Björn Heuser lockte es direkt aus dem Bielsteiner Publikum im vollbesetzten Saal im Burghaus heraus: „Dat kölsche Jeföhl dat in uns steckt“. Er ist der „Mann met däm hoot“. Für den Hut hatte er auch ein spezielles Musikstück dabei. Denn „Ming ahle hoot“ hat er immer auf – auch bei den Auftritten. Zum dritten Mal nun in Bielstein und viele Wiederholungsgäste waren im Publikum.

Die hatten das „30 Jahre – Die Jubiläumstour 2026“-Mitsingheft auf den Stühlen, das nicht nur zum Mitsingen beim Konzert, sondern auch gerne mit nach Hause genommen wurde. Björn Heuser hat so einige schöne Lieder geschrieben und die neusten waren hier zu finden mit Heusers Wunsch: „Vill Spaß domet!“ und „Op ne schöne Ovend, en schöne Zick“ – und das hatten die Gäste eindeutig. Es wurde gesungen und geschunkelt und gelacht. Auf der Bühne hatte eindeutig Björn Heuser viel Spaß, der von der Gitarre zwischendurch zum Keyboard wechselte. Sehr gut war auch der junge Mann auf der Bühne, der „Du bes die Stadt“ mit der E-Gitarre anstimmte. Dennis Kleimann, Sänger und Gitarrist der „Stadtrebellen“, begleitete Heuser bei fast allen Stücken an diesem Burghaus-Abend. Die beiden spielten nicht nur Heuser-Stücke, auch von den Höhnern, ein „Föss-Medley“ oder auch „Stääne“ von den Klüngelköpp und besonders schön und mit romantischem Licht „Do kannst zaubere“ von BAP mit einem brillanten Gitarrensolo von Kleimann. Lieder die noch in 100 Jahren gesungen würden, habe Peter Horn – der erste Sänger der Höhner (1977-1987) – komponiert, so Heuser. Gemeinsam haben er mit Horn auch Lieder geschrieben und von ihm habe er das „trekke, blose, trekke“ für das Mundharmonika-Spiel gelernt. Das setzte er dann gleich mal bei „Ich ben ene Räuber“ ein. Und auch wenn Karneval schon über einen Monat vorbei ist – das wurde mit viel Inbrunst mitgesungen. Es war ja auch ein Mitsing-Konzert.

30 Jahre ist Björn Heuser unterwegs – mit 14 hat er angefangen. Eigentlich erzähle er nicht gerne viel Biografisches, aber in „De jeilste Johre“ hat er sein Leben ein wenig zusammengefasst. Aus dem Lied machte er einen Dialog – das wäre ja in der Liebe auch so. Und so sang er vor – und das Publikum in zwei Gruppen nach. Funktionierte perfekt. „All die leeder“ ist nicht nur auf dem neuen Album, „Leeve“, das sang er auch mit dem Burghaus-Chor zusammen. Im „Gaffel am Dom“ habe er nicht seine Karriere angefangen, wie mancher vermute, aber jeden Freitag spiele er da – seit 18 Jahren und bald zum 800. Mal. Seit zehn Jahren präsentiert Heuser zudem in der Lanxess-Arena „Kölle singt“. Und das gleichnamige Lied ist das Mottolied, das sicher auch am 27. September 2026 in Kölle zum 10jährigen „Kölle singt 2026 – Björn Heuser un Fründe“ erklingen wird. Für Bielstein hatte er auch ein neues Liebeslied dabei. Das nannte er „Purzelbäum“ – wobei das auf Kölsch eigentlich „Kuckeleboom“ heiße, aber das könne man schon allein wegen der einen Silbe zu viel nicht verwenden. Er orientiere sich nicht an KI, sondern an KF – künstlerische Freiheit. Tatsächlich habe er studiert, aber nur kurz und das nicht, weil er so gut war. Aber man müsse alles so nehmen wie es ist. Und sei schön, auch mal anderen zu sagen „Du bes juut so wie do bes“. Eigentlich käme er doch immer wieder zu dem Schluss „Dat leeve es schön“. Und das könne er auch aus vollstem Herzen sagen, wenn er bei dem ganzen Driss der da so abläuft mit den Menschen im Burghaus gemeinsam singen könne und um dabei für zweieinhalb Stunden das alles zu vergessen. Und das zelebrierte er am diesem Donnerstagabend bis es dann zum Schluss „Loss mer singe“ hieß.
Vera Marzinski
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Fotos: Vera Marzinski
















