Partysound mit „Nightshift“ im Burghaus

„I want you back“ – der Titel des ersten Stückes brachte es gleich auf den Punkt. Im November 2010 begeisterten „Nightshift“ bereits das Publikum im Burghaus Bielstein und das Publikum wollte sie gerne wiedersehen und -hören. Und fast zwei Jahre später verbreiteten sie wieder Partysound.


Foto: Vera Marzinski

Nach entspanntem Bass-Intro legte die Band mit ihren „Nightingales“ den Gästen abermals die Worte sozusagen in den Mund: „Please don’t stop the music“ hieß es dann. Die Musik war anfänglich auch erst mal etwas ohrenbetäubend – pendelte sich aber wieder ein. Der absolute Knaller „Ain’t nobody“ von Chaka Khan. Aber auch das Gute-Laune-Stück „Put your records on“ von Corinne Bailey Rae beeindruckte sehr. Ob Stücke von Adele, Britney Spears oder Steve Wonder – alles kam gut an, auch wenn der Funke nicht so ganz übersprang.

Einiges war doch anders als vor zwei Jahren. Frontmann, Sänger und Saxophonist Alexander Gelhausen fehlte diesmal – allerdings hatte das Burghaus-Publikum ihn schon im September mit der Swing-Company auf die Bühne erleben können. Die „Nightingales“ setzen sich eigentlich aus drei hervorragenden Sängerinnen zusammen. Schade, dass Jeannette Marchewka nicht dabei war – ihre Bühnenpräsenz und Moderation ist ein besonderer Genuss. Außerdem gab es einen neuen Musiker – Philipp Brämswig.

Der Gitarrist spielt seit eineinhalb Jahren bei „Nightshift“ und ließ immer wieder aufhorchen. Eine spielerische Leichtigkeit und viel Virtuosität bietet Philipp Brämswig. Er war Mitglied im Jugend-Jazzorchesters des Landes Niedersachsen sowie im Bundesjugendjazzorchester unter der Leitung von Peter Herbolzheimer, spielte unter anderem mit Candy Dulfer und Dave Berkman und bereichert diverse Bandprojekte mit seinem Gitarrenspiel.

Dass sie absolute Profis sind, bewiesen die drei Stammmusiker Philip Roesler (Piano, Gesang, Akkordeon und Synthesizer), Sebastian Räther (Bass) und der Wiehler Christoph Krieger (Drums) bei jedem Stück. Sie sind nicht nur eingespielt sondern ein erstklassiges Trio in das sich Gitarrist Philipp Brämswig wunderbar einfügte. Für geballte Vocal-Power sorgten Janina Krömer und Rebecca Kup, die den Gesangspart auf der Bühne im Burghaus übernahmen. Zum Schluss verabschiedeten sich die vier Musiker und zwei Sängerinnen mit einem gefühlvollen „Emotion“ und kommentierten die Wahl des Stückes mit der Anmerkung: „damit die Gäste nicht geschüttelt sondern gerührt nach Hause gehen!“.

Vera Marzinski

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16. Ü32-Kreismeisterschaft um den Zunft-Kölsch-Pokal im Jahr 2012: Erzquell Brauerei fördert Jugendarbeit im oberbergischen Fußball

Schon traditionell wurde im Bereich Fußball in diesem Jahr zum 16. Mal die Ü32-Kreismeisterschaft um den Zunft-Kölsch-Pokal ausgespielt. Als heimische Brauerei ist die Erzquell Brauerei Bielstein den Vereinen in ihrem Geschäftsgebiet eng verbunden und fördert diese auf sehr vielfältige Art und Weise. Gerade der Sport, und hier ganz besonders der Fußball, spielen im Bergischen Land eine sehr große Rolle. So wurde 1997 der Zunft-Kölsch-Pokal ins Leben gerufen.


Foto: Christian Melzer

In enger Zusammenarbeit mit dem Fußballkreis Berg spielten die Ü32-Mannschaften der bergischen Fußballvereine um Punkte und attraktive Preisgelder. Dabei ist die Grundidee dieses Zunft-Kölsch-Pokals, die Jugendarbeit in den heimischen Vereinen zu fördern. So spielen und gewinnen die „jungen Alten Herren“ im wesentlichen für die Jugendarbeit ihres Vereines, da gemäß der Ausschreibung mindestens 75% der zu gewinnenden Preisgelder in die Jugendkasse des jeweiligen Vereins fließen müssen. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben jedoch gezeigt, dass die meisten der bisherigen Siegermannschaften ihr gesamtes Preisgeld der Jugendförderung ihres Vereins zukommen lassen.

In diesem Jahr beteiligten sich 28 Mannschaften aus dem Bergischen an dem Zunft-Kölsch-Pokal und spielten im Laufe des Jahres die Meisterschaft aus. Im Braustübchen der Erzquell Brauerei Bielstein wurden dann am Montagabend bei einem zünftigen Schluck und Deftigem vom Buffet die Sieger geehrt:
Der 2. Vorsitzende des Fußballkreises Berg, Detlef Baldauf, der Freizeit- und Breitensportbeauftragte Alfons Arnoldy und Oliver Pack, Werbeleiter der Erzquell Brauerei, überreichten hier den Zunft-Kölsch-Pokal, eine Urkunde, den € 1.500,00 Siegerscheck sowie einen Biergutschein über 100 Liter Zunft Kölsch für die Siegesfeier an die Ü32-Mannschaft der SV Frielingsdorf, einem alten Bekannten unter den Siegern dieses Turniers. Die zweitplatzierte Mannschaft des TuS Homburg Bröltal war in der Vergangenheit ebenfalls schon häufiger auf dem Treppchen und konnte sich in diesem Jahr über ein Preisgeld von € 1.000,00 und einen 50 Liter Gutschein Zunft Kölsch freuen. Die Drittplazierten der Union Blau Weiß Biesfeld kennen auch die Braustube schon von ihrem Sieg im Vorjahr und nahmen auch 2012 wieder € 500,00 und 30 Liter Zunft Kölsch für ihre Leistung und die Jugendarbeit ihres Vereins mit nach Hause. Die vierten Sieger dieser Meisterschaft vom SV Morsbach waren zuletzt 2008 bei den Siegern und konnten in diesem Jahr mit 20 Litern Zunft Kölsch und einem Preisgeld von € 250,00 feiern.

Alle beteiligten Mannschaften, der Fußballkreis Berg und auch die Vertreter der Brauerei waren gemeinsam der Ansicht, dass es ein besonderer Anreiz ist, um diesen – schon traditionellen – Pokal zu spielen, da es neben dem Spaß am Fußballspiel insbesondere ein wichtiges Ziel für den Fußballkreis, die beteiligten Mannschaften und auch der Brauerei ist, die Jugendarbeit der Vereine zu fördern. Für die Siegermannschaften ist es immer wieder ein besonderer Anreiz, einen schönen Abend im Braustübchen verbringen zu können.

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Der alte Dorfbrunnen von Damte läuft immer noch

Hunderte von Jahren hat er die Menschen mit Wasser versorgt – der alte Brunnen im Ortskern von Damte. In den achtziger Jahren des letzten Jahrhundert wurde er nicht mehr gebraucht und sollte zugeschüttet werden. Dem engagierten Einsatz von Ernst Birkholz ist es zu danken, daß dann 1987 schlußendlich der Brunnen als Baudenkmal anerkannt und restauriert wurde.


V.l.: Thomas Knura, Manfred Schneider, Dorothea Birkholz, Ernst Birkholz, Ingo Stockhausen und Wilfried Bast – Foto: Christian Melzer

Vor einigen Tagen hatte Ernst Birkholz eingeladen, um an den Erhalt des Brunnens zu erinnern. Stellvertretender Bürgermeister Wilfried Bast rief nochmals in Erinnerung wie wichtig es ist, Zeugnisse der Vergangenheit zu erhalten, um den den folgenden Generationen einen Einblick in die Lebensverhältnisse der Vorfahren zu ermöglichen.

Auch der Chef der Volksbank, die vor 25 Jahren die Restaurierung des Brunnens finanziell unterstützt hatte, gratulierte Ernst Birkholz für sein damaliges Engagement aber auch für seinen bis heute anhaltenden Einsatz mit dem er in seinem Kuhstallmuseum Zeugnisse der Vergangenheit vor dem Vergessen bewahrt. Für den so Geehrten ist selbstverständlich, „daß jeder nach den Wurzeln fragen sollte, die ihn tragen.“ Und was den Brunnen angeht, ist er überzeugt, „daß dessen Wasser auch heilende Kraft besitzt.“

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Im Burghaus Bielstein drehte sich fast alles um „Kölsch“

Ein perfekter Harmoniegesang mit A-Capella-Entertainment der „Wanderer“ und Anekdoten von Brauhausführer Michael Dirkmann unter dem Motto „Köbes, Kölsch und Klüngel“ begeisterte das Publikum am Donnerstagabend im Burghaus Bielstein.


Michael Dirkmann – Fotos: Christian Melzer

„Sie hätten auch nach Köln kommen können, aber jetzt bin ich dann mal hier!“, begrüßte Dirkmann die Gäste. Und dann wusste das Publikum ganz flott, woher überhaupt der Ausdruck Köbes stammt, weshalb ein Köbes einen Kranz und kein Tablett benutzt oder wie die Mönche zum Brauen gekommen sind. Kölsch hat übrigens eine geographische Herkunft und Kölsch darf nur in den Reagenzglas-ähnlichen Gläsern, den sogenannten Kölschstangen, ausgeschenkt werden.

Michael Dirkmanns fundiertes Fachwissen über Kölner Bräuche und die charmante, überaus witzige Art der Präsentation sind einmalig. Ihm fehlt es als ausgebildetem Schauspieler nicht an Show-Talent. So macht er aus ihrem Rundgang durch die Kölner Altstadt etwas, das weniger einer Stadtführung ähnelt, sondern mehr einer Comedy-Show. Und genau das brachte er auch im Burghaus brillant auf die Bühne. Die Kölner Altstadt & Brauhaus-Wanderung leiten Michael Dirkmann oder Ralph Hoormann, die dabei ein unterhaltsames Eintauchen in die Seele der Kölner Altstadt bieten. Seit mehr als 15 Jahren zünden sie ein humoristisches Feuerwerk rund um „Köbes, Kölsch und Klüngel“.

Die Brauhäuser haben emense Umsatzeinbußen seit das Personal nicht mehr mittrinkt – auch das wusste der Brauhausführer in Bielstein zu erzählen. Und ebenso, dass bei der Planung der U-Bahn die Philharmonie nicht bedacht wurde. „Die steht da ja auch noch nicht so lange“ bemerkte Dirkmann süffisant. „Schäl Sick“ erklärte er ebenso wie den Ausdruck „Klüngel“ – die Erledigung privater Interessen auf dem Amtsweg.

Viel zu lachen gab es im ersten Teil. Und dann kam von den vier gutaussehenden mitteljungen Herren „Ich bin e Kölsche Wanderer“. Auch hier wieder viel Entertainment. Sie sind nämlich weltberühmt – in Köln. Sie singen auf Kölsch, Englisch, Deutsch und manchmal auf Kauderwelsch. Und – sie sind in Köln längst Kult, verzaubern aber auch Nicht-Rheinländer mit ihrem Genre sprengenden Programm, dem perfekten Harmoniegesang und einer unglaublich lebhaften Performance.


Die „Wanderer“

Die „Wanderer“, das sind Eddie Leo Schruff, Gewinner der ZDF- Show „Die Deutsche Stimme 2003“, Ex-Basta-Sänger Sascha Breuer-Rölke, der charmant-lustige Bass Kai Zupancic und der aus Gummersbach stammende Stevie Gable. Die vier geborenen Entertainer führten charmant und humorvoll durchs Programm und brachten den Saal im Burghaus schnell zum Kochen. Mühelos sangen sie sich in die Herzen der Zuschauer.

„Volare“ oder „Caravan“ kam gleich gut an beim Publikum und es ließ sich auch bei „Ramalama-Ding-Dong“ zum Mitsingen animieren. Kai Zupancics verriet bei den gesanglichen Aktivitäten der Gäste zu „Muss I denn“: sein Herz jubiliere dabei! Nicht nur durch die Mithilfe des Publikums wurde die Version dieses Volksliedes etwas ganz besonders. Selbst einen „Grand Prix“-Medley kam auf die Bühne. Von „Hold me now“. über “ Dschingis Khan“, „Waterloo“ bis zu dem „Hard Rock Halleluja“ von der finnischen Band Lordi.

Mehrstimmigen Gesang kennen die meisten schon, aber die harmonisch, witzig und gesanglich brillanten Vocal-Sänger von „Wanderer“ sind schon eine ganz herausragende Liga in dieser Kategorie. Und am Schluss die gesangliche Frage „Wer gibt ein Kölsch aus?“. Ihr Stimmungslied dazu – „An der Bar“ – lief im Frühjahr täglich im Radio (WDR4) und wurde dort zum dritt beliebtesten Lied gewählt und passte hier perfekt. Und so schloss sich der Kreis zu Dirkmanns „Köbes, Kölsch und Klüngel“ mit dem Kölsch an der Bar.

Vera Marzinski

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Spannende, skurrile Lesung mit Max Tidorf und Tim Binding

„Ship Ahoy“ hieß es am Dienstagabend im Burghaus Bielstein. „Ship Ahoy“ ist Teil drei der Trilogie um Al Greenwood. Bereits zum zweiten Mal kam der Autor Tim Binding mit Max Tidorf und Margarete von Schwarzkopf zur Lesung nach Bielstein. Vor eineinhalb Jahren begeisterte „Fischnapping“ das Publikum in den alten Gemäuern – und auch Binding konnte sich noch gut an diese Veranstaltung erinnern.


Max Tidorf und Tim Binding – Foto: Christian Melzer

Aber was ist nun mit Al Greenwood passiert? Am Ende des letzten Buches stand er auf der Klippe und die Polizeisirene heulte. Mittlerweile lebt Al mit Emily Prosser, seiner ehemaligen Kunstlehrerin aus Knastzeiten, zusammen. Als glückliches Pärchen geben die beiden Kunstunterricht auf einem Kreuzfahrtschiff namens „Lady Di“. Leider währt die Idylle nicht lang. Max Tidorf versetzte die Zuhörer im Burghaus mit seiner rauchigen Stimme in die Szenen des Romans. Tidorf ist Jahrgang 1960, lebt mit seiner Familie in München und wurde durch zahlreiche Film- und Theaterauftritte bekannt. Dabei spielt er des Öfteren einen Fiesling – und auch Al Greenwood ist nicht unbedingt ein netter Mensch. Sollten Tim Bindings Al Greenwood-Romane verfilmt werden, wäre Max Tidorf die perfekte Besetzung. Er betörte während der Lesung mit seiner Stimme und auch seine Mimik war hervorragend. Bei den fiesen Spitzen im Text hatte er immer den passenden Gesichtsausdruck. Selbst Mrs. Duran-Deacon – eine Romanfigur – bringt er perfekt rüber. So in der Szene, als ihr eine Gräte während der Kreuzfahrt im Hals stecken bleibt.

Natürlich hat Tim Binding wieder so manche bekannte Personen und Dinge aus den beiden Vorgänger-Romanen eingebaut. Und dann gibt es noch die Kettensäge, die wie ein Knallfrosch hüpft und mit ihrem furchterregenden Gebiss Liegestühle wie Streichhölzer zersägt. Al Greenwood, der Bildhauer der sieben Meere, fertigt auf dem Kreuzfahrtschiff „Lady Di“ Figuren aus Holz mit einer Kettensäge. Mrs. Duran-Deacon hätte am liebsten einen „Weißen Hai“, der ihren Ehemann Gerald zwischen den Zähnen hält. Alles etwas bizarr. Es wird noch heftiger: diese ältere Dame, die einen Sturz über die Reling überlebt, fordert Al auf, ihren Ehemann zu ermorden. Und wäre das nicht schon genug: Audrey taucht auch wieder auf – die Ex-Frau von Al ist aus dem Gefängnis ausgebrochen.

Margarete von Schwarzkopf ist bei dieser Lesung in Bielstein wiederum ein Garant für gute Moderation und so erfährt das Publikum einiges über Buch und Autor. Sie selbst liebt an diesem Al Greenwood, dass seine Geschichten so großartig an der Realität vorbei schrabben. Doch nach der Trilogie um diese Romanfigur soll es in der nächsten Veröffentlichung von Tim Binding um Alice „Schnüffelnase“ Blackstock gehen. Die neugierige Nachbarin von Al ist bisher eine Randfigur gewesen und hat charakterlich und vielleicht auch optisch ein wenig von Miss Marple. Den Bielsteiner Gästen erzählte Binding, dass er gerade mit den ersten Seiten zum neuen Roman angefangen habe. Vielleicht verrät er in dem Buch noch einige Rezepte, denn in „Ship Ahoy“ kommen die „Cornish Pasty“ vor, eine kulinarische Spezialität aus Cornwall, die eigentlich nur dort gebacken werden dürfen, so Binding. Und keinesfalls mit Möhren – darauf bestand Tim Binding und natürlich auch seine Romanhauptfigur Al, der diese Teigtaschen im Roman bei einem Bäcker leider nicht so erhält, wie er sie mag.

Ziemlich vergnüglich ist die Geschichte um Al Greenwood – teilweise ein wenig grotesk. Aber nicht nur die Stimme von Max Tidorf fesselte die Zuhörer im Burghaus am Dienstagabend. Tim Binding schreibt einfach spannend und sehr unterhaltend. In seinen Büchern wimmelt es nur so von skurrilen Obsessionen.

Vera Marzinski

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