken.

Fotos: Vera Marzinski

Beitrag teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert